STANS: Ein Musiktage-Benefiz als Mini-Festival

Mit einem Benefiz-Anlass am 17. und 18. April rufen sich die Stanser Musiktage in Erinnerung: Das Festival soll 2016 wieder regulär stattfinden. Die Sanierung der Finanzen ist auf gutem Weg.

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Corin Curschellas (Bild) ist Frontfrau der Gesangsformation La Triada, die am Freitag mit einem Gratiskonzert den Auftakt macht zum Stanser-Musik­tage-Benefiz. (Bild: Sava Hlavacek / PD)

Corin Curschellas (Bild) ist Frontfrau der Gesangsformation La Triada, die am Freitag mit einem Gratiskonzert den Auftakt macht zum Stanser-Musik­tage-Benefiz. (Bild: Sava Hlavacek / PD)

Ein Jahr ohne Stanser Musiktage ist für viele Musikfreunde schwer vorstellbar. Dieses Jahr findet das Festival, wie schon mehrfach kommuniziert, nicht statt. Trotzdem schwirren die Tage in der Luft und materialisieren sich am 17. und 18. April sogar konkret zu einer Benefiz-Veranstaltung. Der stilistische Mix der auftretenden Bands ist nicht zufällig: «Mit den sechs Hauptkonzerten haben wir versucht, ein Spektrum abzudecken, wie wir es jeweils an den Musiktagen haben», sagt Marc Rambold, Co-Leiter des Festivals (Programm siehe Kasten).

Sanierung läuft gut

Mit dem Benefiz-Anlass, dessen Konzerte im Chäslager, in der Pfarrkirche und in der Zivilschutzanlage Steinmättli über die Bühne gehen, wollen die Stanser Musiktage vor allem Präsenz markieren und der Bevölkerung auch dann etwas bieten, wenn sie pausieren. «Wir haben Lust, wieder etwas zu machen. Natürlich erhoffen wir uns einen kleinen Gewinn, das wäre sicher ein willkommener Nebeneffekt», sagt Josef Mahnig, Präsident der Stanser Musiktage.

Nach dem grösseren Defizit der Musiktage 2014, das vor allem durch das schlechte Wetter bedingt war, entschlossen sich die Verantwortlichen Ende 2014, das Festival für ein Jahr auszusetzen, um wieder Gelder und Kräfte tanken zu können. Seitdem läuft eine grosse Sanierungsaktion, mit welcher versucht wird, nicht nur das Defizit zu tilgen, sondern auch den Übergangsbetrieb und die Organisation des nächsten Festivals zu sichern. Dafür sind rund 250 000 Franken notwendig.

Die Rettungsaktion ist bisher erfolgreich verlaufen. «Wir haben gut dreiviertel der Summe beisammen. Wir sind hoffnungsvoll und haben den Eindruck, dass wir es schaffen», freut sich Mahnig. Bis Ende Mai will man sich noch Zeit geben, um weitmöglich auch die restlichen Mittel noch zu generieren. Bis dahin ist die Liquidität gesichert. Mitgeholfen haben neben der Gemeinde Stans und dem Kanton Nidwalden vor allem private Geldgeber und Gönner, denen der Anlass am Herzen liegt und die wollen, dass die Stanser Musiktage weiterhin stattfinden können.

Neue Co-Leitung

Unterdessen sind auch erste personelle und konzeptionelle Weichen gestellt worden. Neue Co-Leiter des Festivals sind Marc Rambold und Esther Unternährer, die seit drei Jahren in der Festivalleitung mitwirkt. Der bisherige Leiter Christophe Rosset ist laut Mahnig nicht mehr dabei. Auch die Programmgruppe wird teilweise neu bestellt und mit einer verantwortlichen Person ergänzt. «Die Leitung des Bereichs Food & Beverage wollen wir an einen externen Profi vergeben», sagt Mahnig. Auch der Bereich Infrastruktur wird an drei verantwortliche Architekten und ihr Team ausgelagert. Die Credit Suisse ist als Hauptsponsorin bis Ende 2016 dabei. Ob der Credit Suisse Förderpreis Jazz wieder stattfindet, ist noch offen.

