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Jugendsinfonieorchester: Russland-Abenteuer mit einem Jungstar und zum Ökotarif

Das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester nimmt vorläufig Abschied von Joseph Sieber, aber die Zukunft ist bereits aufgegleist.
Roman Kühne
Omar Barone ist der Künstlerische Leiter des ZJSO.

Omar Barone ist der Künstlerische Leiter des ZJSO.

Das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester (ZJSO) ist stark mit einem Namen verknüpft. Als Gründungsmitglied und Dirigent hat Joseph Sieber die Geschicke des Vereins seit 2012 musikalisch geleitet. Doch die Studien in der Schweiz sind beendet, und gerne würde er seine Ausbildung zum Dirigenten im Ausland fortsetzen. Ein schwieriger Moment für das Orchester, das nächste Woche sein vorläufig letztes Konzert unter Siebers Leitung gibt?

Omar Barone, der künstlerische Leiter des ZJSO, ist zuversichtlich, dass der Schritt gelingen wird. «Wir sind künstlerisch breit aufgestellt», führt er aus. «Die Organisation und das Musikalische sind schon länger auf mehrere Schultern verteilt. Das nächste Projekt wird zum Beispiel der 23-jährige Dirigent Jonas Bürgin aus Zürich leiten. Dieser begabte Nachwuchsmusiker hat bei uns im Januar schon ‹Heimat3› geleitet. Die Zukunft ist also aufgegleist.» Auch ist noch nicht sicher, wie definitiv der Abschied von Joseph Sieber sein wird.

Englischer Nachwuchsstar

Im KKL wird das Orchester unter seiner Leitung mit «Tschaiko in motion» ein komplett russisches Programm aufführen. Schon wieder Russland? Momentan schwappt eine östliche Musikwelle über Luzern – mit dem Zaubersee-Festival des Luzerner Sinfonieorchesters, am vergangenen Sommerfestival oder im nächsten Konzert des Collegium Vocale zu Franziskanern.

Omar Barone sieht sich gar nicht auf dieser Welle: «Bei uns waren zwei Gründe ausschlaggebend. Einerseits wollten wir schon länger die 5. Sinfonie von Tschaikowsky aufführen. Sie entspricht ziemlich genau dem Profil aus Förderung und Forderung, das wir mit unserem Orchester anstreben. Andererseits steht das Konzert unter dem Patronat der Luzerner Strebi-Stiftung. Diese hat uns die Saxofonistin Jess Gillam mit dem Saxofonkonzert von Alexander Glazunow vorgeschlagen. Somit waren die beiden Eckpfeiler des Konzertes vorgespurt.»

Die junge Engländerin, die soeben am Lucerne Festival debütierte, ist bereits ein etablierter Jungstar. Die 20-Jährige hat zahlreiche Preise gewonnen, generiert Zehntausende Klicks im Internet, und ihr erstes Album «Rise» sprang direkt auf Platz eins der Klassik-Charts in ihrer Heimat Grossbritannien. Jess Gillam spielt im KKL. In Altdorf eine Woche später wird die ebenfalls junge Tessinerin Nadine Speziga, die momentan in Luzern ihren Master macht, den Solopart übernehmen. Die andere Solistin ist die Cellistin Milena Umiglia aus Luzern. Sie interpretiert einen cellistischen Nr.-1-Hit, die «Rokoko-Variationen», ebenfalls von Peter Tschaikowsky. Das Junge Orchester, die Mitglieder sind momentan zwischen 15 und 26 Jahre alt, ergänzt dieses Programm mit den nicht weniger anspruchsvollen «Polowetzer Tänzen» aus der Oper «Fürst Igor» von Alexander Borodin.

Zehn Franken für Ökoreisende

Eine spezielle Idee offeriert das Orchester mit #tschÖKOwsky. «Unser Projektleiter Markus Güdel wollte etwas für die Umwelt tun», erklärt Omar Barone. «So haben wir überlegt, wie wir uns als Orchester hier einbringen könnten. Daraus ist #tschÖKOwsky entstanden. Wer nicht mit dem Auto kommt, sondern zu Fuss, mit dem Fahrrad oder dem ÖV, erhält zehn Franken bar auf die Hand zurückerstattet.»

Aber wie beweist dies der Konzertbesucher, wenn er kein Ticket zum Vorweisen hat? «Da ist halt Kreativität gefragt», lacht Omar Barone. «Dreckige Wanderschuhe oder ein Post auf den sozialen Medien werden durchaus als Beglaubigung akzeptiert.» Selbst die nasse Badehose ist auf der Homepage des Orchesters als Belegmöglichkeit aufgeführt.

Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester: Donnerstag, 10. Oktober, 19.30 Uhr, KKL, Luzern; Sonntag, 27. Oktober, 17.00 Uhr, Theater Uri, Altdorf

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