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STUDIE: Mutprobe für Männer: Heiraten

Männer finden es kühn zu heiraten, für Frauen erfordert eine ­Trennung ­besonders viel Courage. Eine neue Befragung zeigt zudem: Schweizer wären gern mutiger.
Männer empfinden heiraten als besonders mutig – weil sie Verantwortung übernehmen müssen. (Bild: Getty)

Männer empfinden heiraten als besonders mutig – weil sie Verantwortung übernehmen müssen. (Bild: Getty)

Eine neue Studie zeigt, dass Männer und Frauen unterschiedliche Vorstellungen von Mut haben. Männer empfinden es als besonders mutig zu heiraten. Frauen hingegen geben an, dass eine Trennung viel Mut erfordert. Das hat gestern die Forschungsstelle Sotomo mitgeteilt. Sie befragte im Auftrag der Allianz Versicherung online über 12 000 Personen in der Schweiz. Sie wurden über die Webseiten von blick.ch, lematin.ch und tio.ch rekrutiert.

Laut Michael Hermann, Politologe und Geschäftsführer von Sotomo, sehen es Frauen als besonders mutig an, sich von Bindungen zu emanzipieren und zum Beispiel alleine zu verreisen. Männer streichen dagegen Leistungen im Beruf heraus, die ihnen besonderen Mut abverlangt hatten. Sie sind zudem häufiger stolz auf geleistete Nothilfe und Rettungseinsätze, während bei Frauen eher das soziale Engagement im Zentrum steht.

Wenig Mut beim ­Kleidungsstil

Im Arbeitsleben, im Strassenverkehr, bei Sport und Outdoor-Aktivitäten sowie in Beziehungsfragen schätzen sich die Menschen in der Schweiz als besonders mutig ein. Deutlich weniger mutig sehen sie sich selber im Kleidungsstil, bei Glücksspielen und Finanzanlagen.

Mit steigendem Alter verschiebt sich die Vorstellung von Mut. Ältere Menschen sind zwar im Sportbereich weniger risikofreudig. Dafür steigt die Courage in anderen Lebensbereichen. Drei von vier Erwachsenen in der Schweiz wären zumindest in einem Bereich gerne mutiger – am häufigsten in Beziehungsfragen.

Mut ist weit mehr als eine riskante, aussergewöhnliche Tat. Mut ist etwas, was auch im normalen Alltag gefordert ist. 57 Prozent der Befragten finden, dass «Nein sagen können» im täglichen Leben besonders viel Mut verlangt. 54 Prozent verbinden Alltagsmut mit «Probleme ansprechen». Auf dem dritten Platz folgt mit 45 Prozent Nennungen «zur eigenen Meinung stehen». Bei diesen drei Handlungen geht es darum, die eigene Sichtweise in Worte zu fassen. Zu sagen, was Sache ist, fordert Schweizerinnen und Schweizer in ihrem Alltag offenbar besonders.

Für eine grosse Mehrheit der Befragten sind das Eingreifen zu Gunsten einer angepöbelten Person oder das Stellen eines Taschendiebs mutig. Obwohl damit die Möglichkeit der Selbstgefährdung verbunden ist, finden es nur die wenigsten leichtsinnig. Einschneidende Lebensentscheide wie ins Blaue zu kündigen oder frisch verliebt zu heiraten, finden dagegen mehr Menschen leichtsinnig als mutig.

Schweizer bewundern Bergführer

Kontrovers werden insbesondere risikoreiche Extremsportarten beurteilt. Obwohl das Sterberisiko des Extrembergsteigens anerkanntermassen gross ist, schätzen diese Tätigkeit nur 15 Prozent als leichtsinnig ein – 52 Prozent dagegen als mutig. Das ebenfalls sehr risikoreiche Base-Jumping erachten demgegenüber 56 Prozent als leichtsinnig und nur 29 Prozent als mutig.

Welcher Beruf erfordert am meisten Mut? Die befragten Schweizerinnen und Schweizer gaben neben dem Notarzt oder der Notärztin den Bergführer­beruf an.

Wenn es um ihr eigenes Verhalten geht, sehen die Menschen in der Schweiz vor allem einen Bereich, in dem sie ihr eigenes Verhalten teilweise als leichtsinnig einschätzen: Den Strassenverkehr. (mem/pd)

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