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SEMPACH: Fröhliche Feier – trauriger Anlass

Gestern fand die Gedenkfeier zur Schlacht von Sempach statt. Der Sieg der Eidgenossen stand dabei aber nicht im Vordergrund.
Bei schönstem Wetter wurde in Sempach gefeiert. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Bei schönstem Wetter wurde in Sempach gefeiert. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Manuela Liem

Dieses Wochenende fühlte man sich in Sempach um einige Jahrhunderte zurückversetzt. Wie jedes Jahr wurde am Sonntag die Gedenkfeier zur Schlacht von Sempach von 1386 abgehalten. Diese startete bereits um 8.30 Uhr. Frauen und Mädchen in mittelalterlichen Kleidern verteilten «Morgenbrot-Säckli» im Städtli an die Besucher.

Impressionen beim Einzug durch das Städtchen und in die Kirche. D (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Impressionen beim Einzug durch das Städtchen und in die Kirche. D (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Impressionen beim Einzug durch das Städtchen und in die Kirche. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Auf dem Bild zu sehen ist von links: Nationalrat Gerhard Pfister und Regierungsratspräsident des Kantons Luzern, Reto Wyss mit Weibelin beim Einzug durch das Städtli. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Auf dem Bild zu sehen ist Felix Gmür, Bischof von Basel beim Einzug durch das Städtli. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Impressionen während der Gedenkfeier in der Kirche. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Impressionen beim Auszug aus der Kirche. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Theaterauftakt im Städtli Sempach. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Impressionen nach den offiziellen Feierlichkeiten. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Impressionen beim Einzug durch das Städtchen und in die Kirche. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Impressionen beim Einzug durch das Städtchen und in die Kirche. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Felix Gmür, Bischof von Basel bei der Festpredigt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Theaterauftakt im Städtli Sempach. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
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Schlachtfeier in Sempach

In der ganzen Stadt Sempach waren Menschen mit farbigen, mittelalterlichen Gewänden zu sehen, die mit der Sonne um die Wette strahlten. Fast könnte man sich im Mittelalter wähnen, wenn da nur nicht die Smartphones und Lautsprecher wären.

Über Freiheit und Grausamkeit

Um 9.20 Uhr ging die Feier mit der Begrüssungsrede von Stadtpräsident Franz Schwegler offiziell los. Er begrüsste die Gäste aus Politik, Kirche und Militär. Auch Gäste aus dem Gastkanton Uri und der Gastgemeinde Sursee, welche unter anderem von Schulkindern vertreten waren. Diese begrüsste Schwegler mit den Worten «Die Surseer Schulkinder erleben heute eine Geschichtslektion vor Ort.»

Nach dem festlichen Einzug eröffnet Pfarreileiter Bernhard Stadler den ökumenischen Gottesdienst in der gut gefüllten Kirche. Dort hielt danach Felix Gmür, Bischof von Basel, die Festpredigt. Er selbst ist halber Surseer und sprach vor allem über Freiheit und wie man sie erlangt. Dazu zitierte er die schweizerische Bundesverfassung: «Frei ist nur, wer seine Freiheit gebraucht.»

Gmür predigt auswendig

Seine Predigt hielt er wie immer auswendig. Im anschliessenden Gespräch erklärt er, wie er das schafft: «Es ist wichtig, dass man weiss, was man sagen will, dann findet man die Worte.» Er sagt auch, weshalb an einem solchen Anlass, von dem man meinen könnte, es ginge vor allem um die Schlacht, ein Vertreter der Kirche anwesend ist: «Es ist kein Kriegsanlass, es ist eine Jahrzeitfeier, bei der wir sowohl den Schweizern als auch den Habsburger Gefallenen gedenken.»

Nach einem musikalischen Zwischenspiel kam auch Regierungspräsident Reto Wyss zu Wort. Auch er stellte die grossen menschlichen Verluste einer solchen Schlacht ins Zentrum seiner Rede.

Zum Schluss richtete auch der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister als Festredner ein Wort an die Bevölkerung. Weshalb gerade er – ein Zuger – eingeladen wurde, wisse er auch nicht, sagt er in seinem mit Witz bepackten Auftakt. Inhaltlich ging er jedoch auf die Grausamkeit einer Schlacht mit vielen Toten, wie sie damals in Sempach stattgefunden hat, ein. Dazu sagt er, dass «man nicht 700 Jahre zurückgehen muss, denn das gleiche passiert noch heute». In diesem Zusammenhang ging er auch auf die Flüchtlingsthematik ein.

Alte Bekannte treffen

«Der Besuch des Bischofs und das Wetter sind wohl dafür verantwortlich, dass mehr Besucher gekommen sind, als wir erwartet haben», sagte OK-Mitglied Benedikt Felder. Die Organisatoren zählten über das Wochenende rund 6000 Besucher. Die Sempacher kommen zum Teil zurück, auch wenn sie inzwischen anderswo wohnen, wie zum Beispiel Sylvina Kämpf (24), die in Horw wohnt und trotzdem gerne für die Gedenkfeier nach Sempach zurückkommt, um alte Bekannte zu treffen. «Zudem gefällt mir die Atmosphäre», ergänzt sie. Auch Sandra Lütolf (47) sagt: «Der Anlass ist für viele ein Heimkommen.» Sie selbst wohnt aber direkt neben dem Geschehen im Städtli.

Dies zeigte sich nach dem Auszug kurz vor Mittag aus der Kirche, als viele Leute noch zum Volksapéro dablieben, um sich zu unterhalten. Der Apéro war einfach gehalten: Brot und Käse und Getränke, passend zum Motto Mittelalter. Nur die Apfelschorle war wohl nicht ganz so mittelalterlich.

Mittelalter am See

Zeitgemäss waren dafür einige der Gäste, die sich dem Thema entsprechend kleideten. Eine von ihnen war Antoinette Imhof (60), die seit 30 Jahren in Sempach lebt und dank der Begeisterung ihres Sohnes für das Mittelalter vor Jahren ein mittelalterliches Kleid gekauft hat. «So ist man passend angezogen, und es ist nicht zu heiss», sagt sie.

Neben der Gedenkfeier im Städtli fand am See auch das Mittelalterfest statt. Dieses begann schon am Samstag und dauerte noch bis gestern Nachmittag. Dort konnten sich die Besucher ein Bild machen, wie es im Mittelalter ungefähr ausgesehen hat, zum Beispiel mit der Nachstellung einer mittelalterlichen Küche oder einem Ritterheerlager. Auch für Unterhaltung war gesorgt: Beilwerfen, Bogenschiessen, Karussell und vieles mehr.

Mittelalterlich angezogen waren auch die Schauspieler, die auf dem Brunnen vor dem Rathaus eine kurze Szene vortrugen. Unter anderem beklagte sich darin Winkelried, der legendäre Held der Schlacht von Sempach. Auf einem Bild, das an der Menschenmenge vorbeigetragen wurde, waren nur drei Speere dargestellt, mit denen Winkelried aufgespiesst wurde. «Es waren viel mehr», sagte der Schauspieler, der Winkelried darstellte. Mit diesem Theaterauftakt wurde den Besuchern noch mal in Erinnerung gerufen, was damals genau passierte – oder zumindest passiert sein soll.

Die Festreden von Gerhard Pfister und Reto Wyss finde Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bonus

Mehr Bilder Gedenkfeier in Sempach finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

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