Pop-Rock-Band Frameless: Spielerisch die Rahmen sprengen

Die Luzerner von Frameless peilen mit ihrem neuen Songmaterial mehr Tiefgang an.

Stefan Welzel
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Frameless machen variantenreichen Pop-Rock.

Frameless machen variantenreichen Pop-Rock.

Bild: PD

Der Name scheint bei dieser Band explizit Programm zu sein. Frameless ist der englische Ausdruck für «rahmenlos»; und die Pop-Rock-Combo bleibt mit ihrem Sound tatsächlich nicht starr in gängigen Stilklischees verhaftet. Selina Jäger (Gesang), Alessandra Murer (Keyboards), Jan Bachmann (Schlagzeug), Andreas Bühlmann (Bass) und Nico Stettler (Gitarre) haben schon bei ihrem Débutalbum «As One» von 2017 angedeutet, dass man ihnen mit allzu klaren Zuteilungen kaum gerecht wird.

Die fünf Luzerner Pop-Rocker bringen seit Anfang dieses Monats häppchenweise ihr neues Material über digitale Kanäle auf den Markt. Den Auftakt der kleinen, fünfteiligen Reihe machte Frameless mit der Single «Wrong Way», die man sich seit vergangenem Freitag an­hören kann (unter anderem auf Spotify und mx3).

Wie die Band betont, wolle man mit der neuen Produktion der Musik «mehr Tiefgang und den eigenen Touch geben». Und in der Tat lösen Jäger und ihre Mitstreiter in «Wrong Way» dieses Versprechen ein. Zumindest im Vergleich zu den Stücken auf «As One», denen man anmerkte, dass die fünf jungen Musiker noch etwas mit dem Aufsetzen eines ganz eigenen, prägnanten Stempels ringen. Letzteres ist jedoch umso elementarer, will man in einem derart breit beackerten Feld wie demjenigen des Pop-Rocks seine Spuren hinterlassen.

Von Synthiepop bis zu Ausflügen in den Ska

Frameless machen Musik, die den geneigten Zuhörern ein Sammelsurium aus klassischem Pop, souligen Vocals, funkigem Bass-Spiel und einem Hauch Rock präsentiert. Gerade das Gitarrenspiel von Stettler setzt sich leichtfüssig über die sanften Songwogen, die von der kräftigen, prägnanten Stimme der Leadsängerin Jäger getragen werden. Das ist alles in sich stimmig, Frameless wagt aber – zumindest in ihrem Débutalbum – kaum den Schritt ins Experimentelle oder Aussergewöhnliche.

Das versucht die Band in ihrem aktuellen Stück auszumerzen. Und das gelingt. «Wrong Way» versprüht eine besondere Synthiepop-Note, die von für die Band ungewöhnlich harten Gitarrenriffs begleitet wird. Dabei vergessen die Luzerner ihre kleinen, aber feinen Funk-Anleihen keineswegs, sie fransen phasenweise sogar in den Ska aus. Freunde des variantenreichen Pop-Rocks dürften deshalb gespannt sein, was Frameless mit den weiteren vier angekündigten Songs in petto hat.