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Am Zurich Film Festival wollen alle das Goldene Auge

Ab heute Abend strahlt Zürich wieder im Glanz der Stars. Was dabei immer ­ ein bisschen unterzugehen droht, sind die eigentlichen Wettbewerbe ums Goldene Auge und die Nebenreihen.
Regina Grüter
«Monsters And Men».
«Indivisibili».
«False Confessions». (Bild: Bilder: ZFF)
«Welcome To Sodom».
«Picnic At Hanging Rock».
«Subito – das Sofortbild».
6 Bilder

Sie wollen ein Goldenes Auge

Das Zurich Film Festival (ZFF) lebt von seinen Galapremieren. Neben Judi Dench, Donald Sutherland und Viggo Mortensen marschiert mit Johnny Depp nun doch noch ein Big Star vor dem Kino Corso auf. Die grossen Filme indes kriegt Zürich nicht, die laufen in Cannes und Venedig im Wettbewerb – und am ZFF als Galapremiere wie Alfonso Cuaróns Netflix-Film «Roma», Gewinner des Goldenen Löwen, aber auch der mit der Goldenen Palme ausgezeichnete «Shoplifters» von Hirokazu Kore-eda. Mit «A Star Is Born», «First Man» oder «Werk ohne Autor» präsentiert Zürich die grossen Herbstfilme und Oscar-Anwärter.

Doch das junge Festival hat aus der Not eine Tugend gemacht und den Zugang zu den drei Wettbewerben auf erste, zweite und dritte Regiearbeiten beschränkt. Neben Geld winkt den Gewinnern eine Distributionsförderung; das heisst, es wird dafür gesorgt, dass die mit einem Goldenen Auge dotierten Filme auch ins Kino kommen. Folgend eine Auswahl aus den drei Wettbewerben und drei Nebenreihen, geleitet von persönlichen Interessen und dem Anspruch an thematische Vielfalt.

Wettbewerb ­ Internationaler Spielfilm

«Monsters And Men», das Regiedebüt von Reinaldo Marcus Green, erzählt von Polizeigewalt aus afroamerikanischer Perspektive: Ein junger Familienvater filmt mit dem Handy, wie ein Schwarzer von einem weissen Polizisten erschossen wird. Soll er das Video veröffentlichen? Das Drama ist mit Anthony Ramos (Mars Blackmon in Spike Lees Netflix-Serie «Nola Darling») und John David Washington prominent besetzt und gewann am Sundance Filmfestival den Spezialpreis der Jury. Eine weitere Empfehlung für das diesjährige Zürcher Filmfestival: «Wildlife», das Ehedrama und Regiedebüt von US-Schauspieler Paul Dano mit Carey Mulligan und Jake Gyllenhaal in den Haupt­rollen.

Dokumentarfilm – ­Internationaler Wettbewerb

Mit «Subito – Das Sofortbild» buhlt ein Schweizer Beitrag um das Goldene Auge. «Kurzfilm-Magier» Peter Volkart («Terra incognita») beleuchtet in seinem ersten langen Film auf verspielte und witzige Weise die 70-jährige Geschichte der Polaroid-Foto­grafie.

Weitere Empfehlungen: Im kontemplativen «Tanzania Transit» präsentieren sich die Menschen und ihre Begegnungen in einem überfüllten Zug als Abbild der Gesellschaft; in «The Raft» vereinigen sich die Leute wieder vor der Kamera, die 1973 zu einem verrückten Gruppenexperiment in See stachen; «The Red Soul» ergründet das verklärte Stalin-Bild in der russischen Gesellschaft.

Wettbewerb Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich

Wie erleben sie den Höhepunkt? Die weibliche Sexualität steht im Fokus des Schweizer Dokumentarfilms «La petite mort». Offene Erfahrungsberichte und eine expressionistische Bildsprache. Weiter: «Welcome To Sodom» gibt in gewaltigen Bildern Einblick in eine unfassbare Lebensrealität. 6000 Menschen leben und arbeiten auf der grössten Elektromülldeponie der Welt nahe der Stadt Accra in Ghana.

Serien, Italien ­ und «Border Lines»

Erstmals konkurrieren auch Serien um ein Goldenes Auge, wovon man gratis einen flüchtigen Blick erhaschen kann. Man zahlt nur für die erste Episode von «Picnic At Hanging Rock» mit Natalie Dormer (Margaery Tyrell aus «Game Of Thrones»). Sie stellt die Mystery-Miniserie persönlich vor (5.10.).

Krisen haben immer auch etwas Positives. Die Reihe «Neue Welt Sicht» zeigt junges Kino aus Italien, das sich mit den Befindlichkeiten in der Heimat auseinandersetzt. In «Indivisibili» geht es deshalb nicht nur um singende siamesische Zwillinge, sondern auch darum, wie sie für fremde Zwecke ausgenutzt werden. Bald im Kino: «Loro», «Lazzaro felice» und «Dogman».

«Border Lines» zeigt mit Amnesty International Filme über private Freiheitsberaubung («A Woman Captured»), Widrigkeiten im US-Rechtssystem («False Confessions») oder die vernachlässigte Jugend in französischen Banlieues («Latifa, le cœur au combat»).

14. Zurich Film Festival, 27. September bis 7. Oktober. Weitere Informationen und Tickets auf www.zff.com.

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