Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Starke erste Spielzeit für das neue Theater

Prominente Gäste, starke Frauen, mehr Klassiker und neue Spielorte auch mitten im Wald: Die gestern vorgestellte Spielzeit 19/20 leistet mit viel Elan Vorarbeit für das geplante neue Theater in Luzern.
Urs Mattenberger
Am Start in die neue Saison: Intendant Benedikt von Peter mit (von links) Johanna Wall (Oper), Kathleen McNurney (Tanz) und Sandra Küpper (Schauspiel).Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 14. Mai 2019)

Am Start in die neue Saison: Intendant Benedikt von Peter mit (von links) Johanna Wall (Oper), Kathleen McNurney (Tanz) und Sandra Küpper (Schauspiel).

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 14. Mai 2019)

Erstmals inszenieren Sie in der nächsten Spielzeit nicht selber. Hängt das bereits mit Ihrem schrittweisen Weggang nach Basel ab der übernächsten Spielzeit zusammen?

Benedikt von Peter: Nein, das hat damit nichts zu tun, ich bin noch hundertprozentig für das Luzerner Theater da! Als ich nach Luzern kam, plante ich, zwei bis drei eigene Inszenierungen zu machen – daraus wurden bisher neun. Eine ursprünglich geplante eigene Regiearbeit für diese Saison strich ich wieder, weil jetzt die Projektierung für ein neues Luzerner Theater richtig losgeht. Darauf nimmt das Thema der nächsten Spielzeit ja auch Bezug.

Mit dem Saison-Thema «Zeit der Zukunft»?

Ja, das meint auch die Zukunft des Luzerner Theaters. Im Hinblick darauf erkunden wir auch mit drei Projekten ausserhalb des Hauses, was den «besten aller Spielorte» ausmachen könnte. Dazu gehört ein Theaterprojekt in der Viscosistadt, eine partizipative Tango-Oper auf dem Theaterplatz und ein Tanzprojekt im Zeughaus in Zusammenarbeit mit der Freien Tanzszene. All diese Projekte unterstreichen die Verbindung zur Stadt, die auch für das künftige Theater entscheidend sein wird.

Gestern informierte die Stadt über den Stand der Planung für das neue Theater. Was ist Ihre persönliche Meinung zur Frage, ob ein An- oder ein Neubau richtig ist?

Wir werden das Theater voraussichtlich mit denselben Zuwendungen bespielen müssen, die wir heute haben. Da braucht es eine grösstmögliche Effizienz der Betriebsabläufe, um die Betriebskosten niedrig zu halten. Das spricht – leider – für einen Neubau, der auch Infrastrukturprobleme lösen würde. Der Erweiterungsbau würde mit doppelten Erschliessungen unsere Probleme verdoppeln. Aber ich sage leider, weil ich dieses Theater wie wohl die meisten mag.

Wie ein Plädoyer für das kleine Haus wirkt der Aufreger «Salome» von Richard Strauss in der Inszenierung von Kultregisseur Herbert Fritsch. Wollen Sie zeigen, dass sogar ein solches Werk hier Platz hat?

Nein, denn natürlich sprengt «Salome» hier den Rahmen. Aber gerade das, grosse knallige Oper im Kleinen, zwingt zu einem anderen Ansatz. Salome, die von Herodes den Kopf des Jochanaan verlangt, ist ja im Grunde eine etwas eklige Familiengeschichte, die als solche durchaus auf eine kleinere Bühne passt. Weil im Graben keine grosse Streicherbesetzung Platz hat, wird das Ganze etwas bläserlastiger, und es ergeben sich andere Akzente. Zudem haben wir mit Heather Engebretson eine Sängerin, die extrem gefragt ist für solche Kindfraurollen, die aber mit 29 Jahren die Salome noch nicht auf grossen Bühnen singt. Bei uns geht das auch, weil wir eine leicht reduzierte Fassung von Strauss selber spielen.

Weitere prominente Klassiker sind Tschaikowskys «Eugen Onegin», Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» oder Bizets «Carmen» als Tanzproduktion. Sollen diese mehr Publikum bringen?

Ich bin mit den Publikumszahlen, über die wir später informieren, sehr zufrieden, zumal wir im Schauspiel einen Neuanfang hatten und viel mit neuen Formen experimentierten. Dass jetzt etwas mehr Klassiker auf dem Spielplan stehen, entspricht dem angestrebten Mix, der sich von Saison zu Saison leicht verändert.

Sind bekannte Namen wie die Filmemacherin Bettina Oberli oder die Schauspielerinnen Delia Mayer und Heidi Maria Glössner auch als Publikumsmagnete einkalkuliert?

Auch diese Engagements stehen für ein Denken über die Sparten hinaus. Bettina Oberli zum Beispiel hat in Filmen wie «Die Herbstzeitlosen» gezeigt, wie sie eine Geschichte zwischen den Zeilen lesen kann. Das ist ein spannender Ansatz bei einem Stück wie Tschaikowskys Oper «Eugen Onegin», die mit einem alltäglichen Schmerz vom Verlust der grossen Liebe handelt.

Seit Jahren steigen die Ticketpreise wieder moderat an. Steht das nicht quer zu Ihrer Idee eines offenen, niederschwelligen Theaters?

Klar, aus diesem Grund beschränkt sich die Erhöhung auf die obersten Preiskategorien und beträgt da nicht mehr als fünf oder zehn Franken. Das ist nach acht Jahren ein moderater Schritt. Davon nicht betroffen sind alle Angebote, die sich an ein junges Publikum richten – vom erfolgreich neu lancierten Figurentheater bis hin zu den Veranstaltungen in der Box oder im Winkel. Das gilt natürlich auch für das ganz klassische Kinderstück «Das kleine Gespenst» von Otfried Preussler, das wir mit Musik und vielen spektakulären Kostümen auf die Bühne bringen werden.

www.luzernertheater.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.