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SOUL: «Ich bin ein Kontrollfreak»

Soulsänger Seven ist seit letztem Jahr auch in Deutschland eine grosse Nummer. Was die Fantastischen Vier damit zu tun haben und warum er sein neues Album noch aufwendiger produziert hat, erzählt er im Interview.
Stefan Künzli
Verbrachte für sein neues Album 127 Tage im Studio: Seven. (Bild: Sony)

Verbrachte für sein neues Album 127 Tage im Studio: Seven. (Bild: Sony)

Interview: Stefan Künzli

Seven, Sie sind zurzeit viel in Deutschland unterwegs, spielen in grossen Hallen. Welche Rolle haben die Fanta 4 und Xavier Naidoo gespielt?

Eine sehr grosse. Zuerst waren es Fanta 4, dann Xavier. Plötzlich wa­ren da zwei Saurier der Musikszene, die mich unterstützten. Zwei Mentoren und Botschafter, die für sich in Anspruch nahmen, mich entdeckt zu haben. Komfortabler geht’s nicht. Das hat mir gegenüber den Leuten eine Glaubwürdigkeit verschafft, die unbezahlbar ist. Es war eine riesige Welle, die uns da plötzlich erfasst hat. Dabei hat sich alles ohne äusseren Druck eines Plattenlabels, ergeben. Keine gekaufte Kampagne, nichts. Da waren einfach Musiker, die sich gefunden haben.

Der Erfolg in Deutschland kam nach fünf Jahren. Hat es auch Momente gegeben, wo Sie gezweifelt haben?

Ich zweifle jeden Tag, aber verzweifle nicht. Ich zweifle nicht an meiner Musik, vielmehr frage ich mich: Machen wir wirklich genug? Aber das Wort «Aufgeben» gibt es in meinem Wortschatz sowieso nicht. In der Schweiz hat es fast doppelt so lang gedauert, bis der Durchbruch kam. Wenn der Erfolg in Deutschland nach fünf Jahren nicht gekommen wäre, hätte ich einfach einen neuen Fünf-Jahres-Plan aufgestellt.

Sie sind ein Perfektionist. Beim letzten Album waren Sie 100 Tage im Studio. Wie viel waren es jetzt fürs neue Album?

Noch mehr, es waren 127 Studiotage. Wir haben enorm viel Zeit und Energie in das Album gesteckt. Ich gehe immer mit vollem Risiko.

Auf «4COLORS» haben Sie einige Gäste, darunter Kool Savas, Thomas D von den Fanta eingeladen. Haben Sie immer noch Kontakt?

Vor allem zu Thomas D und den Fantas. Da ist wirklich eine Freundschaft entstanden.

Sie sind ein Kontrollfreak, haben auch bei Ihrer Musik immer alle Fäden in der Hand. Waren Sie auch schon mal sturzbetrunken?

Puh … (überlegt) schon sehr sehr lange nicht mehr. Ich trinke generell selten Alkohol. Aber es kann schon vorkommen, dass ich etwas über den Durst trinke. Aber sturzbetrunken? Vielleicht mal als Teenie. Ja, ich geb’s zu. Ich bin ein Kontrollfreak, also mag ich es erst recht nicht, die Kontrolle über mich zu verlieren.

Wie hat sich Ihr Privatleben seit dem Erfolg in Deutschland verändert?

Ich und meine Familie wohnen immer noch in derselben Wohnung an derselben Strasse in Luzern. Wenn ich morgens bei unserem Bäcker die Gipfeli hole, ist das die normalste Sache der Welt. Jan Dettwyler sorgt dort für kein Aufsehen. So ist das in der Schweiz.

Aber Ihre ökonomische Situation hat sich doch sicher markant verbessert?

Ich habe immer noch nur ein Auto, kaufe nicht plötzlich mehr Schuhe als vorher. Mein Leben ist gleich geblieben. Es stimmt, ich verdiene heute mehr als auch schon, aber ich investiere auch mehr. Wir haben zum Beispiel die Probenzeit verdoppelt, mehr in das Album und den Content investiert, wir nehmen zwei Leute mehr mit auf Tour. Ich finde, es ist der falsche Moment, um auszuruhen.

Wie hat sich Ihr Familien­leben verändert?

Wenn immer es geht, nehme ich meine Familie mit auf Tour. Mein Sohn ist jetzt sieben Jahre alt und geht inzwischen zur Schule. Das wird immer schwieriger. Aber den Papi-Tag hab ich immer noch. Wenn ich schon Kinder habe, dann will ich auch etwas von ihnen haben. Auf Tour vermisse ich meinen Sohn und ­meine Frau sehr. Aber wenn ich zu Hause bin, dann bin ich zu Hause. Wir gehen abends nie aus, stattdessen sprechen wir über den Tag oder ich lese meinem Sohn aus Harry Potter vor.

Wie geht es weiter? Wie sieht der nächste Fünf-Jahres-Plan von Seven aus?

Die nächsten Ziele sind Holland, Frankreich und Japan, weil diese Märkte eine grosse Affinität zu dieser Musik haben. Dazu kommt noch mein Traum von Amerika. Ich glaube, meine aktuelle Band muss sich dort ebenfalls nicht verstecken und hoffe, dass wir irgendwann in der Zukunft pro Jahr fünf bis sechs Konzerte in den USA spielen können. Ich weiss, das ist irrsinnig, aber so schnell gebe ich meinen amerikanischen Traum nicht auf. Aufgeben ist nicht mein Ding.

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