Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SCHENKEN: Schläft ein Lied in allen Dingen

Märchen vorlesen, gemeinsam singen und tief in Geschichten eintauchen: Vor und nach Weihnachten bringen Bücher die Familie zusammen. Wir stellen eine Auswahl von Titeln vor, die lange Freude machen.
Bettina Kugler
Ein Fest zum stillen Staunen an der Krippe – und zum Singen.

Ein Fest zum stillen Staunen an der Krippe – und zum Singen.

Bettina Kugler

«Lesen ist ein grosses Wunder»: Diesen Satz der Aphoristikerin Marie von Ebner-Eschenbach stellt Manfred Mai wie eine Formel, wie die kürzestmögliche Zusammenfassung seinem neuen Roman voran. Wohl an die hundert Kinder- und Jugendbücher hat Mai in mehreren Jahrzehnten geschrieben; neben Geschichten und Romanen auch erklärende Sachbücher: über die Weltreligionen, über Dichter und Denker, über wichtige Epochen der Geschichte. Jetzt also dieses: ein Buch, mit dem sich Zehnjährige in ihr eigenes Reich zurückziehen können, das aber auch viel Stoff für Gespräche bietet, wenn es vorgelesen wird: Denn «Lena liest ums Leben» (ab 10, Fabulus, 170 S., Fr. 16.20) ist eine berührende ­Familiengeschichte.

Das richtige Buch – ein Heilmittel

Wie Scheherazade in 1001 Nacht mutig weitererzählt und im spannendsten Moment abbricht, um ihr Leben zu retten, erfährt Lena das (Vor-)Lesen am Bett ihres schwerkranken Vaters als Arznei, als stärkendes Band und als Möglichkeit, mit ihren widerstreitenden Gefühlen besser zurechtzukommen. Die Binnengeschichte über den Aussteiger und Lebenskünstler Martin Maier spiegelt subtil die Situation der aus dem Lot gebrachten Familie, ist das richtige Buch zur rechten Zeit – wunderbar, Kindern den Schlüssel zu dieser Erfahrung ins Leben mitgeben zu können.

Lebensmittel und literarische Medizin mit Langzeitwirkung, oft bis ins hochbetagte Alter: Das sind Märchen. Wer sie nicht ohnehin frei erzählt, das Kind eng an sich gekuschelt, wird gern eine künstlerisch hochwertig illustrierte Ausgabe wählen – die dann fest zum Familienschatz gehört. Es könnte die Neuausgabe «Hans im Glück und andere Märchen der Brüder Grimm» (NordSüd, 240 S., Fr. 32.–) mit Bildern des Aargauers Felix Hoffmann sein. Ursprünglich schuf der 1975 gestorbene Grafiker, Fensterglas- und Buchmaler die Märchenbilder nur für seine eigenen Kinder, doch wurde er international damit bekannt. Sie prägen sich in ihrer Bühnenwirksamkeit und Emotionalität tief ins Gedächtnis ein; man kann sich vor oder nach dem Lesen träumend darin versenken und dem nachlauschen, was im Märchen nicht gesagt wird.

Auf Schatzsuche bei den Inkas und Ägyptern

Noch vor allen Worten erzählen Melodien erste Geschichten, machen Lieder hellhörig oder beruhigen nach einem aufregenden, erlebnisreichen Tag. Das von der Musikpädagogin, Konzertpianistin und Liedermacherin Doro­thée Kreusch-Jacob zusammengestellte grosse Liederbuch zur guten Nacht, «Sonne, Mond und Abendstern» (Hanser, 223 S., Fr. 36.–), versammelt nicht nur einen Fundus an Abend- und Wiegenliedern (neben den Klassikern auch neue, mit Noten und Akkordangaben leicht erlernbare). Es ist zugleich ein poetisches Vorlesebuch mit traumhaft schönen, geheimnisvoll ins Dämmerlicht lockenden Bildern des Künstlers Quint Buchholz.

«Schau, Papa, Rinder!», soll die achtjährige Tochter Marcelino Sanz de Sautuolas gerufen haben, als die beiden gemeinsam jene Höhle von Altamira erkundeten, die Don Marcelino Jahre zuvor zufällig entdeckt hatte. Während der Vater den Boden nach steinzeitlichen Werkzeugen absucht, schaut Marie zur Höhlendecke – und sieht Malereien aus uralter Zeit: über 900 Tiere, Bisons, Hirsche, Wildschweine, Pferde. Eine Sensation! Spannend wie ein Krimi erzählt die Archäologin Silke Vry in «Verborgene Schätze, versunkene Welten» (Gerstenberg, 160 S., Fr. 37.–) von solchen Entdeckungen und Funden. Einen Überblick gibt die «Schatzkarte» des Inhaltsverzeichnisses: Es geht nach China zur Terrakotta-Armee, ins Tal der Könige, nach Babylon und Machu Picchu, nach Stonehenge, nach Figeac zu Champol­lion, der die Hieroglyphen entzifferte. Silke Vry lässt sich dabei nicht von der Pracht und Kostbarkeit der Schätze blenden; sie schaut genau hin und vermittelt auf fesselnde Art Wissen über das Leben früherer Gesellschaften und Kulturen. Archäologie als Abenteuer besessener Forscher: Das wird hier anschaulich.

Leseabende, bei denen man einfach nicht aufhören kann, weil die Kapitel lang und immer knisternd aufregend sind – viele Familien haben sie in den vergangenen Jahren mit Joanne K. Rowlings sieben Harry-Potter-Bänden erlebt. Und sich schon morgens beim mühsamen Aufstehen wieder aufs Vorlesen gefreut. Längst zählt der Romanzyklus zur Weltliteratur, nicht nur aufgrund der globalen Vermarktung. Dem ­entspricht die von Jim Kay farbig illus­trierte Schmuckausgabe, ­deren dritter Band nun erschienen ist: «Harry Potter und der Gefangene von Askaban» (Carlsen, 368 S., Fr. 46.–). Ein schönes Geschenk für alle, die gern in Hogwarts zur Schule ­gingen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.