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STONES: «Es roch wie in einem Silo»

André Béchir, der Doyen unter den Schweizer Veranstaltern, organisiert am Mittwoch sein 13. und vielleicht letztes Rolling-Stones-Konzert.
Reinhold Hönle
Der bekannteste Konzertveranstalter der Schweiz: André Béchir (68) an einer Pressekonferenz. (Bild: KEY)

Der bekannteste Konzertveranstalter der Schweiz: André Béchir (68) an einer Pressekonferenz. (Bild: KEY)

Reinhold Hönle

André Béchir, was fasziniert Sie an den Rolling Stones so sehr, dass Sie sie zum 13. Mal in die Schweiz holen?

Wenn man sich umschaut, dann gibt es in Politik, Sport und Showbusiness sonst kaum jemanden, der über 50 Jahre erfolgreich im gleichen Metier tätig ist. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie es 2016 im Alter von über 70 Jahren sogar noch einmal geschafft haben, mit «Blue & Lonesome» ein Nummer-1-Album zu produzieren.

Welches Stones-Konzert hat sich Ihnen besonders eingeprägt?

Sicher meine Premiere 1972 in der Berner Festhalle. Ausserdem 1982 im Basler St.-Jakob-Stadion, das erste Open Air in einem Fussballstadion. Das Einfahrtstor musste vertieft werden, damit die grossen Sattelschlepper hindurchpassten. Den Rasen versuchten wir vor dem Publikum mit Militärplachen zu schützen, was allerdings dazu führte, dass die Sonne ihn verbrannte und es danach wie in einem Silo roch. Der FCB konnte danach nicht mehr darauf spielen.

Was war 1998 in Frauenfeld speziell?

Wir planten die Stones als Er­öffnungskonzert des «Out In The Green» ein. Obwohl an den übrigen Tagen Acts wie David Bowie und Massive Attack auftraten, fuhren die meisten Stones-Fans gleich nach deren Auftritt wieder nach Hause. Wir hatten ein Riesenchaos, weil die Leute in der Nacht auf den unbeleuchteten Wiesen ihre Autos nicht mehr fanden. Es kam sogar zu Schlägereien!

Wer hat die Ticketpreise zwischen 164.35 bis 464.35 Franken sowie 926.90 Franken für das VIP-Backstage-Package festgelegt?

Wir haben die Preise von 2014 als Richtschnur genommen und gesagt, dass wir sie nicht erhöhen wollen. Im Unterschied zu damals müssen wir jedoch eine höhere Garantie bezahlen und somit auch mehr Risiko tragen. Bei ehrlichen Bands akzeptiere ich jedoch, dass sie gutes Geld verdienen wollen.

Was kostete damals ein Billett?

Deep Purple, das erste grosse Konzert, das ich 1971 veranstaltete, kostete 25 Franken. Teuer für damalige Verhältnisse.

Wie aufwendig wird die Produktion diesmal sein?

Wenn ich sie mit Acts wie U2 vergleiche, die mit 106 Sattelschleppern unterwegs waren, ist es bei den Stones wirklich «back to the roots». Sie haben begriffen, dass man in erster Linie wegen der Musik an ihre Konzerte geht. Da braucht es vor allem einen guten Sound und grosse Videowände.

Welche Lehren hatten Sie aus dem Krawall beim allerersten Konzert der Rolling Stones in Zürich 1967 gezogen?

Da ich ein Oberlinker war, damals noch mit «langer Matte», war für mich klar, dass ich die Fans nicht mit Polizeipräsenz provozieren wollte. Also habe ich die Hells Angels gefragt.

Und heute?

Heute müssen wir das Gelände vorher mit Bombensuchhunden durchkämmen, und es sind nur noch Taschen in A5-Format zugelassen.

Werden Sie die Rolling Stones treffen?

Ja, vor dem Konzert werde ich sie wie immer begrüssen.

Konzert: 20.9. «Stones – No Filter», Zürich Letzigrund (19 Uhr). Es gibt noch einige wenige Tickets.

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