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SCHWYZ: Autorin taucht in die Tiefe menschlicher Abgründe ein

Valérie Lehmann ermittelt wieder. Im dritten Schwyzer Krimi von Silvia Götschi muss sie brutale Verbrechen im Muotatal aufklären. Die Autorin will zum Nachdenken anregen – und spricht aus eigener Erfahrung.
Die Autorin Silvia Götschi während des Literaturfests in der Stadtluzerner Kornschütte im März 2017. (Bild: Eveline Beerkircher)

Die Autorin Silvia Götschi während des Literaturfests in der Stadtluzerner Kornschütte im März 2017. (Bild: Eveline Beerkircher)

«Es ist kein Buch für schwache Nerven», sagt Silvia Götschi über ihren neuen Kriminalroman. Tatsächlich sind die Geschehnisse, die Oberleutnant Valérie Lehmann im Buch «Muotathal» aufklären muss, harte Brocken: Es geht um grausame Verbrechen an Kindern mit geistigen Beeinträchtigungen. Gleichzeitig wird die Protagonistin mit ihrer eigenen dunklen Vergangenheit konfrontiert. Die Geschichte beginnt mit einem Unwetter und en­det mit einem Showdown im Hölloch. Zwischendrin führen die Ermittlungen in eine Schönheitsklinik, die ein Berner Arzt im abgelegenen Muotatal eröffnet hat.

Das 320 Seiten lange Buch thematisiert den Wunsch nach Makellosigkeit und den Umgang mit Menschen, die auf ihre eigene Weise anders sind. Das dritte Werk der Autorin mit ihrer Protagonistin Valérie Lehmann ist Drama und Gesellschaftskritik in einem. Es greift Themen wie die Integration von Menschen mit Behinderung und Präimplantationsdiagnostik auf. Gleichzeitig geht es auch um das Verhältnis zu Fremden und den damit verbundenen Vorurteilen.

Bereits der nächste Roman in Planung

Im Buch gerät schnell eine eritreische Familie in Verdacht, etwas mit dem Verschwinden des Kindes zu tun zu haben. Bis ein Mädchen aus deren Reihen ebenfalls vermisst wird – «und das Bild der schuldigen Ausländer plötzlich nicht mehr passt», so Götschi. Die Autorin spielt gerne mit Gegensätzen, möchte immer verschiedene Sichtweisen aufzeigen. Dafür nutzt sie ihre Figuren: Während Valérie Lehmann aufgeschlossen ist gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen und Flüchtlingen, zeigen einige ihrer Kollegen offenkundig Abneigung. Silvia Götschi, die lange im Kanton Schwyz gelebt hat, will die Leser aufrütteln und zum Nachdenken anregen, indem sie Themen behandelt, die ihr am Herzen liegen. Die fünffache Mutter hat selbst einen Sohn mit einer Beeinträchtigung und weiss aus eigener Erfahrung, wie solche Menschen in der Gesellschaft dafür kämpfen müssen, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. «Durch die persönliche Betroffenheit ist es weniger heikel, solche sensiblen Inhalte zu behandeln», sagt sie. In nur vier Monaten hat Götschi den neuen Krimi fertiggestellt. Dabei ging sie wie gewohnt unkonventionell vor: «Ich bin unfähig, ein Exposé zu schreiben», sagt die 59-Jährige und lacht. Vielmehr lasse sie sich beim Schreiben von den Figuren führen. Die Leser erhalten so einen immer tieferen Einblick in die Charaktere und Biografien. Besonders auch ins Leben von Valérie Lehmann: «Viele Frauen sagten mir, dass ihnen Oberleutnant Lehmann unnahbar vorkomme», sagt Götschi. Im neuen Buch würden sie näher erfahren, weshalb dies so ist. Die Autorin arbeitet bereits am nächsten Krimi. Dieser wird in Einsiedeln spielen.

Stephanie Zemp

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Hinweis

Weitere Informationen finden Sie unter: www.silvia-goetschi.com

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