So planen die Luzerner Häuser Schüür, Südpol und Sedel die nächsten Wochen

Nach den Ankündigungen weiterer Lockerungsschritte durch den Bundesrat wollen auch Luzerner Konzerthäuser ihr Programm wieder hochfahren. Und das teilweise durch den Sommer hindurch.

Stefan Welzel
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Marco Liembd, Leiter der Schüür, möchte ab dem 6. Juni wieder Konzerte im Schüürgarten veranstalten.

Marco Liembd, Leiter der Schüür, möchte ab dem 6. Juni wieder Konzerte im Schüürgarten veranstalten.

Eveline Beerkircher / Luzerner Zeitung (Luzern, 10. Oktober 2017)

Neben grossen Konzerthäusern mit ausreichend Bestuhlungsmöglichkeiten, Theatern und Kinos können auch kleinere sowie mittelgrosse Veranstaltungsorte ab dem 6. Juni wieder bis zu 300 Gäste empfangen. Der Bundesrat appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Organisatoren und verweist auf die verschiedenen Schutzkonzepte der Branchenverbände. Dürfen wir uns nun wieder auf kleinere Konzerte und sogar Partys freuen?

Der Schweizerische Bühnenverband hatte in seinem Schutzkonzept für solche Fälle unter anderem Bodenmarkierungen vorgeschlagen. Doch der Bundesrat hat gestern eingestehen müssen, dass hier die Abstandsregeln eher schwierig einzuhalten und zu kontrollieren seien. Weswegen vor allem Listen zur Rückverfolgbarkeit der Schlüssel für Veranstaltungen in nicht-bestuhlten Räumen sein werden. Doch auch hier bleiben in den nächsten Tagen und bis zu ersten konkret umsetzbaren Vorschlägen und Verordnungen viele Fragen offen. Wir haben bei den Verantwortlichen in den Kulturhäusern Schüür, Südpol und Sedel nachgefragt, wie sie die nächsten Wochen planen.

Schüür mit Konzerten im Garten

Schüür-Geschäftsleiter Marco Liembd stellt bereits für den 6. Juni ein erstes Konzert in Aussicht. «Wie stets in der Vergangenheit werden wir zur Sommerzeit unseren Garten nutzen und dort Konzerte veranstalten», so Liembd. Als ersten Act präsentiert er den Obwaldner Singer-Songwriter El Ritschi (Jolly and the Flytrap). Man halte sich dabei in erster Linie an das Schutzkonzept der Gastronomie und achte mit den Tischen und der Bestuhlung auf die Abstandsregeln. Sollten diese aufgrund einer hohen Anzahl an Besuchern nicht eingehalten werden können, würde man zwecks Rückverfolgbarkeit Präsenzlisten erstellen, so Liembd weiter. Darüber hinaus werde man sich mit den bestehenden Schutzkonzepten der Veranstaltungsbranche auseinandersetzen und abklären, ob zu einem späteren Zeitpunkt auch im Konzertsaal wieder Gigs möglich sind. «Wir nehmen es Schritt für Schritt», so Liembd.

Südpol richtet den Fokus auf die nächste Spielzeit

Marc Rambold, Betriebsleiter im Südpol, zeigt sich überrascht von der Tragweite der neuen Lockerungen und freut sich über «das positive Signal» des Bundesrats. Trotzdem werde im Südpol bis zur Sommerpause Ende Juni nicht mehr viel möglich sein, so Rambold. «Für uns ist die Spielzeit gelaufen. Wir richten unseren Fokus daher auf die nächste Spielzeit ab September.» Eventuell werde man für den Saisonabschluss noch etwas Kleines planen. Auch punkto Partys werde man die Machbarkeit in Einklang mit den Schutzkonzepten prüfen. «Doch vieles ist noch unklar, und da die Sperrstunde um Mitternacht bleibt, dürfte das Organisieren von Clubnächten eher schwierig sein», so Rambold. Die Südpol-Crew wird nächste Woche über weitere Schritte informieren.

Im Sedel spielen die zahlreichen Hausbands

Keine Sommerpause plant Boris Rossi vom Musikzentrum Sedel. Praktisch, wenn man so viele Bands gleich bei sich im Haus hat: «Ab dem 6. Juni geht es vor allem mit Sedel-Bands weiter», verrät Rossi. Die Schutzkonzepte «werden natürlich umgesetzt und bei Bedarf setzen wir auf Listen für die Rückverfolgbarkeit».