Diese Künstler kommen an die Stanser Musiktage 2020

Die Stanser Musiktage haben das Programm für ihre diesjährige Jubiläumsausgabe veröffentlicht. Und bleiben dabei ihrer Linie treu.

Michael Graber
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An runden Jubiläen haut man auf den Putz, überbordet und denkt nicht an Morgen. Die Stanser Musiktage machen das zur Feier ihrer 25. Ausgabe (21. bis 26. April) nicht. Zu präsent ist wohl noch das Gestern, als es 2015 beinahe kein Morgen mehr gegeben hätte – die Finanzen waren gründlich verhagelt und erst nach einer einjährigen Pause kam das Festival wieder auf gesunde Beine. 1994 einst als «Jazz am See» in Buochs ins Leben gerufen, ziehen die Musiktage mittlerweile jedes Jahr 20'000 Besucher an den Fuss des Stanserhorns.

«Bei vielen Festivals passiert es, dass sie sich mit Jubiläen komplett übernehmen», sagt Co-Festivalleiterin Esther Unternährer. «Wir finden die Stanser Musiktage auch so schon sehr stimmig.» Es gäbe im Rahmenprogramm, das zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert wird, schon noch das eine oder andere Geschenkli an sich selber. «Wir freuen uns sehr über das Jubiläum, aber setzen trotzdem auf unseren bewährten Mix», so Unternährer. Das heisst: Weltmusik trifft Volksmusik trifft Jazz trifft moderne Musik trifft Blues trifft heimisches Musikschaffen.

Mani Matter wird von Endo Anaconda verwandelt

An verschiedenen Orten in Stans kann man komplett verschiedene Welten erleben. Sängerin Mayra Andrade (Do. 23. April, 20 Uhr, Kollegi) versetzt Latin, Flamenco und weitere südamerikanische Musikstile mit einem modern jazzig-elektronischen Klanggewand.

Einen Tag später hämmern die amerikanischen Battles ihren treibend-hypnotischen Rock schweizexklusiv in den Kollegi-Saal (Fr. 24. April, 21 Uhr). Roman Nowka’s Hot 3 und Endo Anaconda (Mi., 22. April, 21 Uhr Theater an der Mürg) verwandeln Stücke von Mani Matter in eine neue, noch nie dagewesene Musik.

Eigentlich immer sehr famos sind die Berner Kummerbuben (Sa. 25. April, Kollegi, 21 Uhr). Diesmal kommen sie zusammen mit dem Apokalypse-Orchester und singen Mundartlieder über Abgründe, die zwischen düster und euphorisch pendeln.

Zeitgenössischen Irish-Folk gibt es von Lankum, die das Festival am Dienstag 21. April um 19 Uhr in der Kapuzinerkirche eröffnen. Besonders ans Herz gelegt sei an dieser Stelle noch das Konzert von Richard Dawson (Do., 23. April, 20.30 Uhr, Chäslager). Der Brite hat mit «2020» eine wunderbar seltsame Folkplatte veröffentlicht, die auch Metall-Riffs und Afrobeat irgendwie unterbringt. Dazu erzählt er Geschichten aus dem Leben. Solche, die mitten aus dem Alltag stammen könnten, aber aus einem neuen Blickwinkel beleuchtet werden oder einen neuen Denkanstoss geben können.

In den letzten Jahren steigende Besucherzahlen

Das alles und noch einiges mehr spielt an den diesjährigen Musiktagen. Typisch Musiktage. «Ich finde, dass wir ein abwechslungsreiches Programm bieten können», sagt Esther Unternährer. Der Vorverkauf läuft ab Mittwochvormittag. Bei den letzten beiden Ausgaben hatte man wieder steigende Besucherzahlen und erfreulich viele Konzerte waren ausverkauft. «Es wäre schön, wenn wir das wiederholen könnten», sagt Unternährer. Ganz gesundet ist das Festival noch nicht, aber schon deutlich stabiler. Man muss ja auch nicht immer auf den Putz hauen. Ab einem gewissen Alter feiert man bereits, wenn keine Gebrechen mehr dazu kommen.

Alle Infos und Tickets: www.stansermusiktage.ch 

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