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Maricruz Peñaloza organisiert das erste St.Galler Performance-Open-Air

Die gebürtige Mexikanerin hat zwölf Künstlerinnen und Künstler eingeladen, Mitte August im Stadtpark die ganze Vielfalt dieser flüchtigsten aller Künste in elf Performances zu zeigen.
Christina Genova
Maricruz Peñaloza im St. Galler Stadtpark, wo im August elf Performances stattfinden. (Bild: Benjamin Manser)

Maricruz Peñaloza im St. Galler Stadtpark, wo im August elf Performances stattfinden. (Bild: Benjamin Manser)

Bei der verrücktesten Performance, die Maricruz Peñaloza ­jemals organisierte, zog eine Künstlerin im Eva-Kostüm einen Grill hinter sich her. Zwischen ihren Beinen baumelte eine Wurst, während sie rief: «Wer will meine Wurst grillieren?» Die Künstlerin wurde von Jugendlichen, welche die Performance zufällig beobachteten, aufs Übelste beschimpft. Normalerweise laufen die Performances, die Maricruz Peñaloza seit zehn Jahren in Neu-Oerlikon veranstaltet, um einiges gesitteter ab. Obwohl sie als Kuratorin ihren Künstlern grundsätzlich sehr viel Freiheit lässt. «Einziges No-Go sind Waffen», sagt die gebürtige Mexikanerin, die sich seit vielen Jahren für die Performancekunst engagiert.

Kunst im Hier und Jetzt

In den 1990er-Jahren kam Maricruz Peñaloza als junge Frau der Liebe wegen nach St. Gallen. Zwar zog sie wenige Jahre später nach Zürich, blieb aber eine Heimweh-St. Gallerin. Nun kehrt die 56-Jährige zurück und organisiert Mitte August das erste St. Galler Performance-Open-Air im Stadtpark – ein Projekt, das sie seit zehn Jahren im Kopf hat. Nachdem sie letztes Jahr erfolgreich eine vierteilige Performance-Reihe im Museum of Emptiness durchgeführt hatte und dafür auch Fördermittel von Stadt und Kanton St. Gallen erhielt, gab ihr dies den letzten Anstoss, ihren langgehegten Traum zu realisieren. «St. Gallen ist Entwicklungsland, was die Performancekunst betrifft», sagt Peñaloza klipp und klar. Die Mutter ­aller Szenen befinde sich in Basel, der Performance-Hauptstadt der Schweiz. Dies habe mit Jean-Christophe Ammann zu tun, der als Kurator der Kunsthalle Basel von 1978 bis 1988 die Performancekunst stark förderte.

Maricruz Peñaloza, die ursprünglich Politikwissenschaft studiert hatte, interessierte sich sich nach dem Besuch der Zürcher Kunstschule F+F zunehmend für Performancekunst. Sie entwickelte eigene, auf persön­lichen Texten basierende Performances und begann als freie ­Kuratorin zu arbeiten. Trotz ihres grossen Engagements kann ­Peñaloza von ihrer Arbeit nicht leben. Das tut ihrer Begeisterung für die flüchtigste aller Künste keinen Abbruch: «Spannend ist, dass eine Performance im Hier und Jetzt passiert. Es gibt eine ­direkte Kommunikation mit dem Publikum, sodass eine Wechselwirkung entsteht.» Das Publikum erkenne, ob der Künstler nur ­etwas vorspiele oder sich mit seinen Emotionen einbringe.

Auftritt im Farnkostüm

Nachdem die Performancekunst seit ihrem Aufkommen in den 1970er-Jahren lange ein Nischendasein fristete, ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype zu beobachten. Museen und Galerien organisieren für ihre Vernissagen Performances, um Besucher anzulocken – eine Entwicklung, die Maricruz Peñaloza kritisch sieht: «Die Performancekunst ist eine selbstständige Gattung, keine Dekoration.»

Für das erste St. Galler Performance-Open-Air hat sie zwölf Künstlerinnen und Künstler eingeladen, zehn davon stammen aus der Ostschweiz. Bekannte Namen wie Andrea Vogel sind ebenso darunter wie junge Talente. Auch eine Premiere ist zu ­sehen: Stefan Rohner, als bildender Künstler etabliert, wird zum ersten Mal öffentlich eine Performance zeigen, bei welcher er, so viel sei verraten, ein Farnkostüm tragen wird.

Zwei Tage, zwei Formate

Am Samstag, 18. August, finden im St. Galler Stadtpark von 13 bis 19.30 Uhr elf Performances von folgenden zwölf Kunstschaffenden statt: Riccarda Naef, Martina Morger, Andrea Vogel, Stefan Rohner, Bea Dörig, Monica Germann, Erika Sieber, Parvez Imam, Karyna Herrera, Wassili Widmer und Asi Föcker.
Das Open Air findet bei jeder Witterung statt und ist kostenlos (Barbetrieb im Frauenpavillon). Am Sonntag, 19. August, gibt es um 14 Uhr ein Gespräch mit allen teilnehmenden Kunstschaffenden.
https://openairperformancekunst.wordpress.com/
https://www.instagram.com/p/Bk-qqRlhl1k/?taken-by=performanceopenair

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