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Sonderausstellung im Kunstmuseum Luzern: William Turner hat das Zeug zum Überflieger

Speziell die Briten lockt der Meister der Landschaftsmalerei, des Lichts und der Bewegung nach Luzern. Doch die Aquarelle und Gemälde Turners erfreuen generell.
Susanne Holz
Marianna Iozzino und Alessandro Mazzoni studierten Kunst in Mailand und sind wegen Turner nach Luzern gekommen. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 7. August 2019)

Marianna Iozzino und Alessandro Mazzoni studierten Kunst in Mailand und sind wegen Turner nach Luzern gekommen. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 7. August 2019)

Joseph Mallord William Turner, 1775 in London geboren, war nicht nur ein Meister der Landschaftsmalerei, sondern auch einer Meister der Dynamik. Alles scheint auf seinen Bildern in Bewegung zu sein: das Meer, das Wetter, der Nebel über den Bergen, ja selbst das Licht, das bei Turner so viele Stimmungen beschreibt.

Kein Wunder, ist auch der Besucherstrom, den das Kunstmuseum Luzern seit Beginn der aktuellen Sonderausstellung «Turner. Das Meer und die Alpen» und somit seit dem 5. Juli verzeichnet, von viel Dynamik geprägt: Laut Fanni Fetzer, Direktorin des Kunstmuseums, locken die 70 Aquarelle und 30 Ölgemälde Turners besonders viele Briten nach Luzern. Fetzer sagt: «Für die Briten ist Turner immer noch ein Nationalheld. Seine Gemälde nun am Entstehungsort sehen zu können, ist für die Ausstellungsbesucher aus Grossbritannien etwas sehr Tolles. Diese Menschen reisen Turner quasi nach.»

Laut Fetzer versteht sich das Kunstmuseum auch als touristische Infrastruktur: «So versuchen wir im Sommer Ausstellungen zu bieten, die sowohl sinnlich als auch intellektuell anregend sind.» Turner, der grosse Künstler präziser Stimmungen, ziehe Laien, Schüler, Studenten, Kunstkenner als auch Touristen per se an.

Zehnmal so teuer wie andere Ausstellungen

Zu den Kunstkennern unter den Besuchern zählen am Mittwoch um die Mittagszeit auch Marianna Iozzino (31) aus Varese und Alessandro Mazzoni (32) aus Mendrisio. Beide studierten Kunst an der Academy of Fine Arts of Brera in Mailand. Heute sind sie als Künstler, Restauratorin und Textildesigner tätig. Turner führt sie nach Luzern: «Er ist ein Meister in Farbe und Öl. Wir lieben seine Malerei, seine Abstraktion – er ist sehr zeitgemäss.»

In einem ersten Resümee schätzen Fanni Fetzer und Laura Breitschmid, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, dass die aktuelle Turner-Ausstellung zum 200-Jahr-Jubiläum der Kunstgesellschaft Luzern die bestbesuchte Ausstellung des Museums werden könnte, seit im Sommer 1995 Andy Warhol gezeigt wurde: «Andy Warhol. Paintings 1960–1986». Das ist gut, denn laut Fetzer kostet die Turner-Ausstellung das Museum zehnmal so viel wie andere Ausstellungen es tun. Dafür beläuft sich der volle Eintritt auf 25 statt 15 Franken, bietet aber einen Audioguide in vier Sprachen und täglich um 17 Uhr eine öffentliche Führung – beides komme sehr gut an.

Was den geplanten Kauf des Turner-Aquarells «The Rigi, Lake Lucerne, Sunset» betrifft (wir berichteten am Dienstag im Region-Teil), so habe man bereits ein paar mündliche Zusagen interessierter Sponsoren für grössere Beiträge erhalten. Wie Fetzer und Breitschmid weiter mitteilen, beläuft sich das jährliche Ankaufsbudget des Kunstmuseums Luzern auf 50000 Franken. Das Kunstmuseum werde in der Sammlungstätigkeit von der Stiftung Best, weiteren Stiftungen und privaten Leihgaben unterstützt: «Diese Partner sind für das Kunstmuseum Luzern enorm wichtig.»

Hodlers «Holzfäller» war einst ein Schnäppchen

Und was waren in der Vergangenheit die teuersten Neuzugänge? Laura Breitschmid: «Der Wert von Zugängen in die Sammlung lässt sich aus verschiedenen Gründen nicht einfach der Höhe nach auflisten: Einerseits sind Werke wie zum Beispiel Ferdinand Hodlers «Holzfäller» für einen heute sehr kleinen Betrag angekauft worden, zählen aber heute zu den teuersten Werken in unserer Sammlung. Zudem sind die Besitzverhältnisse der Werke in unserer Sammlung unterschiedlich. Einige der heute sehr teuren Werke mit Versicherungswerten über einer Million Schweizer Franken kamen als Schenkungen in unsere Sammlung oder sind uns in Form von Depositum und Leihgabe anvertraut worden.»

Hinweis

«Turner. Das Meer und die Alpen» im Kunstmuseum Luzern noch bis 13. Oktober 2019. Link zur Website mit Einführung: www.turner2019.ch

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