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SCHLAGER: Beatrice Egli: «Man ist nicht allein mit seinem Beziehungsmist»

«Wohlfühlgarantie» heisst das neue Album von Beatrice Egli – eine Mischung aus fröhlichen, sehr fröhlichen und nicht ganz so fröhlichen Liedern. Ein Gespräch über Freiheit, Liebe und Herzschmerz.
Steffen Rüth
Ihr neues Album erscheint am 16. März. Darauf singt Beatrice Egli zum ersten Mal auch ein Lied auf Schweizerdeutsch: Den Klassiker «Alperose». (Bild: Anita Bresser/Universal Music)

Ihr neues Album erscheint am 16. März. Darauf singt Beatrice Egli zum ersten Mal auch ein Lied auf Schweizerdeutsch: Den Klassiker «Alperose». (Bild: Anita Bresser/Universal Music)

Interview: Steffen Rüth

Beatrice Egli, womit erreichen Sie Ihre ganz persönliche Wohlfühlgarantie?

Die Wohlfühlgarantie kannst du nicht durch äussere Situationen herstellen, die trägt man hoffentlich in sich. Wenn du mit dir selber im Reinen bist, dich mit dir selber gut fühlst, spürst du sie.

Wo spüren Sie sie besonders?

Erstens natürlich auf der Bühne. Aber auch in der Natur. Ich bin jemand, der sehr extrem lebt. Ich brauche im Leben die totale Entspannung, aber genauso brauche ich auch die volle Action. Konträrprogramm ist mir sowieso sehr wichtig. Ich liebe zum Beispiel Städtereisen, war mit Freunden letztens in Hamburg und in Rom. Und ebenso liebe ich die Natur, die Berge.

Wie immer bei Ihrer Musik macht auch «Wohlfühlgarantie» Spass und gute Laune. Sind Sie selbst genauso gut drauf wie Ihre Lieder?

Ja, da herrscht die absolute Symbiose. Ich schreibe Songs und suche Songs aus, die mich positiv stimmen, mir Energie geben und auf der Bühne Spass bringen. Abgerundet wird das Ganze durch seelenstreichelnde Lieder wie «Ich steh zu dir» und jetzt zum ersten Mal auf einem Album auch durch Rock.

In besagter Rocknummer finden Sie auf Ihrer Couch die Haare der Geliebten Ihres Freundes.

Ja. Das sind Dinge, die möchte man nicht erleben, und doch passieren sie. Ganz viele Menschen auf der Welt haben so was schon mal erlebt, ich denke: die meisten sogar. Man ist nicht allein mit seinem Beziehungsmist.

Lehnen Sie Fremdgehen als solches ab?

Menschen, die untreu sind, verurteile ich nicht kategorisch. Es gibt ja auch Paare, die offene ­Beziehungen ausleben. Das muss jeder für sich entscheiden. Nur: Wenn du merkst, eine Beziehung tut dir nicht mehr gut und macht dich nicht mehr glücklich, dann wird es Zeit, deinen eigenen Weg zu gehen.

Wäre eine offene Beziehung auch was für Sie?

Nein! Momentan kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Aber wer weiss, man ändert ja seine Meinung. Und ich sage ­generell «sag niemals nie».

Sie sind bestimmt auch schon mal in einer Liebe betrogen worden. Was ist das Rezept gegen Liebeskummer?

Wenn ich merke, die Wut ist grösser als die Liebe, dann ist für mich Schluss. Dann heisst es: Nach vorne schauen, um wieder glücklich zu werden, auch wenn man in dem Moment natürlich nicht glücklich ist. Ich bin generell ein Stehaufmännchen. Ein neues ­Leben oder einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, macht mir keine Angst.

«Touché» spielt sozusagen etwas später – Sie sehen Ihren Ex-Freund mit seiner neuen Liebe auf der Strasse.

Jeder Mensch, den man geliebt hat, hinterlässt Spuren. Auch wenn eine Beziehung beendet ist,AABB22bleibt irgendwas übrig. Und wenn man sich wiedersieht, kann es trotzdem noch wehtun, selbst wenn man sich freut, dass es zu Ende ist.

