Luzerner Theater
Saisonstart im Figurentheater: Schweinisches Abenteuer wird am Ende sogar zur Rebellion

Das Figurentheater des Luzerner Theaters eröffnete seine Saison mit «Piggeldy und Frederick». Und mutet den Kids auch Doppelbödiges zu.

Arno Renggli
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Die Schweine machen sich über die Essensvorräte her: Gustavs Schwestern alias Jacqueline Surer (links) und Sibylle Grüter spielen «Piggeldy und Frederick».

Die Schweine machen sich über die Essensvorräte her: Gustavs Schwestern alias Jacqueline Surer (links) und Sibylle Grüter spielen «Piggeldy und Frederick».

Bild: Luzerner Theater

«Piggeldy und Frederick» kennt man aus den Gutenachtgeschichten, die Anfang der 1970er-Jahre von der ARD produziert worden sind, und auch aus Kinderbüchern. Die Storys basieren darauf, dass der kleine Piggeldy seinem grossen Bruder Frederick eine Frage stellt. Etwa: Was ist Liebe? Oder: Was ist Fussball? Und Frederick gibt oft erstaunlich kluge und vor allem kindergerechte Antworten.

Auch im Figurentheater, gespielt von Gustavs Schwestern, geht es um eine solche Frage. Diese zieht weitere nach sich, schliesslich soll ja eine Handlung entstehen, welche die Kinder und Begleitpersonen rund 50 Minuten bei der Stange hält.

Abenteuer mit Risiko und mit unerwarteten Feinden

«Was ist ein Abenteuer?» So lautet die zentrale Frage von Piggeldy. Und Frederick macht ihn mit den Komponenten eines Abenteuers vertraut. Etwa Fernweh als Motivation. Oder ein Risiko, das man dafür eingehen muss. Feinde, denen man dabei begegnen könnte. Und dass es auch etwas «Schwein» braucht, damit das Abenteuer ins Happy End mündet. So bringt Frederick auch den jungen Zuseherinnen und Zusehern bei, was zum Beispiel Risiko bedeutet.

Apropos Feinde: Solche tauchen vermeintlich im Rücken der Figuren auf und entpuppen sich als ihre Spielerinnen. Wie in früheren Produktionen trauen Jacqueline Surer und Sibylle Grüter dem Publikum die Metaebene zu – das Spiel im Spiel. Als Grüter Frederick damit konfrontiert, dass er ja nur eine Puppe sei und genau das mache, was sie wolle, begehren die Schweine auf. Und futtern die ganzen Essensvorräte der Spielerinnen weg. Die wiederum werden zu hungrigen Feinden und wollen den Helden ein heisses Abenteuer im Backofen bescheren.

Kommt es wirklich so weit, dass Piggeldy und Frederick als Mahlzeit enden? Natürlich nicht! Denn Schweineschläue führt zum erwarteten Happy End.

Nächste Aufführungen: Mittwoch, Samstag und Sonntag, je 15 Uhr; www.luzernertheater.ch