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Der Chor Luzern: Schlanker Klang baut Brücken

Anspruchsvolle Gesänge zum Thema Krieg und Frieden gestaltete Dirigentin Daniela Portmann mit ihrem Chor. Dazu boten Kompositionen von Beatrix Becker mit orientalisch anmutender Klangsprache einen interessanten Kontrast.
Gerda Neunhoeffer
Chorleiterin Daniela Portmann. (Bild: PD)

Chorleiterin Daniela Portmann. (Bild: PD)

Nicht nur das Eröffnungskonzert des Osterfestivals in der Jesuitenkirche war am Samstagabend ausverkauft, auch in der Matthäuskirche gab es kaum leere Plätze beim Konzert zum Thema Krieg und Frieden. Der Chor Luzern baute mit anspruchsvoller Literatur Brücken zwischen Kulturen, und am Ende vereinte sich das ganze Publikum mit dem Chor und der Komponistin und Musikerin Beatrix Becker zu gemeinsamem Klang. Alle summten den gleichen Ton, jeder in seiner Tonlage, dazu improvisierte Becker auf der Klarinette und ging mit dem Chor langsam aus der Kirche. Nach und nach hörten dann auch die Zuhörer auf zu summen – ein intensiver Ausklang nach langanhaltendem Applaus.

Daniela Portmann hatte ihren Chor so gut vorbereitet, dass auch das auswendig auf Lettisch gesungene, vielstimmige «Zwei Tauben fliegen in die Luft» hervorragend gelang. Die wahre ­Geschichte, die von Menschen handelt, die sich jahrelang vor Partisanen in den Wäldern verstecken mussten, ging alleine durch die Musik und die Gestaltung des Chores unter die Haut.

In Benjamin Brittens «Advance Democracy» wurden die Melodielinien, die sich um knappe Staccato-Akkorde ranken, in dichtem Legato ausgesungen. Dann stand ein Teil des Chores für «A Hymn to the Virgin», von Britten mit 16 Jahren komponiert, im Kreis hinter den anderen. So war das lateinische Gebet vom englischen Text räumlich getrennt, fand sich aber in strahlendem Raumklang zusammen.

Den Opfern eines Attentats auf eine Schule gewidmet

James MacMillan hat «A Child’s Prayer» Opfern eines schrecklichen Attentats in einer Primarschule gewidmet. Über leisem, stets wiederholtem vielstimmigem «Welcome» schwangen sich die Sopranstimmen empor. Dichte Reibungen verdeutlichten den Schmerz, bis sich alle Stimmen in mystischer Harmonie vereinten. Wie schlank Portmann den Chorklang hielt, wie rein und klar jede Dissonanz ausgesungen wurde, gab der Musik zusätzliche Kraft.

Dann die Instrumentalstücke von Beatrix Becker: «Musik erreicht Menschen, wo Worte versagen. Sie kann Mauern einreissen und Brücken bauen.» Sie spielte Klavier sowie Klarinetten und entführte mit ihren orientalisch anmutenden Stücken in ferne Welten. Die kurzfristig eingesprungene Cellistin Carola Gloor fand sich perfekt in diese Klangsprache ein, die vertraut und doch neu wirkte, oft wie Improvisation über ein Thema. Die Begleitung zu drei Chorstücken der Berliner Komponistin intensivierte den Chorklang. «Regenbogen» wurde nur auf Tonsilben gesungen, in «Man in the Moon» entfalteten sich die Stimmen mit dem poetischen Text in ruhiger Melodik über dem kraftvollen Tangorhythmus von Klavier und Cello.

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