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STANS: Faszinierende Gegensätze bei Marienbildern

Das Nidwaldner Museum will künftig im Kaminsaal des Winkelriedhauses eigenes Sammelgut mit jenem der Frey-Näpflin-Stiftung zusammenbringen. Den Anfang machen 21 Werke unter dem Titel «Madonna und Maria».
Sie ist das älteste Werk der Ausstellung: die 600 Jahre alte Skulptur «Anna Selbdritt». (Bild: Romano Cuonz (Stans, 10. März 2018))

Sie ist das älteste Werk der Ausstellung: die 600 Jahre alte Skulptur «Anna Selbdritt». (Bild: Romano Cuonz (Stans, 10. März 2018))

«Der äusserst stimmige, ursprünglich für Festlichkeiten bestimmte Kaminsaal des Winkelriedhauses ist ein geeigneter Ort, um im Nidwaldner Museum nochmals etwas Neues zu beginnen», gibt sich Alexandra Heini überzeugt. Deshalb hat die Praktikantin eine wichtige Zukunftsidee des Museums gerade dort umgesetzt: nämlich die gemeinsame Präsentation von Dauerleihgaben der Frey-Näpflin-Stiftung mit Werken aus der eigenen Sammlung.

Den Anfang macht eine kleine, aber einzigartige Ausstellung von gerade mal 21 Werken unter dem Titel «Madonna und Maria». «Ich beschloss, möglichst verschiedene künstlerische Facetten und Motive zu dieser Heiligen, die gerade in der Zentralschweiz sehr stark verehrt wird, aufleuchten zu lassen», erläutert Alexandra Heini ihr Projekt. In den Sammlungen konnte sie da aus dem Vollen schöpfen.

Mitten im Kaminsaal – neu Frey-Näpflin-Raum geheissen – erhebt sich meterhoch das älteste Werk der Ausstellung: eine kostbare, holzgeschnitzte Skulptur «Anna Selbdritt». Geschaffen hat sie ein burgundischer Bildhauer im 15. Jahrhundert. «Dieses interessante Stück war für mich Ausgangspunkt», sagt Gestalterin Alexandra Heini. Aber gleichzeitig sei sie auch der Anreiz gewesen, nach weiteren, immer anderen Darstellungen von Madonna und Maria zu suchen.

Seltenes Motiv in der Sammlung

Wahre Kostbarkeiten brachte sie ans Licht: Allen voran die «Stickende Madonna» des Flamen Cornelis de Baellieur aus dem 17. Jahrhundert. «Wirklich ein Glücksfall, dass wir ein so seltenes Motiv in der Sammlung haben», räumt Heini ein. Es ist eine Mutter Gottes, neben der Wiege sitzend und am Kleid für Christus stickend. Die Legende besagt, dass Soldaten nach Christi Kreuzigung um dieses Kleid gewürfelt hätten. Solch alte Werke machen den einen Reiz der Ausstellung aus.

Ganz besondere Freude aber bereitet es der Gestalterin, dass es ihr auch gelingt, Werke von Annemarie von Matt und ihrem Ehemann Hans von Matt im gleichen Raum zu zeigen. Von Hans von Matt stammt eine formal einfache Tonskulptur mit dem Titel «Mutter und Jesuskind mit Kronen (1950)». Ihre Ausstrahlung und ihre Kraft sind einzigartig. Annemarie von Matts typische Vielfalt beleuchtet ein auf Filz gestickter Wandbehang mit plastischen Einzelheiten. Das Bild von 1951 zeigt eine fast klassische Mutter Gottes mit Kind.

«Es war für mich besonders reizvoll, dieses Werk mit der legendären stickenden Madonna zusammenzubringen», erklärt Alexandra Heini. In der Tat: Die Faszination ihrer Ausstellung besteht darin, dass sie künstlerische Vielfalt und Wiederholungen im jahrhundertealten Bildprogramm rund um Maria in verschiedensten Techniken und Formen thematisiert. Dies durchaus auch gegensätzlich. Im Kaminsaal begegnet man Robert Zünds «Die Flucht aus Ägypten (1870)» oder der «Marienkrönung (1712)» des Zuger Malers Johannes Brandenberg. Und, als Kontrapunkt dazu, auch zehn «Ex voto Tafeln», die Laienkünstler im 19. Jahrhundert für die Kapelle Maria-Rickenbach gemalt hatten. Alles Dokumente einer tiefen Volksfrömmigkeit.

Roman Cuonz

kultur@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Madonna und Maria im neuen Frey-Näpflin-Raum des Nidwaldner Museums Winkelriedhaus. 10. März 2018 bis März 2019. Öffnungszeiten ersichtlich unter www.nidwaldnermuseum.ch

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