Es gibt im Schlager ja ein paar Grundbilder – glücklich ver- liebt, unglücklich verliebt, betrügen, betrogen werden. Ist es ein Reiz, ein paar neue Elemente reinzubringen?

Total. Ich finde es ganz wichtig, den Schlager frisch zu halten. So ein rockiger Song wie «Ich glaube nur noch an mich» sticht schon heraus. Oder ein Stück wie «Sie». Da geht es um die Zeit – das Allerwichtigste im Leben, das wir ­haben. Ich merke an mir selbst, dass man sich mit knapp 30 Gedanken über Dinge macht, mit denen man sich mit 24 noch nicht beschäftigt hat.

Welche sind das?

Dass wir nur eine gewisse, ­ziemlich kurze Zeit auf der Erde haben. Es geht so schnell, und dann ist es vorbei. Umso wichtiger ist, dass wir unser Leben voll auskosten.

Sie werden am 21. Juni 30 Jahre alt. Ein fröhlicher Tag, oder verstecken Sie sich?

Nein, das passt schon. Geburtstage sind mir nicht so megawichtig, ich vergesse auch gerne schon mal welche, inklusive meinen eigenen. Deshalb habe ich meinen Freunden im Sommer schon gesagt, dass ich mein 30. Lebensjahr als solches feiern will und es noch mal krachen lasse. Übers Jahr verteilt haben wir schon mächtig Spass gehabt.

Ist 30 denn ein Einschnitt?

Nein, ich bin da tiefenentspannt. Ich habe so viele Freundinnen aus ganz unterschiedlichen Generationen. Das Alter hat nichts damit zu tun, wie man lebt, denkt und fühlt.

An welchen Club denken Sie beim Song «Im besten Club dieser Stadt»?

Ich sage mal so: Der beste Club ist immer der, wo meine Freunde und ich gerade sind. Wir rocken jeden Laden! Ich tanze wahnsinnig gerne und praktisch zu allen Arten von Musik, Electro, Hip-Hop, auch mal Schlager.

In «Wahrheit oder Pflicht» gehen Sie aus und lernen jemanden näher kennen. Ist ein Aufriss das Ziel einer Partynacht für Sie?

Nein, nein, das ist kein Muss. Es kann aber schon mal passieren, dass der Abend heisser wird als gedacht, in meinem Fall braucht es dafür allerdings so einiges. «Hunde, die bellen, beissen nicht», sagt man ja, und das gilt auch für mich. Im Vordergrund steht der Spass und das Tanzen, nicht das Abschleppen. Und wenn doch, dann muss es auch nicht unbedingt nur für eine Nacht sein. Ich bin nicht so der One-Night-Stand-Typ.

Um wen geht es denn in «Du gibst meinem Leben einen Sinn»? Das Lied hört sich an, als hätten Sie sich verliebt.

Bei dem Song habe ich an meinen Neffen gedacht. Der ist drei und fängt gerade an zu verstehen, dass ich oft im Fernsehen bin und singe.

Ist es Ihnen ganz angenehm, gerade keine feste Beziehung zu haben?

«Verliebt, verlobt, verflixt nochmal» bringt mein Liebesleben auf den Punkt. Viele kriegen mit 30 diese Torschlusspanik, ich überhaupt nicht. Ich liebe die Freiheit, in meinem Beruf unterwegs zu sein ohne schlechtes Gewissen und jemanden, der zu Hause auf mich wartet. Alles hat seine Zeit, und für mich ist jetzt die Zeit, meinem Beruf nachzugehen. Denn wenn ich in einer Beziehung bin und liebe, dann ist der Partner schon mein Ein und Alles, dann will ich nicht immer tagelang weg sein.

Ist Ihre Botschaft: Eine starke Frau braucht keinen Mann?

Nein, «keinen Mann» würde ich nicht sagen. Aber ich möchte nicht nur eine Beziehung, um eine Beziehung zu haben. Die ­Gefühle für den anderen Menschen sollten grösser sein als meine Sehnsucht nach Freiheit.

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