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Interview

Sängerin Regula Mühlemann: «Selten so viel Freude gehabt»

In der neusten Opernproduktion des Luzerner Theaters, Gounods «Roméo et Juliette», verkörpert Regula Mühlemann die Juliette. Die Luzerner Sopranistin äussert sich vor der Premiere zu ihren Erfahrungen und Plänen.
Stefan Degen
Regula Mühlemann, fotografiert im Foyer des Luzerner Theaters. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 26. Oktober 2018)

Regula Mühlemann, fotografiert im Foyer des Luzerner Theaters. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 26. Oktober 2018)

Die Sopranistin Regula Mühlemann singt am Luzerner Theater ihre erste grosse französische Partie – die Juliette in der romantischen Oper «Roméo et Juliette» von Charles Gounod, uraufgeführt 1867 in Paris. Für die sympathische 32-jährige Sängerin aus Adligenswil ist das Rollendebüt ein Heimspiel, ist sie doch in den Anfängen ihrer Karriere mehrmals im Luzerner Theater aufgetreten. Seither hat sie an vielen der wichtigsten Opern- und Konzerthäuser gesungen, so unter anderen in Wien, Venedig, Genf, Paris, Berlin, Baden-Baden und an den Salzburger Festspielen.

Regula Mühlemann, wie ist es zu dem Engagement für «Roméo et Juliette» in Luzern gekommen?

Bei der Taufe meiner ersten CD in der «Box» des Luzerner Theaters ist gemeinsam mit Intendant Benedikt von Peter die Idee aufgekommen, einmal für eine Produktion zusammenzuarbeiten. Es reizte mich, etwas Neues auszuprobieren. Es ist schön, wenn man das quasi daheim machen kann. Stimmlich ist diese neue grosse Rolle in französischer Sprache eine Herausforderung für mich. Mit dem grossen romantischen Orchester verlangt sie der Stimme viel ab.

Wie fühlen Sie sich in der Inszenierung des französischen Regisseurs Vincent Huguet?

Ich habe selten so viel Freude ­gehabt an einer Produktion! ­Huguet will echtes Theater. Auch ich suche in jeder Produktion nach Ehrlichkeit in der Rolle. Der Regisseur zeigt den Konflikt zwischen den Generationen auf. Die beiden Liebenden wollen gänzlich ausbrechen aus ihren Strukturen. Es ist ein Riesenkonflikt für die Jungen. Sie sind die Generation, die alles hinterfragt. Ich bin am glücklichsten, wenn ich meine Rolle echt verkaufen kann, so dass es glaubwürdig ist. Bei dieser Produktion passt einfach alles zusammen. Es ist ein toller Cast, ich bin mega begeistert. Dies ist meine beste Regieerfahrung bisher!

Welche Rollen haben Sie bei Ihren früheren Auftritten in Luzern gesungen?

In der Spielzeit 2010/2011 habe ich 35-mal die Papagena in Mozarts «Zauberflöte» gesungen. Zudem die Barbarina in «Le nozze di Figaro» und weitere Rollen, verteilt über mehrere Spielzeiten.

Sie waren nie festes Mitglied in einem Ensemble, sondern seit Beginn Ihrer Karriere freischaffend tätig. Weshalb?

Ja, ich war immer Freelancer. Ich will meine eigenen Entscheidungen treffen. Ich habe viel Glück gehabt bei meinem Start und konnte schon früh an grossen Häusern singen.

Wie teilen Sie heute Ihre Termine zwischen Oper und Konzert auf?

Ich habe zu Beginn viel Oper gesungen und dann gemerkt, dass dies nicht kompatibel ist mit meinem Privatleben. Drei Jahre lang habe ich nur Konzerte gemacht. Jetzt habe ich eine super Balance. Ich mache in vier bis fünf Opernproduktionen pro Jahr mit, der Rest sind Konzerte und Liederabende. Wenn ich viele Konzerte gemacht habe, freue ich mich wieder auf die Oper.

Welche neuen Opern-Rollen stehen an?

Da ist vor allem die Pamina in der «Zauberflöte», die jetzt kommt. Die Adele in der «Fledermaus» studiere ich ebenfalls ein.

Reizt Sie auch das Belcanto-Repertoire?

Ich werde oft auf das Thema Rossini angesprochen, das wäre etwas. Jetzt ist aber vor allem auch die richtige Zeit für Mozart-Rollen. Adina, Gilda und Norina sind die nächsten Partien, die ich mir aneignen könnte im Belcantofach. Aber ich muss vorsichtig sein mit diesen etwas gewichtigeren Partien. Vor allem muss nicht alles gleichzeitig sein. Ich lasse es auf mich zukommen. Diese Rollen laufen mir ja nicht davon.

Konsultieren Sie noch regelmässig Ihre Lehrerin Barbara Locher an der Hochschule Luzern-Musik?

Ja, sie hat mit mir die ganze Partie der Juliette vorbereitet. Es gibt immer wieder gesangstechnische Details, die einem erst beim Singen einer neuen Rolle bewusst werden.

Wie charakterisieren Sie Ihre Stimme?

Ich bin ein lyrischer Koloratursopran. Die Stimme wird wohl noch lyrischer. Ich lasse es ruhig angehen und geniesse diese Rollen, die ich jetzt singe.

Welches sind Ihre Sänger­vorbilder?

Ich habe für jedes Fach meine Idole: Im lyrischen Fach sind es Edith Mathis und Kiri Te Kanawa, für die Koloraturen Edita Gruberova und in der Sparte Lied Barbara Bonney und Elly Ameling.

Sie haben vor gut drei Wochen den Opus Klassik als Nachwuchssängerin in der Sparte Gesang gewonnen für Ihre CD «Cleopatra». Was bedeutet Ihnen dieser Preis?

Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut! Das Album war viel Arbeit und der Preis eine Genugtuung.

In Baden-Baden haben Sie oft mit dem mexikanischen Tenor und Regisseur Rolando Villazón zusammengearbeitet. Wie haben Sie dies erlebt?

Ich habe ein freundschaftliches Verhältnis zu Rolando Villazón, ich schätze ihn in vielerlei Hinsicht. Er bemüht sich sehr um den Sängernachwuchs. Auf der Bühne war er mir immer ein grosses Vorbild. Er gibt sich den Rollen, die er auf der Bühne interpretiert, bedingungslos hin.

Sie haben Ihren Wohnsitz in Luzern?

Ja, ich liebe diese Stadt. Ausserdem ist Luzern als Ausgangspunkt für das Reisen ideal.

Wie finden Sie den Ausgleich zwischen Beruf und Privat­leben?

Es gibt immer wieder neue Herausforderungen im Job. Privat braucht man ein Umfeld mit viel Verständnis. Im Gegenzug muss man seine Dankbarkeit zeigen, indem man sich Zeit nimmt. Die Balance zu erreichen ist nicht ganz einfach. Ich muss ständig daran arbeiten, aber es gelingt mir bisher ganz gut.

Premiere von «Roméo et Juliette» am Freitag, 2. November, 19.30 Uhr, im Luzerner Theater. Anschliessend Premierenfeier im Foyer. Weitere 14 Vorstellungen bis am 26. Dezember 2018.

www.luzernertheater.ch

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