Zurück zu den Wurzeln

Wie Mahnig und Rambold betonen, dürften die Stanser Musiktage 2016 vor allem im Rahmenprogramm redimensioniert werden. Insbesondere wird ein Weg gesucht, das Volksfestmässige und das Musikalische besser zu trennen, damit sich die beiden Festivalqualitäten nicht zu fest in die Quere kommen. Generell sollen das Angebot im Rahmenprogramm verkleinert und gewisse Abläufe und Organisationen vereinfacht werden.

Mahnig: «Wir wollen uns auf weniger Sachen konzentrieren und versuchen, das Festival qualitativ weiter zu optimieren.» Stilistisch und inhaltlich werden sich die «neuen» Musiktage 2016 laut Rambold nicht gross verändern. Weiterhin sollen die bisherigen Lokalitäten genutzt werden und ein stilistisch breites Programm von Worldmusic, Jazz und anspruchsvoller Popmusik im Mittelpunkt stehen. «Uns interessieren auch all die Zwischenformen, die sich gegenseitig befruchten, das Spartenübergreifende. Die Qualität und die Entdeckerfreude stehen an oberster Stelle.»

Für Marc Rambold, der seit September 2014 dabei ist, ist die Co-Leitung der Musiktage eine spannende Herausforderung. Das Festival habe viele Stärken. Diese gelte es neu zu bündeln. «Wir versuchen, wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen und kleiner zu werden. Es reizt mich, diese Redimensionierung, die mit einem neuen Blickwinkel verbunden ist, zusammen mit Esther Unternährer anzupacken.» Die beiden Co-Leiter teilen sich ein 120-Prozent-Pensum.

Pirmin Bossart/mm

«Stans will sie» – Das Programm


«Stans will sie», die Benefizveranstaltung der Stanser Musiktage, findet am 17. und 18. April statt mit Konzerten im Chäslager, der Pfarrkirche und der Zivilschutzanlage Steinmättli. Alle Einnahmen der Veranstaltung fliessen in die Vereinskasse der Stanser Musiktage.

Freitag, 17. April

Pfarrkirche
20.00–21.30 La Triada (Eintritt frei, Kollekte)

Chäslager
21.00–22.00 Bänz Oester
22.00–23.00 The Schorchettes
23.00–24.00 Frères de Son
danach DJ U.R.S.N.

Zivilschutzanlage
20.30–21.30 Ophelia’s Iron Vest
danach DJ Bête/DJ Doc Julius/DJ Wicked Wiggler

Samstag, 18. April

Chäslager
15.30–17.00 Pfote mampft Quark (Titelbild PD) – Kinderkonzert (Eintritt frei, Kollekte)
17.30–18.30 Buschi & Anni (Eintritt frei, Kollekte)
19.00–20.00 Hendricks the Hatmaker (Eintritt frei, Kollekte)
21.00–22.00 Silver Firs
22.00–23.00 Vau
23.00–24.00 Bauchamp
danach 3Fach-DJs

Zivilschutzanlage
20.30–21.30 Easy Tiger
danach DJ Kelly Voltage/DJ Prince White/DJ Kid Babapd

Freitag, 17., und Samstag, 18. April
Stans, verschiedene Lokale. Tickets für Chäslager und Zivilschutzanlage am Abend:
Fr. 20.– (1 Tag)/Fr. 30.– (2 Tage), VV: vorverkauf@stansermusiktage.ch

Alle Konzerte im Chäslager und in der Zivilschutzanlage sind Stehkonzerte. Die Platzzahl im Chäslager und in der Zivilschutzanlage ist beschränkt. Deshalb kann nicht garantiert werden, dass mit dem Kauf eines Tickets jedes Konzert besucht werden kann.

Samstagnacht: Elektronisches von Leo Ramsey alias Bauchamp.PDBänz Oester (Kontrabass) kommt solo nach Stans.

PD

Bänz Oester (Kontrabass) kommt solo nach Stans. (Bild: PD)

Bänz Oester (Kontrabass) kommt solo nach Stans. (Bild: PD)

Samstagnacht: Elektronisches von Leo Ramsey alias Bauchamp. (Bild: PD)

Samstagnacht: Elektronisches von Leo Ramsey alias Bauchamp. (Bild: PD)