Sinfonieball im Schweizerhof: Im Walzertakt unterwegs für junge Talente

Beim 2. Gübelin Luzerner Sinfonieball kommt eine schöne Summe für den Nachwuchs zusammen. Anteil daran hat auch eine Starköchin.

Susanne Holz
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Sehr stimmungsvoll: Der Walzertanz mit Orchester im Bringolfsaal des Hotel Schweizerhof. (Bild: Gübelin Luzerner Sinfonieball, 30. November 2019)

Sehr stimmungsvoll: Der Walzertanz mit Orchester im Bringolfsaal des Hotel Schweizerhof. (Bild: Gübelin Luzerner Sinfonieball, 30. November 2019)

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Jetzt hätte er fast geweint, meint Moderator Nik Hartmann in der Mitte dieses glanzvollen Abends im Hotel Schweizerhof, Luzern. Was den beliebten Moderator gerade so berührt hat, im Rahmen des 2. Gübelin Luzerner Sinfonieballs, war das virtuose Spiel der 16-jährigen Ausnahmegeigerin Maria Duenas. 2021 wird die junge Spanierin zusammen mit dem Luzerner Sinfonieorchester im KKL auftreten, doch jetzt begeisterte sie zunächst einmal die Gäste während des Galadinners im Zeugheersaal: Das technisch hoch anspruchsvolle Capriccio Nr. 5 von Niccolo Paganini spielt sie von der ersten Sekunde an mit Leidenschaft und einer riesigen musikalischen Präsenz.

Man versteht in diesem Moment nur zu gut, was Numa Bischof Ullmann, Intendant des Luzerner Sinfonieorchesters, zu Beginn dieses Abends mit Galadinner und Walzertanz meinte, als er im kurzen Interview sagte: «Die Ausstrahlung grosser Künstler versetzt uns in einen Zustand hoher Energie.»

«Wir haben die Pflicht, den Nachwuchs zu fördern»

Als Intendant des Traditionsorchesters, das sich seit Jahren auf Erfolgskurs befindet, weiss er natürlich auch, was es benötigt, um grosse, charismatische Musikerinnen und Musiker hervorzubringen, nämlich Förderung: «Es braucht Mittel, Instrumente, Obhut und Wissen.» Und genau um diese Förderung von Jugend und Nachwuchs geht es auch bei der zweiten Ausgabe des Gübelin Luzerner Sinfonieballs.

Dinierte und tanzte man im vergangenen Jahr im Luzerner Saal des KKL, so befindet man sich diesmal im stimmungsvollen Ambiente von Zeugheersaal und Bringolfsaal des Hotels Schweizerhof. Ein schöner Kontrast, wobei beide Standorte ihren Reiz haben: Der Luzerner Saal punktet mit viel Platz fürs Orchester und den Tanz, der «Schweizerhof» wiederum mit Atmosphäre.

Dass es mit dem edlen Benefizformat in den nächsten Jahren weitergehen wird, steht schon zu Beginn des Samstagabends fest: «Wir sind völlig ausverkauft bei diesem zweiten Ball», sagt Numa Bischof, «die Nachfrage war riesig.» Der Intendant sieht darin auch einen Ausdruck für die Begeisterung der Bevölkerung für die Institution des Luzerner Sinfonieorchesters. «Und weil wir als Institution gefördert werden, haben wir als Orchester auch die Pflicht, den Nachwuchs zu fördern.»

Tanz bis zwei Uhr nachts, zuletzt auch barfuss

Raphael Gübelin, Präsident des Hauses Gübelin findet seinerseits: «Das Luzerner Sinfonieorchester ist ein Juwel in der Welt der klassischen Musik. Mit unserem Engagement möchten wir dazu beitragen, die Jugendförderung des ältesten Sinfonie­orchesters nachhaltig zu unterstützen.»

Am Ende des Abends sieht das Ergebnis der Unterstützung so prachtvoll aus wie die opulente Blumendeko auf den Tischen: Über 72000 Franken kommen zusammen über Spenden, Losverkauf und eine stille Auktion. Allein der Kochworkshop mit der Köchin des Jahres, Tanja Grandits, ist einem anonymen Bieter gut 12000 Franken wert. Die schon zweifache Köchin des Jahres hat die Ballgäste als Chef de Cuisine kulinarisch zum Träumen gebracht. Weiter geträumt wird beim Tanz bis zwei Uhr nachts – zuletzt auch barfuss.