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SÄNGER: «Ich bin ein lyrischer Mozart-Tenor»

Der Luzerner Mauro Peter schaffte den Sprung ans Opernhaus Zürich. Vor einem Auftritt im KKL sagt er, was seine Karriere lancierte. Und wie ihm Luzern dabei half.
Interview Urs Mattenberger
Luzerner Tenor und FCL-Fan: Mauro Peter (26). (Bild PD/Franziska Schrödinger)

Luzerner Tenor und FCL-Fan: Mauro Peter (26). (Bild PD/Franziska Schrödinger)

Mauro Peter, Sie sind der zweite junge Luzerner Sänger, der am Anfang einer internationalen Karriere steht. Jene von Regula Mühlemann wurde durch die «Freischütz»-Verfilmung lanciert. Gab es bei Ihnen einen ähnlichen Karriere-Urknall?

Mauro Peter: Ja, er wurde allerdings nicht derart medial begleitet. Während meines Studiums in München empfahl mich Helmut Deutsch, mein Dozent für Liedgesang, für einen Auftritt an der Schu­bertiade in Hohenems. Es wurde mir gleich ein eigener Liederabend angeboten. Und weil da wichtige Leute aus der Klassikszene anwesend sind, brachte dieses Konzert alles ins Rollen.

Seit dieser Saison sind Sie im Ensemble am Opernhaus Zürich. Wie schafften Sie so rasch den Sprung dahin?

Peter: Über eine gute Freundin fand ich meinen Agenten, der mir ein Vorsingen am Opernhaus ermöglichte. Und da erhielt ich auf Anhieb einen Vertrag. Für mich ist das ein grosser Glücksfall. Aus musikalischen Gründen und weil ich froh bin, in der Schweiz arbeiten zu können – nahe von Luzern, wo meine Familie und meine Freunde wohnen.

Ein Sprungbrett für junge Sänger ist das Luzerner Theater, wo man von Anfang an wichtige Rollen erarbeiten kann. In Zürich treten Sie an einem grossen Haus in kleineren Rollen auf. Ist das nicht etwas frustrierend?

Peter: Nein. An einem grossen Haus hat man eine Plattform, auf der einen wichtige Vertreter aus dem internationalen Opern-Betrieb hören können. Dass ich das zunächst in kleineren und mittleren Rollen machen kann, ist auch ein Vorteil. Man ist weniger exponiert und kann lernen, mit dem Erwartungsdruck umzugehen. Zudem trete ich in anderen Engagements auch in grösseren Rollen auf.

Zum Beispiel?

Peter: Ein Grossprojekt ist im März die Aufführung der Da-Ponte-Opern von Mozart unter Nikolaus Harnoncourt im Theater an der Wien. Da steigt dann schon der Erwartungsdruck. Noch bin ich ja nicht so bekannt, aber es gibt immer mehr Leute, die gespannt verfolgen, wie dieser junge Sänger das macht. Aber den grössten Erwartungsdruck stellt man selber her mit seinen eigenen Qualitätsansprüchen.

Sie haben an den Salzburger Festspielen mit Harnoncourt und anderen bekannten Dirigenten zusammengearbeitet. Wie haben Sie diese erlebt?

Peter: Ich habe tatsächlich das Glück, dass ich mit vielen tollen und unterschiedlichen Dirigenten wie Harnoncourt, Gardiner oder Gustavo Dudamel arbeiten konnte. Diese fordern viel, aber sie geben auch viel. Die Zusammenarbeit mit Harnoncourt etwa ist extrem spannend, weil er viel Wissen über die Musik vermittelt und trotzdem offen ist, was das Resultat betrifft. Diese Verbindung von Präzision mit viel Raum zum Gestalten ist inspirierend, weil man sich selber mit einbringen kann. Besonders bei Harnoncourt ist zudem, wie er auch mit den Augen dirigiert. Wenn er mich mit diesem magischen Blick anschaut, will ich nicht nur für mich, sondern auch für ihn das Beste geben.

Und bei einem so anders gearteten Dirigenten wie Dudamel?

Peter: Das Fantastische bei Dudamel und seinem Simon-Bolivar-Orchester ist die Lebendigkeit bereits in den Proben. Und dass in der Aufführung noch ein neuer Schub dazukommt. Da kann man als Sänger gar nicht anders, als diese Energie aufzunehmen und mitzugestalten.

Am Montag singen Sie im KKL Konzertarien von Mozart. Ist das ein persönliches Wunschprogramm?

Peter: Ja, ich bin ein lyrischer Mozart-Tenor, von der Stimme wie vom Herzen her. Umso gespannter bin ich auf die erstmalige Begegnung mit William Christie, weil es da immer gilt, persönliche Vorstellungen mit jenen eines Dirigenten zusammenzubringen.

Sie begannen bei den Luzerner Singknaben, für das Studium aber gingen Sie nach der Matur nach München. Bietet Luzern Sängern gute Startbedingungen?

Peter: Ja, nach München ging ich, um bei Fenna Kügel-Seifried zu studieren. Aber die Anfänge bei den Singknaben gaben dafür eine wertvolle Grundlage. Ich konnte früh solistische Rollen übernehmen. Und Andreas Wiedmer führte uns behutsam über die Zeit des Stimmbruchs hinweg. Dadurch konnte ich das Singen ohne Unterbruch weiterführen und wirkte bald beim Ensemble Corund und später bei Molto Cantabile mit. Solistisch aufzutreten, ist zwar nochmals etwas anderes. Aber die Erfahrungen im Chor lehren einen, alles, was musikalisch um einen geschieht, aufmerksam wahrzunehmen.

Finden Sie neben Ihrer Karriere Zeit für andere Beschäftigungen – oder wurden Sie vom Elternhaus früh ganz auf Musik geeicht?

Peter: Ich stamme nicht aus einer Musikerfamilie. Mein Vater hat ein Gipser-Maler-Geschäft in Luzern, meine Mutter arbeitet in der Pflege. Aber zu Hause lief viel klassische Musik. Und als ich in Chorkonzerten immer wieder Gänsehaut spürte in Momenten, wo mir das Herz aufging, wusste ich, dass ich selber singen wollte. Aber daneben darf man nicht vergessen, zu leben. Ich liebe zum Beispiel Sport und bin trotz meiner Jahre in München nicht etwa Bayern-München-, sondern noch immer FCL-Fan. Luzern ist und bleibt eben meine Heimat.

Hinweis

Konzert: Montag, 30. Dez., 19.30, KKL, Konzertsaal. Mozart-Programm mit dem Orchester La Scintilla, Leitung William Christie, Mauro Peter (Tenor, Konzertarien). VV: Tel. 041 226 77 77

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