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Hörbar Jazz: Wer Scofield mag, wird sein neues Album lieben

John Scofield bleibt sich auf «Combo 66» treu, während das Quartett VWCR ein Album veröffentlicht, das auch nach mehreren Durchgängen immer wieder von neuem überrascht.
Tom Gsteiger

Scofield bleibt Scofield! Zum Glück!

Im Gegensatz zu Musikerinnen und Musikern in der Pop- und Rockmusik, gibt es im Jazz eine ganze Reihe von Musikern, bei denen man richtig froh ist, dass sie sich nicht ständig neu erfinden. Warum? Einerseits, weil sie per se über ein hohes Mass an Originalität verfügen. Und andererseits, weil sie eine Musizierweise entwickelt haben, die süchtig macht. Man nehme zum ­Beispiel den Gitarristen und Grimassenschneider John Scofield: Obwohl es sich bei ihm um ein Bleichgesicht handelt, verfügt kein anderer Jazzgitarrist über eine derart fabulöse Mischung aus bluesy Bodenständigkeit, groovy Sexyness und atemberaubenden Jazz-Chops wie der 1951 geborene Midwesterner.

Und so lässt sein neues Album in erster Linie deswegen aufhorchen, weil mit Gerald Clayton (Piano, Orgel) und Vincente Archer (Bass) zwei Musiker mitwirken, die neu sind in der Entourage des Gitarristen – dazu kommt mit Bill ­Stewart ein enorm swingender Schlagzeuger, der seit vielen, vielen Jahren kaum je von Scofields Seite zu weichen scheint. Dieses Quartett dreht keine überflüssigen Pirouetten, sondern kommt ohne Umschweife zur Sache. Wer Scofield liebt, wird dieses Album lieben. Und wer Scofield nicht liebt, sollte mal die Spassbremse lösen.

John Scofield: «Combo 66», Verve / Universal

Ein Gipfeltreffen der
Freigeister

Avantgarde-Jazz zeichnet sich leider allzu oft durch ein hohes Mass an verkopfter Abstraktion aus. Dass es auch anders geht (nämlich verspielt, kunterbunt, voller Draufgängertum und ­Drive), beweist ein Quartett, dem die zündenden Ideen erst bei der Suche nach einem Bandnamen ausgegangen sind. Hinter dem Akronym VWCR verbergen sich mit Ken Vandermark (Tenorsax, Klarinette), Nate Wooley (Trompete), Sylvie Courvoisier (Piano) und Tom Rainey (Schlagzeug) vier ausgewiesene Impro-Masterminds, denen es ein Anliegen ist, ihre spontanen Exkurse in spannende formale Abläufe einzubetten. Mit Ausnahme von Raineys haben sich alle Bandmitglieder ungewöhnliche Stücke für das äusserst lustvoll musizierende Quartett ausgedacht. Das Resultat ist ein an Abwechslungsreichtum kaum zu überbietendes Album, das einen auch nach mehreren Durchgängen immer wieder von neuem zu überraschen vermag.

VWCR: «Noise of Our Time», Intakt Records

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