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STANS: Die tragische kleine Seejungfrau

Produktion mit Hindernissen: Trotz Wechsel des Bühnenbildners und Krankheit des Regisseurs konnte die Märli-Biini am Wochenende erfolgreich Premiere feiern.
Undine, in der Mitte, wird von ihren Schwestern Nerina und Lilaia getröstet. (Bild André A. Niederberger)

Undine, in der Mitte, wird von ihren Schwestern Nerina und Lilaia getröstet. (Bild André A. Niederberger)

Marion Wannemacher

Die Produktion des diesjährigen Stücks der Märli-Biini hatte es in sich. «Es lief nicht alles reibungslos», sagte die neue Präsidentin Carmen Muntwyler in ihrer Verdankung nach der Aufführung. Maria Joller von der Produktionsleitung bedankte sich mit Blumen und herzlichen Worten bei Choreografin Salome Schneebeli, die für Regisseur Stefan Camenzind eingesprungen war, der ausgerechnet drei Wochen vor der Premiere erkrankt war. Auch dieser zeigte sich erleichtert und dankbar.

Bühnenbild ohne Schnickschnack

Bereits im Vorfeld hatte der Bühnenbildner aus finanziellen und anderen Gründen, wie es an der Konzeptvorstellung hiess, ausgewechselt werden müssen. Kuno Amstutz, der bereits 2004 für Peter Pan verantwortlich zeichnete, löste seine Aufgabe mit Erfolg: Sein Bühnenbild kommt ohne Schnickschnack aus. Es ist eine schiefe Ebene mit Neigung zum Publikum und braucht nur wenige Elemente. Für das Wasserreich stehen antike Säulen, der Leuchtturm für die Küste, ein Steg für das Ufer am Schloss. Der Bühnenboden kann sich öffnen und wird so zur Wasseroberfläche. Ueli Binggelis glückliches Händchen für das Lichtkonzept verdichtet die Atmosphäre.

Doch zur Geschichte: Bereits an der Konzeptvorstellung hatte der Zürcher Regisseur seine Affinität zum Andersen-Märchen bekannt. Es war seine erklärte Absicht, «nicht zu weit weg vom Original zu kommen». Im Wesentlichen hat er sich daran gehalten. Von Camenzind stammt der Text, Produktionsleiter Adrian Murer hat es in den Nidwaldner Dialekt übertragen.

Verhängnisvoller Handel

Die kleine Meerjungfrau wird bei Camenzind zur kleinen Seejungfrau (Michèle Odermatt), einige Figuren wie das Seepferdchen Kwisi (eine liebenswürdige Carla Dali) als Hofnarr und persönlichem Vertrauten der Seejungfrau und die Furcht erregenden Krebse Noun (Carsten A. Becker) und Syno (Lina Wirz) als Wachen der schrecklichen Wasserhexe Malefica (wie immer eine bravouröse Maria Minutella) kommen dazu. Die Gefährten des Prinzen (Arni Häcki) in der Person von Wilhelm (Robin Pickis), Ludwig (Christian Jurt) und Joseph (Christian Theiler) wie die Familie der Undine, der Vater (Lex Friedrich ist ein wunderbarer König Aquarius), die Schwestern Nerina (Elisa Minutella) und Lilaia (Michèle Püntener) komplettieren die beiden Reiche um die Protagonisten. Insgesamt sieben neue Darsteller gaben in dieser Produktion ihr erfolgreiches Debüt auf der Märli-Biini.

Seejungfrau Undine wünscht sich nichts so sehr, wie an die Wasseroberfläche der Menschen zu gelangen. Die eigene Heimat ist langweilig («blau, blau, blau»), sie will ausbrechen aus alten Strukturen (eindrücklich dargestellt durch den Tanz, den sie an ihrem 15. Geburtstag vorführen muss). Als sie den Prinzen Guschti beim Bootsunglück rettet, verliebt sie sich in ihn. Der Wunsch, Teil der Menschenwelt zu sein, wird so gross, dass sie mit der schrecklichen Wasserhexe den verhängnisvollen Handel eingeht, der sie ihr Leben kosten wird. Denn der Prinz entscheidet sich nicht für Undine, sondern für seine vorbestimmte Braut (Anna Minutella). Undine, die ihn töten könnte, um ihr eigenes Leben zu retten, opfert sich. Mystisch mutet der Schluss an: Sie schreitet ins Morgenrot. Versöhnlich stimmt der Satz von Kwisi, der leider zum Teil in der Geräuschkulisse untergeht: «Egal, wo du hingehst, ich hab dich trotzdem gern.»

Maske mit Pfiff und Fantasie

Es ist für einmal ein tragisches Märchen auf der Märli-Biini, eins ohne Happy End, welches Kinder doch so lieben. Ist die Stückauswahl also für die jungen Zuschauer zu heikel? Im ersten Teil ergeben sich Längen, Szenen wie der Untergang des Prinzenschiffs sind dafür voller Action, spannend auch etwa der Handel mit der Wasserhexe oder die Schlussszene, in der Undine den Prinzen töten soll. Stark sind die vielen choreografischen Elemente: Der Schiffsuntergang wird durch die Bewegung der Crew verdeutlicht, Salsa wird zum Tanz der Verführung.

Grosses Lob verdienen auch Brigitte Fries und Petra Büchli für Kostüme und Maske mit Pfiff und Fantasie. Ihr herausragendes Talent hat Michèle Odermatt bewiesen. Sie verkörpert eine Undine, die man einfach ins Herz schliessen muss.

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