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Saufen, Sex und eine schlafende Kuh umstossen

«25 km/h» heisst die lustige Kino-Komödie. Und schneller ist das entfremdete Brüderpaar – Lars Eidinger und Bjarne Mädel – auf seiner Reise der Wiederannäherung nicht unterwegs.
Regina Grüter
Eine Eskapade der ungleichen Brüder (Bjarne Mädel, vorne, und Lars Eidinger) endet gefährlich. (Bild: PD)

Eine Eskapade der ungleichen Brüder (Bjarne Mädel, vorne, und Lars Eidinger) endet gefährlich. (Bild: PD)

Wie hat man sie beneidet, die eins besassen. Es gab eine Zeit – wenn auch eine kurze –, da war ein eigenes Töffli das Grösste. Ein Puch oder noch besser ein Ciao. Und wenn man dann mal eins ausleihen durfte, fühlte man sich cool und frei. Nun, cool sehen sie nicht aus, die Brüder Georg (Bjarne Mädel) und Christian (Lars Eidinger), wie sie da immer noch in Trauerklamotten auf ihren Mofas hocken und stockbesoffen um den Dorfbrunnen kurven. Der Nostalgie verfällt das deutsche Roadmovie «25 km/h» nicht.

Die Geschwister haben sich 30 Jahre nicht gesehen und eben erst den Vater beerdigt, um den sich Georg bis zuletzt gekümmert hat. Er fühlt sich von Christian im Stich gelassen. Und der Top-Manager und Weltenbummler hat’s nicht einmal rechtzeitig zur Trauerfeier geschafft. Es brauchte viel Bier und Schnaps und ein erbittert geführtes Ping-Pong-Match, um Georg zur Schnapsidee zu überreden, den gemeinsamen Bubentraum jetzt in die Tat umzusetzen: ein Töffli-Trip von der Heimat im Schwarzwald quer durch Deutschland an die Ostsee.

Mit viel Elan und Selbstironie

Der Plan klebt noch genauso unter dem Tischtennistisch, wie ihn die Teenager damals fein säuberlich ausgearbeitet hatten. Auch ein paar Regeln gibt’s: so viel saufen und so viel Sex haben wie möglich, klar, aber auch «eine schlafende Kuh umstossen» oder «die gesamte Karte bei einem Griechen auf einmal essen». Sie ziehen es durch, die beiden, so gut sich die Teenagerfantasien in der Erwachsenenrealität eben umsetzen lassen.

Regisseur Markus Goller («Simpel») kann sich bei der Umsetzung der guten Drehbuchvorlage auf seine Hauptdarsteller verlassen. «Tatortreiniger» Bjarne Mädel und Lars Eidinger («Babylon Berlin», «Werk ohne Autor»), der deutsche Schauspieler der Stunde, gehen mit viel Elan und Selbstironie an die Sache ran. Mit Franka Potente, Sandra Hüller oder Jördis Triebel sind auch die Nebenrollen top besetzt.

Die Komödie mit ernsthaftem Unterton ist wirklich lustig, weil sie so menschlich ist und sowohl Blödelei als auch Sentimentalität gekonnt umschifft. Dazu der Soundtrack der 80er mit The Cure und Camouflage. Ja, so eine spontane Reise mit der Schwester, das wär schon was. Das Töffli aber lassen wir schön im Keller.

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