Südpol Kriens
«Kassandras Baby» – als Fötus mit freiem Blick auf Corona

Mit «Kassandras Baby» greift das Kollektiv Groupe Nous die aktuelle Situation auf.

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(are) Muss man in den Mutterleib zurück, um quasi mit unverdorbener Sicht über die aktuelle Coronasituation und ihre Bedeutung für die Zukunft nachdenken zu können? Doch ist ein Fötus überhaupt ein noch unbeschriebenes Blatt? Oder hat er angeborenes kollektives Wissen? Auf diesen Fragen basiert das Stück «Kassandras Baby», mit dem das Kollektiv Groupe Nous seit Anfang Monat durch Schweizer Städte tourt und nun für eine Woche im Südpol gastiert.

Die bekannten Autorinnen Katja Brunner (geboren 1991 in Zürich) und Martina Clavadetscher (geboren 1979 in Zug), beide auch schon eine Saison lang Hausautorin am Theater Luzern, haben es verfasst. Vier Schauspielerinnen und Schauspieler haben den Text erarbeitet, eingesprochen und mit Musik, Audiodesign und szenischer Grafik vermengt. In den Vorstellungen performen sie nicht. Hingegen werden Dunkelheit und Lichtimpulse zu den diffusen Figuren ausserhalb des Mutterleibs.

Im Text trägt Kassandra, bekannt als hellsichtige Heldin, der niemand glaubt, ein ungewolltes Kind in sich. Dieses spricht zu ihr. Zwischen unheilvollen Visionen und dem realen Leben versucht sie, sich zurechtzufinden. In einer normierten Gesellschaft, die wissentlich auf den Abgrund zusteuert.

Dienstag, 25. bis Sonntag, 30. Mai, Südpol, Kriens; Infos: www.sudpol.ch, www.groupenous.org.