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SPRUNGFEDER: Dank Sprungfeder ins Studio und an Festivals

Am 2. Dezember wird entschieden, welche Band aus der Zentralschweiz die Sprungfeder 2017 gewinnt. Der Nachwuchswettbewerb für Bands wurde 1998 gegründet. Dieses Jahr waren erstmals weniger Teilnehmer zu verzeichnen.
Die Sprungfeder - der Zentralschweizer Band-Nachwuchswettbewerb (Bild: PD)

Die Sprungfeder - der Zentralschweizer Band-Nachwuchswettbewerb (Bild: PD)

«Ich bin überzeugt, dass viele Bands froh um die Unterstützung sind, wie sie die Sprungfeder bietet», sagt Projektleiter Marquito Müller. Er hat den Band-Nachwuchswettbewerb, der nächstes Jahr 20 Jahre alt wird, vor drei Jahren übernommen und auf neue Beine gestellt. «Die Sprungfeder bietet den Bands die Möglichkeit, nicht mehr immer nur vor den gleichen 20 Freunden zu spielen, sondern in einem professionellen Konzertumfeld mit allem Drum und Dran aufzutreten.»

Die Siegerband kann für einen Betrag von 6000 Franken drei Songs im Soundfarm-Studio aufnehmen, inklusive Mixing und Mastering. Zudem erhält sie einen Auftritt in der Schüür, kann am Glücklich-Open-Air, am Rock-the-Docks-Festival in Zug und ab 2018 erstmals auch am Luzerner Fest spielen. Die zweitplatzierte Band bekommt die Gelegenheit, einen Song zu produzieren (2500 Franken), und die Band Nummer drei erhält einen Gutschein von 1000 Franken, um ihr Equipment aufzurüsten.

Jury und Publikumsvoting

Trotzdem ist die Sprungfeder dieses Jahr auf weniger Interesse gestossen als in den Jahren zuvor. Von den 25 möglichen Plätzen konnten nur 12 vergeben werden. Statt fünf gab es nur vier Vorrunden, dementsprechend werden sich im Finale lediglich vier Bands messen (siehe Box). Dafür sind sie bestens aufgestellt. Marquito: «Die Durchmischung ist gut. Stilistisch geht es von Alternative-Indie-Rock über Metal bis Hip-Hop und Funk/Groove. Jede Band hat in den jeweiligen Bereichen ihre Qualitäten. Der Ausgang ist sehr offen.»

Eine fünfköpfige Fachjury, in der Exponenten verschiedener Musikbereiche sitzen (Produktion, Veranstalter, Medien), wird am Samstagabend in der Schüür genau hinhören und hinschauen, wenn die vier Finalisten performen. Bewertet werden Musikalität (Fertigkeiten/Technik), Songwriting, Bühnenpräsenz, Zusammenspiel der Musiker, Originalität und Eigenständigkeit sowie mögliche Zukunftschancen. Die Stimmkraft der Jury liegt im Finale bei 75 Prozent. Die andern 25 Prozent entfallen auf das Publikum, das ebenfalls für seine Lieblinge voten kann.

Warum es dieses Jahr weniger Teilnehmende sind, darüber lässt sich nur mutmassen. An zu wenig Information kann es nicht liegen. Die Anmeldefrist ist lang und wird weitherum bekanntgemacht. Die Gründe sind vielschichtig, wie Marquito Müller jeweils von den Bands zu hören bekommt. «Jemand verabschiedet sich für ein Auslandsjahr, ein anderer ist weggezogen oder macht eine Weiterbildung, die ihn zeitlich beansprucht. Oder man streitet sich über die musikalische Richtung, hat keinen Bock mehr, löst sich auf.»

Wichtiger Anlass für die Szene

Marquito kennt auch Bands, die sich eine Teilnahme an der Sprungfeder nicht zutrauen. Man habe zu wenig geübt, heisst es dann, oder man sei noch nicht so weit. «Mindestens zehn Bands sagten mir letztes Jahr, sie würden 2017 auf jeden Fall dabei sein. Von diesen hat sich eine einzige angemeldet.» Es ist auch heute noch ein grosser Schritt, den Bandraum zu verlassen und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eventuell ist aber auch der Drang, eine Band zu gründen, nicht mehr so ausgeprägt, weil andere Interessen überhandnehmen. «Der Aufwand ist gross, der Ertrag sehr klein, und es muss sehr viel Zeit investiert werden», weiss Marquito. Die Bereitschaft, zumindest für eine gewisse Zeit konsequent auf die Musik zu setzen, sei vermutlich kleiner geworden. «Für viele ist es wahrscheinlich wichtiger geworden, eine gute Ausbildung zu haben und von Anfang an Geld zu verdienen.»

