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STEINHAUSEN: Stiller Has lockt und rockt

Das Waldstockfestival ist begehrt Beno Staub entscheidet, wer hier auftreten darf. Gestern gaben sich Schweizer Stars die Ehre.
Er war natürlich ein super Opener ins Festival: Endo Anaconda liess die Fans tanzen. (Bild: Stefan Kaiser)

Er war natürlich ein super Opener ins Festival: Endo Anaconda liess die Fans tanzen. (Bild: Stefan Kaiser)

Luc Müller

Gestern ging das Waldstockfestival los: Als erster Höhepunkt gab sich die Schweizer Mundartband Stiller Has die Ehre. «Der erste Kontakt mit dem Manager der Band erfolgte im Januar», informiert Beno Staub (27), der Programmchef des Festivals am Waldrand von Steinhausen. «Wir setzen nicht bewusst auf bekannte Bands», so Staub, «sondern sie müssen zu uns passen.» Auch im Falle von Stiller Has war das so: Der Band sei es wichtig gewesen, dass sie an einem kulturellen Anlass auftritt, der Ausstrahlung hat. So habe er schon mit Formationen verhandelt, die für einen Firmenanlass doppelt so teuer waren wie für einen Auftritt am Waldstockfestival.

300 Mails von Bands

«In diesem Jahr findet die 16. Auflage des Festivals statt. Wir haben uns nun einen gewissen Namen erarbeitet.» Der Anlass gilt unter Bands als klein, aber fein. «Zudem wissen die Künstler, dass wir eine professionelle Technikcrew am Start haben», betont Beno Staub. Dafür würden sie jeweils eine externe Firma anstellen, die sich darum kümmert. «Zudem haben wir auf dem Gelände eine Küche. Die Künstler schätzen es, dass sie hier vor dem Auftritt gut verköstigt werden. Das ist auch ein Vorteil von uns.» Auch in diesem Jahr wurden wieder 15 Gruppen engagiert. Pro Jahr erhält Staub bis zu 300 Mails von Bands, die gerne am Waldstock auftreten würden. Schlussendlich entscheidet er, unterstützt von einem Berater, selber. «Ich bin ein kleiner Diktator», sagt er und lacht. Oft erhält er Tipps von Kollegen («Da muss ich aber vorsichtig sein, weil das persönliche Favoriten sind»), oder Agenturen schreiben ihn an. «Die Bands müssen zu uns passen das ist das Entscheidende.» Und was bedeutet das konkret? Beno Staub: «Die Qualität ist wichtig. Darüber stolpert so manche Bewerbung.» Zudem engagiere man fürs Waldstock auch ­gerne Bands, die im Ausland bekannt, aber in der Schweiz noch unbekannt sind.

Und diese schätzen den Aufenthalt hier. «Letztes Jahr war die holländische Gruppe Chef’Special hier in der Heimat grosse Stars. Sie haben es geschätzt, hier in Ruhe ein Bier zu trinken. Die Atmosphäre hat ihnen gepasst.» Wichtig sei auch, dass eine Band eine Bühnenpräsenz habe und das Publikum begeistern könne. «Wir haben hier ein Publikum, das gerne mitgeht und für Stimmung sorgt», weiss Staub.

Keine verwöhnten Stars

Beno Staub, der hauptberuflich als Lehrer arbeitet, ist seit fünf Jahren für das Musikprogramm am Waldstock zuständig. Er recherchiert auf Agenturseiten, schaut sich Live-Videos an oder besucht Konzerte von möglichen Kandidaten fürs Festival. «Ich habe die Planung von null auf gelernt. Jeweils im November fange ich mit der Planung an. Ab Frühling ist dann viel Büroarbeit zu erledigen.»

Mit verwöhnten Stars und ihren übertriebenen Wünschen hatte er bisher nicht zu tun. «Es gibt Agenturen, die eine Liste schicken, was die Stars hinter der Bühne in der Garderobe erwarten. Wir haben auch schon vieles besorgt, dann aber gemerkt, dass die Bands selber nichts von einer Liste wissen, und gar keine Wünsche haben.» Auch Stiller Has, die teuersten Stars des diesjährigen Festivals als Budget für die Künstler steht Beno Staub jährlich ein mittlerer fünfstelliger Betrag zur Verfügung –, haben keine Extrawürste. Ein Teil der Band wird nach dem heutigen Konzert in Hotels in Steinhausen und Baar nächtigen.

«Den verrücktesten Wunsch hatte einst eine Band, die Sauerstoff zum Schnüffeln verlangte. Das sollte ihnen Power geben», erinnert sich Staub, «wir haben dem Wunsch aber nicht entsprochen, weil das wie eine Droge wirkt.» Auch Klaviere haben sie den Bands schon aufs Festivalgelände gestellt.

Hinweis

Das Waldstock-Programm von heute Freitag: 16.30 Uhr: The Return of Margrit Garlic; 18 Uhr: Musique en Route; 19 Uhr: Circo Pitanga (Theater & Artistik); 20 Uhr: King Pepe & Le Rex; 21.30 Uhr: Monsieur Claude und seine Töchter (Film); 23.30 Uhr: Stuck in Traffic; 0.30 Uhr: Youngblood Brass Band. Weitere Infos unter www. waldstock.ch

Beno Staub, Programmchef: «Ich bin ein kleiner Diktator.»

Beno Staub, Programmchef: «Ich bin ein kleiner Diktator.»

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