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Zum Tod von Bruno Murer:
Sein wacher Blick bleibt uns erhalten

Der Krienser Künstler Bruno Murer ist nach schwerer Krankheit gestorben. Eine kommende Ausstellung im Bellpark hat er noch mit geplant.
Susanne Holz
Murer gewann vor zwei Jahren den Krienser Kulturpreis. Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 11. September 2017)

Murer gewann vor zwei Jahren den Krienser Kulturpreis. Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 11. September 2017)

Über den Maler und Bildhauer Bruno Murer schreibt Urs Bugmann im März 2018 anlässlich dessen Ausstellung «7 Tage – 7 Jahre» in der Kunsthalle Luzern: «Was Bruno Murer aufs Papier bringt, bleibt in Bewegung. Da ist nichts Erstarrtes, da ist Werden und Vergehen, mit dem es sich auseinanderzusetzen gilt.»

Vergangenen Samstag wurde Bruno Murer im Alter von ­ 70 Jahren von einer schweren Krankheit erlöst – doch seine Kunst lebt weiter und bleibt in Bewegung. Noch bevor der Künstler von seiner Erkrankung erfuhr, hatte er zusammen mit dem Museum im Bellpark in Kriens eine Einzelausstellung geplant. Nach dem Erhalt der tragischen Diagnose traf er gemeinsam mit dem Museum eine erste Auswahl seiner Werke für die Ausstellung.

Unter dem Titel «Bruno Murer – In Augenblicken» wird diese nun von Ende November bis Mitte Februar an einen Künstler aus der Region erinnern, den stets die Frage nach dem Sehen und der menschlichen Wahrnehmung der Dinge beschäftigt hat. «Was ist zu sehen? Was heisst Sehen überhaupt? Diese Fragen bewegen den Künstler Bruno Murer seit je in seinem Schaffen», so formuliert es Urs Bugmann in seiner Rezension zur Ausstellung in der Kunsthalle.

Bruno Murer erblickte 1949 in Beckenried in Nidwalden das Licht der Welt. Auf die Schulbildung in Luzern folgte die Ausbildung zum Vermessungsingenieur. Das Vermessen von Welt und Wirklichkeit – Bruno Murer übte dies im technischen wie im künstlerischen Sinn aus. In jungen Jahren als Raumplaner tätig, lebte und arbeitete Bruno Murer später als freischaffender Künstler in Kriens und Alpnach-Dorf. An der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich erhielt er sein Zeichenlehrerdiplom.

«Meine Motivation ist die Neugier auf die Welt»

Bruno Murer malte, zeichnete, er fertigte Objekte und Holzschnitte. Legendär sind auch seine «Feldbücher»: Zunächst waren dies kleine Notizbücher, in denen der Künstler über die Jahre hinweg seine Beobachtungen bezüglich seiner Umwelt aufzeichnete. Später waren es grossformatige Arbeitsbücher.

Im Atelier in Kriens klebte er in diese Skizzen von unterwegs, notierte Gedankengänge oder «fügte auch einmal die Reproduktion eines Gemäldes ein», so Urs Bugmann in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 15. Juli 2009, anlässlich der Ausstellung der «Feldbücher» an der ETH Zürich. Bugmann beschreibt hier Murers Schaffen als eines, «das Auskunft darüber sucht, wie der Mensch sich in seiner Welt verortet». Als Bruno Murer 2017 den Kulturpreis der Gemeinde Kriens erhält – sein erster Preis ist 1986 der Anerkennungspreis der Stadt Luzern –, sagt der Preisgekrönte in unserer Zeitung: «Meine Motivation ist die Neugier auf die Welt, in der wir leben.»

Im Museum im Bellpark Kriens können die Besucher über die Jahreswende hinweg ihre Neugier auf einen Künstler mit einem zeitlebens sehr wachen Blick stillen. Gezeigt werden Malereien Bruno Murers aus seinen verschiedenen Schaffensphasen. Die Ausstellung wird ­zudem ergänzt durch ein neues Buch, das der Künstler noch vor seinem Tod fertigstellte und das einen breiten Einblick in sein zeichnerisches Werk bietet.

Die Ausstellung «Bruno Murer – In Augenblicken» zeigt das Museum im Bellpark Kriens vom ­ 30. November 2019 bis zum ­ 16. Februar 2020. Ausstellungs- und Buchvernissage ist am ­ 29. November. www.bellpark.ch

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