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Sie wollen doch nur wie die Jungs

Die Fussball-WM neigt sich ihrem Ende zu. Leider hilft die Komödie «Comme des garçons» über die Anfänge des Frauenfussballs in Frankreich nicht aus dem Nach-Fussball-Loch.
Regina Grüter
Leibchenpräsentation: Coach Coutard (Max Boublil, links) mit seiner Nummer 10, Emmanuelle (Vanessa Guide). (Bild: Praesens Film)

Leibchenpräsentation: Coach Coutard (Max Boublil, links) mit seiner Nummer 10, Emmanuelle (Vanessa Guide). (Bild: Praesens Film)

Wir schreiben das Jahr 1969, und der 30-jährige Sportjournalist Paul Coutard wurde gerade dazu verknurrt, das Redaktionsfest zu organisieren, weil er dem Vereinspräsidenten des FC Reims zu heftig an den Karren gefahren war. Dieser Coutard ist ein arroganter und eitler Heisssporn, der nur ein Auge hat für die schönen Frauen. Aber Frauen, die Fussball spielen, das könnte doch noch amüsant sein, denkt er sich. Das gibt schön was zu lachen für die Redaktoren. An die Seite gestellt bekommt er die strenge Sekretärin Emmanuelle Bruno. Und die hegt eine geheime Begeisterung für Fussball. Der Spielfilm «Comme des garçons», der heute in den Kinos anläuft, erzählt die Geschichte der ersten Frauenfussballmannschaft von Frankreich äusserst frei nach.

Zu viele Klischees im Film

Wir schreiben das Jahr 2018, und am Sonntag wird dann schon wieder Schluss sein mit Kicken. Nur zu gern hätte also die ziemlich fussballbegeisterte Filmredaktorin eine Lanze gebrochen für einen Film, der den Frauenfussball zum Thema hat – zumal Frankreich heuer zum zweiten Mal den Titel holen könnte.

Nun ist aber «Comme des garçons» leider eine ganz schön doofe Komödie, eine romantische noch dazu. Na, wer verliebt sich ineinander? Macho Coutard wandelt sich in Superschnelle zum selbstlosen Kämpfer um eine Lizenz für «seine» Mädchen und findet dabei die Liebe. Doch doch, wenn Emmanuelle die Brille abnimmt, ist sie ganz hübsch. Und Fussball spielen kann sie erst! Da rennen die «filles de Reims» die Junioren gleich beim ersten Training über den Haufen.

«Bend It Like Beckham» machte es besser

Die Fussballsequenzen im Film? Da ist die Kamera mehrheitlich auf die Beine gerichtet, weil Fussball spielen können die Schauspielerinnen ja nicht wirklich. Und wichtiger als sportliches Können sind in der strammen Komödie dann doch die unterschiedlichen Charaktere. Da sind zum Beispiel die vierschrötige Pöstlerin, die gelangweilte Hausfrau oder die burschikose Bauerstochter – sie alle bekommen kaum mehr als zwei Sätze Dialog. Und natürlich die schöne Blonde, die nichts mit dem Ball am Fuss anfangen kann, aber für den Plot enorm wichtig ist. Finden doch in der romantischen Komödie die zwei, die sich am Schluss in den Armen liegen, immer erst über Umwege zueinander. «Bend It Like Beckham» ist ähnlich gestrickt, die Multikultikomödie überzeugt aber mit britischem Humor.

Spielfilme über Frauen und Fussball gibt es aber auch wenige. Wirklich gut ist «Offside» von Jafar Panahi. Darin geht es um fussballverrückte weibliche Fans, die aber nicht ins Stadion dürfen – man sah sie jubeln an der Fussball-WM, die Iranerinnen. Denn ja, Frauen teilen mit den Männern nicht nur die Begeisterung für Fussball, sie verstehen auch die Regeln. War das Offside? Foul inner- oder ausserhalb vom Sechzehner? Wieder eine Schwalbe von Neymar? Da können wir durchaus mitreden.

Keine Frage, Frauen können Fussball spielen

Fazit: Da gehen doch die Fussballinteressierten lieber mal an einen Frauenmatch, anstatt sich, wenn überhaupt, nur die Frauenfussball-WM im Fernsehen anzuschauen – nächstes Jahr ist es wieder so weit. Denn dass Frauen auch Fussball spielen können, steht ausser Frage. Die männlichen Redaktionskollegen finden Frauenfussball durchaus attraktiv, wenn es auch an Intensität fehle. Eine Nati-A-Frauenmannschaft habe gegen eine B-Junioren-Truppe keine Chance, weiss einer aus zweiter Hand. Hier meldet die Autorin, die hobbymässig auch gern selber Fussball spielt, starke Zweifel an.

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