Es gibt ohnehin nur sehr wenige Bands, die über lange Jahre zusammenbleiben. Auch viele Siegerbands von früheren Sprungfeder-Anlässen existieren nicht mehr. Frenetic Silence, die den Wettbewerb 2001 gewannen, lösten sich schon kurz danach auf. «Für uns war es nur schon ein Ding, plötzlich vor so vielen Leuten zu spielen und dann ins Studio zu gehen», erinnert sich deren ehemaliger Gitarrist Christian Winiker. «Aber wir wussten dann doch nicht, wie es mit uns weitergehen sollte.»

Trotzdem sei die Sprungfeder für die Bands und für die Szene ein wichtiger Anlass, sagt Winiker. «Man hängt mit andern Musikern im Backstage-Bereich herum und hört, wie andere Bands spielen und was sie umtreibt.» All das sei nicht zu unterschätzen. Man lerne Leute kennen und werde vielleicht ein Teil der Szene, statt nur immer wohl­behütet in der eigenen Blase zu schlummern.

Verein Glücklich-Events

2015 wurde die Sprungfeder organisatorisch in den Verein Glücklich-Events integriert. Der Verein veranstaltet unter anderem jeden September das Glücklich-Festival. «Zwischen den beiden Anlässen ergeben sich gute Synergien», so Müller. Daneben führt er seine eigene Musikagentur Marquito Music und ist auch Partner von Tourbomusic.

Dem Sprungfeder-Projektleiter liegt die Nachwuchsförderung am Herzen. «Meine Motivation ist, dass ich junge Bands entdecken und mithelfen kann, sie zu fördern. Wenn eine Band mal einen gewissen Erfolg erzielt und wir sagen können, dass die Sprungfeder ein Sprungbrett dafür war, würde mich das sehr glücklich machen.»

Pirmin Bossart

Hinweis: Samstag, 2. Dezember, 21.00 Konzerthaus Schüür, Luzern, ­ www.sprungfeder.li, ­ www.facebook.com/v4sprungfeder

Das sind die vier Finalisten

Von den zwölf Bands aus der Zentralschweiz haben sich vier für das Finale qualifiziert. Stilistisch decken sie ein breites Spektrum ab.

Down Side Up (SZ):

Mit dem neuen Frontmann Quentin steuert das Quartett eine explosive Mischung aus Funk, Rock und Hip-Hop an. Die Posaune verbündet sich mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, um gemeinsam den Groove zu verbreiten.

Acheronian Scar (LU):

Death-Metal-Band aus Luzern. Ihr Markenzeichen sind schnelle Double-Bass Runs und harte Gitarrenriffs, kombiniert mit harmonischen Orchester-Sections.

Lawrence Helle & His Funeral and Wedding Orkestar (LU):

Diese Band stellt als Profil lediglich einen Instagram-Link zur Verfügung. Danach müssen wir davon ausgehen, dass ihr Sound etwas mit Hirtenhemd-Volksmusik-Brissago-Alkoholismus zu tun haben muss.

Cabinets (NW):

Das Quintett aus Nidwalden und Luzern hat auch einen Trompeter in den Reihen und ist von Bands wie The Smiths, Blur, Arctic Monkeys, Biffy Clyro, Radiohead, The Strokes oder Pixies beeinflusst.

pb

Frenetic Silence gewannen die Sprungfeder im Jahr 2001. Gitarrist Christian Winiker erinnert sich. (Bild: PD)

Frenetic Silence gewannen die Sprungfeder im Jahr 2001. Gitarrist Christian Winiker erinnert sich. (Bild: PD)

Cabinets (NW) (Bild: PD)

Cabinets (NW) (Bild: PD)

Lawrence Helle & His Funeral and Wedding Orkestar (LU): (Bild: PD)

Lawrence Helle & His Funeral and Wedding Orkestar (LU): (Bild: PD)

Down Side Up (SZ) (Bild: PD)

Down Side Up (SZ) (Bild: PD)

Acheronian Scar (LU) (Bild: PD)

Acheronian Scar (LU) (Bild: PD)

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