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Streamen abseits des Mainstreams mit Filmingo

Mit Filmingo lanciert der Schweizer Filmverleiher Trigon eine Streamingplattform für Arthouse-Kino: Netflix für gehobene Ansprüche.
Lory Roebuck
Eines von vielen Highlights auf der neuen Streamingplattform Filmingo: «Lazzaro felice» aus Italien. (Bild: Filmcoopi)

Eines von vielen Highlights auf der neuen Streamingplattform Filmingo: «Lazzaro felice» aus Italien. (Bild: Filmcoopi)

Hat uns das wirklich noch gefehlt? Wer Filme und Serien hierzulande gerne bequem per Knopfdruck schaut, verfügt bereits über eine Vielzahl von Möglichkeiten: Netflix, Prime Video, iTunes, Teleclub Play, MyPrime, GooglePlay, Sky Show... und demnächst lancieren auch Disney und Apple ihre eigenen Streamingdienste.

Kann da der brandneue Schweizer Streaminganbieter Filmingo mithalten? Er kann! Denn Filmingo versucht gar nicht erst, den anderen Diensten nachzueifern, sondern schnitzt sich eine eigene Nische abseits des amerikanischen und europäischen Film-Mainstreams. Hinter Filmingo steht der Schweizer Filmverleiher Trigon-Film, der damit sein 2014 lanciertes Video-on-demand-Angebot deutlich erweitert und leichter zugänglich macht. Trigon ist auf unabhängige Filmproduktionen aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa spezialisiert. Und weil auch die Verleiher Filmcoopi und LookNow Teile ihre Bibliothek auf Filmingo anbieten, lässt sich die Filmselektion sehen.

Neuere Kinofilme wie «Lazzaro felice» (Drehbuchpreis in Cannes), Ethan Hawkes Regiearbeit «Blaze» und das mit fünf europäischen Filmpreisen ausgezeichnete polnische Meisterwerk «Cold War» sind auf Filmingo ebenso zu finden wie eine wertvolle Auswahl von Filmklassikern: von Akira Kurosawas «Rashomon» über «Lights in the Dusk» von Aki Kaurismäki bis hin zu «Scharf beobachtete Züge» von Jiri Menzel. Filmingo umfasst zum Start etwas über 300 Titel aus weiten Teilen der Welt; laut Trigon sollen wöchentlich neue hinzustossen.

Teurer als Netflix, billiger als Kino

Der Dienst überzeugt auch mit seiner einfachen Bedienung. Das Filmprogramm ist übersichtlich sortiert nach Neuheiten, Thema, Genre und sogar nach Auszeichnungen (etwa Cannes-Gewinnerfilme). Dazu stellen prominente Autorenfilmer wie Ciro Guerra und Annemarie Jacir regelmässig ihre persönlichen Lieblingsfilme aus dem Angebot zusammen und kommentieren sie.

Ein Abo bei Filmingo ist allerdings merklich teurer als bei Netflix. Mit dem günstigsten Modell lassen sich gegen eine Monatsgebühr von 9 Franken zwei Filme pro Monat streamen, fünf Filme kosten 15 Franken, der unlimitierte Zugang kostet 240 Franken pro Jahr. Was allerdings billiger ist, als all jene Filme im Kino zu schauen. Trigon richtet seine Streamingplattform laut eigenen Angaben vor allem an jene, die den entsprechenden Film im Kino verpasst haben – hofft also immer noch darauf, dass seine Filme primär auf der Leinwand geschaut werden.

Keine Revolution

Mit Verlaub: Ist das nicht deutlich zu klein gedacht? Ein Arthouse-Streamingportal hat das Potenzial, die Filmbranche zu revolutionieren. Sie könnte unabhängiges Filmschaffen, das normalerweise von ein paar Tausenden gesehen wird, auf einen Schlag einem Millionenpublikum zugänglich machen.

Wenn man nicht bloss im eigenen Teich fischt, sondern auch die Netflix-Generation ins Boot holt. Doch dazu braucht es stärkere Anreize. Filmingo könnte weitaus mehr sein als ein Buchzeichen im Browser jener, die Trigons Filme sowieso lieber im Kino schauen.

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