SRF trennt sich von Kilchsperger

Beim «Donnschtig-Jass» endet die Ära Roman Kilchsperger. Das Schweizer Fernsehen hat die Trennung beschlossen. Kilchsperger hätte gern weitergemacht.

Philipp Zimmermann
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Aus und vorbei: Roman Kilchspergers Ära beim SRF endet. (Bild: Oscar Alessio/SRF)

Aus und vorbei: Roman Kilchspergers Ära beim SRF endet. (Bild: Oscar Alessio/SRF)

Acht Sommer lang moderierte Roman Kilchsperger den «Donnschtig-Jass». Nun erhält die Kultsendung einen neuen Moderator. «Ich habe meinen Badge abgegeben und die Entscheidung akzeptiert», sagt er dem «Blick». «Schade, dass alles so gekommen ist.» Mehr wollte der 48-jährige Kilchsperger nicht zum Thema sagen. «Es war eine geile Zeit!», schreibt er noch auf Twitter.

Der Zürcher hat sein Aus Anfang dieser Woche bei einem Gespräch mit dem neuen Unterhaltungschef Stefano Semeria erfahren. «Ich habe mich entschieden, bereits für die kommende Staffel 2019 einen neuen Moderator oder eine neue Moderatorin für den ‹Donnschtig-Jass› zu suchen», begründet dieser seinen Entscheid.

Unstimmigkeiten kein Trennungsgrund

Die langfristige Talententwicklung sei eines seiner strategischen Ziele, sagt Semeria. Das Sommerprogramm biete bessere Möglichkeiten, Neues auszuprobieren. Langfristig stand der Abschied von Kilchsperger nach seinem Wechsel zu Teleclub eh fest.

Zu Unstimmigkeiten hatten kritische Aussagen von Kilchs­perger in der «Weltwoche» diesen Sommer geführt. «Ich wurde quasi eingeschläfert», sagte Kilchsperger. Er habe sich oft selbst zensieren müssen, um keine Probleme zu bekommen. «Bei jeder Sendung habe ich gewusst, wie weit ich gehen darf. Das sollte nicht sein.» Damit spielte er etwa auf eine Brustumfang-Frage in der Sendung «Top Secret» an den Sänger Peter Reber an. «Das war schon eine sexistische Frage, oder?», entgegnete dieser. Von SRF-Ombudsmann erhielt Kilchs­perger daraufhin eine Rüge. Die Unstimmigkeiten sind laut Semeria kein Grund für die Trennung. Diese habe bereits sein Vorgänger mit Kilchsperger geklärt.

Rückkehr zum Fussball

Kilchsperger moderiert bei Teleclub die «Champions League»-Sendungen im Studio – womit sein langgehegter Wunsch nach einer Rückkehr zum Fussball in Erfüllung geht. Beim letzten «Donnschtig-Jass» in Heiden AR lag sein Abschied bereits in der Luft. «And now, the End is near. And so I face the final curtain», sang Kilchsperger zu Beginn – es sind die ersten zwei Zeilen aus dem Abschiedssong «My Way», vielen bekannt durch Frank Sinatras Interpretation – und der Zeile: «I did it my way» («Ich bin meinen Weg gegangen»).

Es war eine unüberhörbare Anspielung auf seinen möglichen Abschied. Verabschiedet wurde aber einzig Jass-Schiedsrichter Dani Müller. «Ein bedrückender Moment für die Jass­familie Schweiz», meinte Roman Kilchsperger in der Live-Sendung.