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Klub der jungen Dichter:
Liebstes Tagebuch

Sofia Corradini aus Schüpfheim erzählt im "Klub der jungen Dichter", wie eine böse Überraschung sich zum Guten wendet.
Sofia Corradini

18. September: Gestern hat mir Mama versprochen, dass wir zusammen in die Ferien gehen, und ich darf aussuchen, wo wir hingehen. Ich habe mich für die Insel Wangerooge entschieden. Das ist nicht zu teuer. Ich weiss ja, dass Mama als Coiffeuse nicht so viel Geld verdient. Besonders freue ich mich auf den Strand. Doch erst in einem ganzen Jahr können wir in die Ferien, denn es muss ja Sommer sein und Mama muss noch etwas sparen. Bis dann muss ich noch Geduld haben.

Sofia Corradini, Schüpfheim, 6. Primar.

Sofia Corradini, Schüpfheim, 6. Primar.

2. Oktober: Meine Freundinnen waren neidisch, als ich ihnen heute Morgen den Prospekt von Wangerooge gezeigt habe, den mir Mama gebracht hatte. Nur Olivia, meine beste Freundin, freut sich mit mir. Die Klassenzicke Jenny behauptete, dass meine Woche in Wangerooge gar nichts wäre, im Gegensatz zu ihren Ferien. Sie gibt die ganze Zeit damit an, dass sie mit ihren Eltern für einen ganzen Monat in das teuerste Fünfsternehotel in Singapur fliegen wird. Olivia tut mir irgendwie leid. Denn sie hat mir erzählt, dass sie nicht in die Ferien fahren kann, stattdessen muss sie ihrem Vater auf dem Bauernhof helfen. Vielleicht kann ich Mama ja überreden, dass Olivia mitkommen kann?

24. Oktober: Olivia darf nicht mitkommen. Aber das hätte ich mir ja denken können. «Wir haben nicht im Lotto gewonnen», hat Mama gesagt. Dafür darf Olivia heute Abend zu mir kommen, um Hotels in Wangerooge zu googeln. Mama geht nämlich wieder mit ihrem neuen Freund Fabio aus. Er lädt Mama ins Kino ein, wo sie einen Liebesfilm schauen. Nachher gehen sie zum Chinesen essen. Darum bin ich froh, dass ich nicht mitgehen muss. Aber eigentlich mag ich es nicht, wenn Mama mit einem Fremden ausgeht, auch wenn Papa schon seit zwei Jahren tot ist. Olivia darf bei mir im Zimmer übernachten. Aber nur, weil Fabio bei uns schläft. Oh, es hat geläutet! Ich muss jetzt fertig machen mit Schreiben. Oder doch nicht. Es war nicht Olivia, sondern Fabio. Er hat sich meine vollgeschminkte Mama geschnappt und ist mit ihr rausgegangen. Und weg sind sie. Ich glaube, ich mach jetzt doch Schluss, weil Olivia jede Sekunde kommen kann.

7. Dezember: Meine Wunschliste für Weihnachten ist fertig: Ich habe mir einen blauen Koffer gewünscht. Ich habe mir extra nichts anderes gewünscht, ausser dass die Ferien im Sommer ganz toll werden. Kann man eigentlich nichts gegen meine Ungeduld tun?

19. Januar: Weil ich das Gefühl hatte, dass Mama immer dicker wird, und zwar, weil sie immer öfter mit Fabio essen geht, habe ich ihr auch gesagt und ihr angeboten, mal zusammen zu joggen. Doch das Angebot hat sie abgelehnt. Dann rückte sie mit der furchtbaren Wahrheit heraus: «Ich bin schwanger. Du kriegst ein Geschwisterchen.» Anstatt mich zu freuen, rannte ich in mein Zimmer und knallte hinter mir die Tür zu. Jetzt sitze ich schluchzend hier und mache meinen Tagebucheintrag. Ich will keine kleine Schwester und keinen kleinen Bruder, und schon gar nicht von diesem Vollidiot Fabio!

22. Juli: Sorry, dass ich so lange keinen Eintrag mehr gemacht habe. Es ist viel passiert. Aber jetzt ist wieder alles gut: Jenny ist in den Urlaub in ihr Schickimicki-Hotel gereist. Das ist gut, denn so haben wir Ruhe von ihr. Heute habe ich eine kleine Schwester bekommen und habe mich mit Fabio befreundet. Mein neuer Stiefvater, meine Mama, meine süsse kleine Schwester und ich haben abgemacht, dass wir in einem Jahr für einen ganzen Monat auf die Insel Wangerooge fahren. Für meine Schwester und natürlich immer noch für die Wangerooge-Ferien bin ich voll Feuer und Flamme!

Entscheidet mit, welche Geschichte den Spezialpreis gewinnt

Nicht weniger als 5123 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2018 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Feuer und Flamme» sowie ein Textanfang. Wir publizieren die Texte in der Print- sowie in der Onlineausgabe unserer Zeitung. Neu ist, dass ihr, liebe Leserinnen und Leser, mitvoten können. Wir vergeben nämlich einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat euch also ein Text gefallen, könnt ihr ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen.

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