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Stars, Kunst, Kulinarik und Kommerz: Überblick über den Festivalsommer in der Zentralschweiz

Die Zentralschweiz ist eine ausgewiesene Festivalregion. Von hochkarätigen Klassikevents bis zu grossen Rockkonzerten findet dieses Jahr wiederum alles in unserer Region statt. Wir zeigen eine Auswahl.
Michael Graber, Urs Mattenberger
B-Sides Festival. Konzert der Sängerin Agnes Obel

B-Sides Festival. Konzert der Sängerin Agnes Obel


























Das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly im Eröffnungskonzert des letztjährigen Sommerfestivals (Bild: LF/Peter Fischli)

Das Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly im Eröffnungskonzert des letztjährigen Sommerfestivals (Bild: LF/Peter Fischli)

Das Lucerne Festival (17. August bis 16. September), das dem Thema Kindheit gewidmet ist, muss man als das Flaggschiff der Klassikfestivals in der Schweiz in diesem Überblick nicht weiter vorstellen. Stattdessen sei auf das Festivalmagazin «Più» verwiesen, das am 17. Juni der «Zentralschweiz am Sonntag» beiliegt. Da finden sich exemplarisch Elemente, mit denen auch kleinere Festivals den Ausnahmezustand inszenieren, der die Attraktivität von Festivals ausmacht.

Klassik rund ums Lucerne Festival

Dazu gehört der Starglanz, für den am Sommerfestival Artiste étoile Sol Gabetta steht. Dazu gehör die Exklusivität, wie sie festivaleigene Formationen wie das Lucerne Festival Orchestra und die Festival-Akademie (mit einem Stockhausen-Schwerpunkt) ermöglichen. Dazu gehören drittens neue Orte und Formate, die ohne Etikette Musik an ein breites und junges Publikum vermitteln. Wie man all das auf die Dimensionen der Kammermusik übertragen kann, zeigen zwei Festivals, die indirekt einen Bezug zu Lucerne Festival haben. Am Festival Swiss Alps Classics in Altdorf und Andermatt (29. Juni bis 1. Juli) steht für den hohen Starfaktor der chinesische Superstar Lang Lang, der als Solist auch im Eröffnungskonzert des Lucerne Festival auftritt. Mit einem alternativen Konzertort – «bequeme Schuhe» empfohlen! – experimentiert zum Auftakt das Klavierduo Katia und Marielle La­bèque in der neuen Gondel­station am Nätschen (22. Juni). Über ihre Auftritte am Lu­cerne Festival haben Musiker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks die Region so schätzen gelernt, dass sie hier ihre Ferien verbringen. Entstanden ist daraus das Festival Erstklassik am Sarnersee. Auch da gibt es offene Formate (unter anderem mit dem Einbezug von Musikschülern). Und im 10. Jubiläumsjahr ermöglicht die Mitwirkung von Musikern des Luzerner Sinfonie­orchesters aufwendige, nämlich quasi sinfonische Kammermusikprogramme (2. bis 9. September).

Pop: Das Feinkostgeschäft

Das Festival mit der grössten Breitenwirkung in der Zentralschweiz ist unbestritten das Blue Balls. Ingesamt rund 100 000 Personen werden wiederum an den acht Festivaltagen (20. bis 28. Juli) an die Konzerte rund um das Luzerner Seebecken kommen. Den Rahmen bilden dabei die Hauptkonzerte im KKL – dieses Jahr unter anderem Eels, Seven und Rufus Wainwright – für die wilde Party spielt die Musik beim Pavillon sowie vor und im «Schweizerhof». Während andere Open Airs und Festivals versuchen mit grossen Namen zu klotzen, versucht das Blue Balls eher ein Musikliebhaberpublikum anzusprechen. «Wir sind im Vergleich zu den anderen Festivals quasi ein Feinkostgeschäft», sagte Festival­direktor Urs Leierer unserer Zeitung einmal. Natürlich hat das Blue Balls keine Angst vor (bezahlbarem) Populärem und schafft in den letzten Jahren erfolgreich den Spagat zwischen Kunst und Kommerz. Rap-Fans gehen auf den Landenberg Im Gegensatz zu der Grösse des Blue Balls wirken die meisten anderen Zentralschweizer Pop-Festivals fast schon bescheiden klein. Das grösste unter den kleinen dürfte (wenn das Wetter diesmal mitspielt) das Funk am See sein (17./18. August). Veranstaltet von Radio 3fach, bietet das Open Air auf der Lidowiese Band von Stereo Luchs bis Crimer. Alles bei freiem Eintritt und sicherlich noch einigen Specials (das Radio feiert noch einen runden Geburtstag). Rap-Fans kommen auf dem Landenberg bei Sarnen auf ihre Kosten. Am Rapattack-Festival (27./28. Juli) spielen unter anderem Xen und Ekr. Bereits kommende Woche findet das B-Sides (14. bis 16. Juni) auf dem Krienser Sonnenberg statt – sicherlich eines der schönsten und liebevollsten Festivals im gesamten Schweizer Markt. Imposant und abwechslungsreich ist auch das Waldstock-Festival in Steinhausen (2. bis August). Dort treffen spektakuläre Bauten auf ein reichhaltiges Programm.

