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Der Orgelsommer ging Rundum-Sound von Brass und Orgel zu Ende

Mit Wagner, Bach, Rameau, Saint-Saëns und Sieber endet der Orgelsommer in der Hofkirche rauschhaft und mit Klängen wie aus anderen Sphären.
Gerda Neunhoeffer

«Sirius Brass» – drei Trompeten, zwei Posaunen und eine Tuba – das klingt nach World Band Festival. In diesem Fall ist es aber nicht etwa ein vorgezogenes Konzert des am Samstag startenden Festivals, sondern das Abschlusskonzert des Orgelsommers in der Hofkirche Luzern. Und zu den Bläsern gesellt sich Hoforganist Wolfgang Sieber an der Hoforgel. Oder gesellen sich die Bläser zur Orgel? Das lässt sich am Dienstagabend nicht wirklich feststellen, denn Bläser und Orgel vermischen sich kongenial, bieten Rundum-Sound vom Feinsten und überraschen mit ungewöhnlichen Arrangements bekannter Kompositionen.

Kraftvoll schmettern die Trompeten von der Orgelempore aus das Vorspiel (3. Akt) aus ­Richard Wagners «Lohengrin» in den Raum, markant setzen die Posaunen ein. Den «Chor der ­älteren Pilger» aus Wagners «Tannhäuser» zeichnen Posaunen und Tuba mit weichdunklem, ausdrucksvollem «Gesang», und wie Sieber dann die absteigenden Geigenfiguren glitzernd hineinwebt, das gibt ganz neuen Sound. Zwischen diesen beiden «Wagner-Ohrwürmern» erklingen Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Und wenn die berühmte «Air» so gespielt wird wie von Sieber, mit dumpfer ­Pedalbegleitung im tiefsten ­Register, mit wellenartigem Auf-und Abschwellen der Melodie, dann ist auch das neu.

Orgel und Bläser verbinden sich

In rauschhaftem Tempo interpretiert er die Sinfonia aus der Kantate «Wir danken dir Gott, wir danken dir». Die Trompeter Heinz Saurer, Greg Flynn und ­Patrick Ottiger gestalten «Wir ­eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten» aus Bachs Kantate Nr. 78 so leicht und tänzerisch, dass es zu swingen beginnt.

Dann begeben sich die Bläser nach unten und spielen mit vollem Sound Stücke aus Jean-Philippe Rameaus «Les Indes Galantes». Die Posaunisten Adrian ­Weber und Mischa Meyer, sowie Cyrill Schaub, Tuba, variieren ihre Töne ebenso vielfältig wie die Trompeter, und in Händels «Lascia ch’io pianga» strömt ihr Klang absolut einheitlich. Dann lässt Sieber allerlei Hühner in ­Rameaus «La Poule» auf der ­Orgel «gackern», und in seiner eigenen Komposition «White Hall» verbindet er Themen aus bekannten Sinfonien. Ständig geistert die orientalische Melodie aus Camille Saint-Saëns’ «Danse Bacchanale» durch Siebers Stück.

Dann aber der Höhepunkt: Über die Weite des Raums verbinden sich Orgel und Bläser zum Finale aus der Orgelsymphonie von Saint-Saëns. Und wie sich da die Klänge vereinen, dennoch wie aus anderen Sphären verhallen und wiederkehren, wie man sich von Tönen eingehüllt fühlt, die aus allen Winkeln zu kommen scheinen, das ist phänomenal.

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