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Klub der jungen Dichter:
Alles oder nichts

Sinah Heinl aus Sisikon erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie weit die Liebe in Extremsituationen gehen kann.
Sinah Heinl

Ich beobachtete, wie mein tiefrotes Blut auf den dreckigen Boden der Schultoilette tropfte. Ich, Park Jimin, hatte mich dazu entschieden, alles zu beenden. Tränen liefen über meine Wangen, und ein verzweifelter Schluchzer verliess meine trockene Kehle.

Sinah Heinl, Sisikon, 3. Oberstufe

Sinah Heinl, Sisikon, 3. Oberstufe

Wenn ihr euch jetzt fragt, warum sich ein 17-jähriger Schüler in der Schule umbringen will, dann versetzt euch mal in meine Lage. Ich bin seit Jahren in meinen besten Freund, Yoongi, verliebt, meine Eltern akzeptieren nicht, dass ich schwul bin, und haben mich deshalb geschlagen, und ich litt an Bulimie, sprich Mager-/Brechsucht. Also, wenn ich etwas ass, reagierte mein Körper darauf, und ich kotzte das Essen wieder aus. «Jimin, bist du hier?», riss mich Yoongis raue, besorgte Stimme aus meinen Gedanken. Schnell schlug ich mir die Hand auf den Mund, um kein Geräusch von mir zu geben, doch musste ich durch die Schmerzen laut aufzischen. «Jimin, mach die Tür auf!», schrie Yoongi panisch und rüttelte an der Tür.

Mir blieb nichts anderes übrig, also schloss ich meinem besten Freund die Tür auf. Seine Augen trafen auf meine, dann glitt sein Blick weiter auf meinen linken Arm, und seine Augen weiteten sich panisch und geschockt zugleich. Er griff nach der blutverschmierten Klinge, die ich noch immer in meiner rechten Hand hielt, und schmiss sie in den Müll. Anschliessend packte er mich an den Schultern und zog mich aus der Toilettenkabine. Er presste frisches Toilettenpapier auf meine Wunden und zog mich hinter sich her. Nach einigen Minuten, in denen ich ihm schweigend hinterherlief, öffnete er die Tür zum Krankenzimmer, schob mich hinein und schloss die Tür wieder hinter sich. Die Krankenschwester, welche normalerweise anwesend war, war zu meinem Glück nicht da. Yoongi begann vorsichtig, meine Wunden zu versorgen.

Er war so zärtlich, mir liefen wieder Tränen über meine Wangen. Yoongi nahm mich plötzlich in den Arm und streichelte mir sanft über meinen Rücken. «Das kann so nicht weitergehen, Jimin. Du brauchst dringend professionelle Hilfe», sprach er sanft. «Ich will dich nicht verlieren, ich liebe dich doch», hängte er mit weinerlicher Stimme an. Ich riss nur meine Augen auf. Yoongi, mein bester Freund, hatte mir seine Liebe gestanden. Aus heiterem Himmel zog ich ihn zu mir und küsste ihn leidenschaftlich. Der Kuss löste in mir ein Feuer aus, welches nicht zu bändigen war. Das Feuer konnte mich wärmen, doch auch verbrennen, sowie seine Liebe. Würde ich ihn verlieren, so würde ich mich selbst verlieren.

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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