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Klub der jungen Dichter:
«Call me Birdy»

Selina Pamuk aus Beckenried erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie ein Tagebuch zu ungeahnten Verwicklungen führt.
Selina Pamuk

«Liebes Tagebuch, mein Name ist Birdy, und ich werde dir erzählen, was heute Schreckliches passiert ist. Was ich gesehen habe, kann ich nicht glauben! Ich sah, wie mein Vater in einem fremden Auto eine andere Frau küsste. Ich rannte weinend ins Haus, die Treppen hoch und schloss mich dann in mein Zimmer ein. Als mein Vater ins Haus kam, tat ich so, als würde ich von nichts wissen. Wie sollte ich es bloss meiner Mutter erzählen, was, wenn ...»

Selina Pamuk, Beckenried, 2. Oberstufe

Selina Pamuk, Beckenried, 2. Oberstufe

«Toby», rief seine Mutter launisch, «es gibt Essen.» Toby kletterte von seinem Baumhaus hinunter und rannte zum Gartentisch. «Was hast du da eben gelesen?», fragte sie. «Ach, nur so ein Buch, das ich in der Schule gefunden habe.» Nach dem Mittag, als Toby im Schulbus sass, dachte er darüber nach, wie es wäre, wenn seine Eltern sich trennen würden. Ein komischer Gedanke. Er fühlte sich schlecht, wenn er darüber nachdachte, dass er ein Tagebuch von einem Mädchen aus seiner Schule las. Obwohl, dass sie in seine Schule ging, vermutete er nur. Denn den Namen Birdy hatte er noch nie zuvor gehört. In der Pause sass Toby, wie immer, allein auf der gelben Bank neben dem Basketballkorb. Er hatte nur wenige Freunde, daher wusste er nicht, mit wem er über das gefundene Tagebuch reden sollte. Apropos, da ihm eh langweilig war, nahm er es hervor, schlug irgendeine Seite auf und fing an zu lesen.

«Wie konnte ich nur? Wie konnte ich so blöd sein, mich in den Schulcomputer einzuloggen, um meine Zeugnisse zu fälschen? Toby stoppte. Sollte er wirklich weiterlesen? Es schien ihm ziemlich falsch. Schliesslich könnte diese Birdy von der Schule fliegen, wenn irgendjemand was davon mitkriegen würde. Egal, dachte er sich und las weiter. Ich musste es tun. Es wäre schrecklich gewesen, wenn ich die Klasse hätte wiederholen müssen! Es war nur zu meinem Besten. Und zum Besten meiner Eltern. Als wäre die Scheidung nicht schon genug für sie. Die scheint ja ziemlich viele Probleme zu haben, dachte er sich.»

Ein paar Tage später sass Toby in seinem Zimmer auf dem Boden. Vor ihm Birdys Tagebuch. Er las, seitdem er es gefunden hatte, jeden Tag darin. Er hatte vor, es ihr zurückzubringen, doch er wusste nicht, wer sie war. Und es einfach wieder zurückzulegen, dort wo er es gefunden hatte? Nein, das konnte er ihr nicht antun. Es wäre schrecklich, wenn noch jemand über die Dinge, die in Birdys Tagebuch standen, Bescheid wüsste. Denn es war noch viel mehr als das Fremdgehen ihres Vaters oder das Fälschen ihrer Zeugnisse. Es kamen noch schlimmere Sachen, viele Lästereien, Betrug und sogar Drogen dazu. Toby konnte nicht verstehen, wie jemand so doof sein konnte, solche Dinge in ein Buch zu schreiben. Er hatte auch kein Mitleid mehr, denn Birdy war selber schuld. Sie schrieb alles über ihre Vergangenheit in dieses Tagebuch, und für Toby war klar, dass diese sie einholen würde. Er las noch die letzte Seite, um dann endlich damit abzuschliessen. Danach würde er das Buch verbrennen.

«Liebes Tagebuch, ich weiss, dass die Dinge, die ich getan habe, nicht korrekt waren. Ich schäme mich dafür, aber ich stehe trotzdem dazu. Ich möchte mich hiermit bei allen entschuldigen, denen ich weh getan habe. Es tut mir von ganzem Herzen leid! Birdy.»

Toby legte das Buch zur Seite und ging in die Schule. Er sass in der Kantine, ganz allein an einem Tisch. Da setzte sich plötzlich ein Mädchen zu ihm. Sie war sehr hübsch, wie Toby fand. «Hey, ich bin Toby», sagte er. Sie antwortete lässig: «Hi, ich bin Bethany, aber du, du kannst mich Birdy nennen!»

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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