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SEELISBERG: Vom «Ave Maria» bis zum Schlager

Drehorgelspieler aus der ganzen Schweiz geben sich am Wochenende ein Stelldichein. Sie geben nicht nur Platzkonzerte, auch die heilige Messe wird umrahmt.
Am Wochenende steht Seelisberg im Zeichen der Drehorgelspieler aus der ganzen Schweiz. (Bild: Christoph Näpflin)

Am Wochenende steht Seelisberg im Zeichen der Drehorgelspieler aus der ganzen Schweiz. (Bild: Christoph Näpflin)

Christoph Näpflin

Am kommenden Wochenende treffen sich Drehorgelspieler aus der ganzen Schweiz in Seelisberg. Sie spielen an verschiedenen Plätzen im Dorf sowie an der Treib. Am Sonntag begleiten die Drehorgelspieler zudem die heilige Messe in der Pfarrkirche.

Nicht nur für Strassenmusikanten

Die Tradition des Drehorgelspiels ist uralt. Während in verschiedenen Ländern Europas die Drehorgel seit dem 18. Jahrhundert das Instrument der Strassenmusikanten ist, kam es vor allem in Frankreich und England auch als Kirchen- und Saloninstrument zum Einsatz. Die Plüschäffchen auf der Drehorgel erinnern an die Zeit, als viele Spieler von einem Kapuzineräffchen begleitet wurden, welche die Münzen der Umstehenden einzusammeln hatten. Es gab sogar Spieler, welche von Tänzerinnen begleitet wurden oder sogar von einem Tanzbären, um so die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu haben.

Die Drehorgeln unterscheiden sich in Grösse, Form und Ton. Es gibt kaum zwei Orgeln, die gleich aussehen. Am kommenden Wochenende treffen sich in Seelisberg Drehorgelspielerinnen und -spieler in ihren farbenfrohen Kleidern. Sie stammen aus der ganzen Schweiz und erfreuen die Besucher mit ihren unterschiedlichen Instrumenten und Melodien, die sie diesen Raritäten entlocken. Am Samstag, 18. Juli, 10.30 bis 17.30 Uhr, spielen die Teilnehmer an verschiedenen Plätzen im Dorf von Seelisberg sowie an der Treib.

Finale auf dem Bahnhofplatz

Am Sonntag, 19. Juli, begleiten sie zuerst den Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche sowie im Anschluss daran die Autosegnung auf dem Schulhausplatz. Die verschiedenen Drehorgelspieler lassen im Rahmen der Orgelmesse in der Pfarrkirche Melodien wie «Ave Maria», «Von guten Mächten wunderbar geborgen» oder «Amazing Grace» erklingen. Danach sind sie wieder bis um zirka 15 Uhr auf den verschiedenen Plätzen zu hören, bevor sie sich um 16 Uhr zum Finale auf dem Bahnhofplatz versammeln. Gerne erklären die Spielerinnen und Spieler den Besuchern, wie die Instrumente funktionieren und welches die Besonderheiten der einzelnen Orgeln sind. Dem interessierten Publikum wird so für einmal ein Einblick hinter die Kulissen einer jahrhundertealten Kunst gegeben.

Lochbänder machen Musik

Das Innenleben einer Drehorgel hat Ähnlichkeiten mit einer Kirchenorgel. Mit Hilfe einer Kurbel wird der Schöpfbalg betätigt, der für die nötige Luft sorgt, um die Pfeifen zum Klingen zu bringen. Ja nach Orgel werden die bis zu 45 Töne einer Drehorgel von einem Lochband oder einer modernen Speicherkarte angesteuert. So werden die unterschiedlichsten Melodien erzeugt, von Schlagermelodien über Kirchenlieder bis hin zu Volksmusik. Durch das richtige Drehen der Kurbel können die Spielerinnen und Spieler bei der Wiedergabe gewisse Nuancen und spezielle Interpretationen der einzelnen Werke erreichen. Ein Besuch am kommenden Wochenende in Seelisberg anlässlich des Drehorgeltreffens lohnt sich alleweil.

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