Jazz und World: Hier treffen Kulturen aufeinander

Das Jazz Festival Willisau (29. August bis 2. September) ist eines der wichtigsten Jazzfestivals abseits der grossen Städte. Niklaus Troxler und mittlerweile sein Neffe Arno Troxler holen immer wieder Preziosen des zeitgenössischen Jazz in die Festhalle. Dieses Jahr kann man dort unter anderem mehrere Trompeter entdecken. Unter anderem spielt die Amerikanerin Jaimie Branch, die irgendwo zwischen Free Jazz und Pop pendelt. Ein finales Highlight wird wohl der Auftritt der amerikanischen Sax-Legende Oliver Lake sein. Auf Verschmelzung von Kulturen setzt das Volkskulturfest Obwald (28. Juni bis 1. Juli) in Giswil. Das Gastland dieses Jahr ist Portugal. So trifft heuer Fado auf ein Alphorntrio aus Nidwalden. Nacheinander und miteinander musizieren die Künstler und zeigen eindrücklich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen einander auf.

Allmend: 40 000 Besucher bei den Toten Hosen erwartet

Das wird gross: am 25. August treten die Toten Hosen auf der Luzerner Allmend auf. Erwartet werden gegen die 40 000 Besucher für die einzige Schweizer Show 2018 der deutschen Band – damit ist es der mit Abstand grösste Anlass in der Region. Noch nicht bekannt ist das Rahmenprogramm für diesen Anlass. Wie Veranstalter Good News auf Facebook schreibt, sollen die Vorbands bald bekannt gegeben werden. Tickets gibt es bei Ticketcorner.

Kammermusik an lauschigen Orten

Kammermusik-Festivals punkten mit lauschigen Orten auf dem Land und der Nähe zu den Künstlern, die auch durch Kulinarik gefördert wird. Den Anfang macht Klang Meggen im traumhaft gelegenen Schloss Meggenhorn (15. bis 17.  Juni). Ein jung gebliebener Pionier ist der Boswiler Sommer, wo man unter dem Titel «Sans Souci» Klänge im Konzertraum der Alten Kirche und in der Natur erleben kann (30. Juni bis 8. Juli). Die Sommerklänge Zug überraschen damit, dass die fünf Konzerte an verschiedenen, kulturhistorisch oder architektonisch interessanten Räumen im Kanton Zug stattfinden (sonntags, 8. Juli bis 5. August). Auf welch hohem Niveau in der Region die Festivalzeit auch nach dem Sommer weitergeht, zeigen die Zwischentöne Engelberg, die das Merel-Quartett mit Musikfreunden unter dem Motto «Volkston» durchführt (26. bis 28. Oktober).

World Band Festival: Bewährtes Erfolgsrezept

Gemessen an den Besucherzahlen im KKL, ist das World Band Festival mit rund 20 000 Besuchern das grösste Luzerner Festival nach Lucerne Festival und dem Blue Balls. Möglich macht dies die Wiederholung des bewährten Erfolgs­rezepts. So kommen Stammgäste wie die Black-Dyke-Spitzenformation, das Christoph-Walter-Unterhaltungsorchester oder die Show «Tattoo on stage» auch dieses Jahr ins KKL (22. bis 30. September).

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