Super Mario Party im Review: Die Party steigt wieder

Die elfte Ausgabe von Nintendos beliebter Partyreihe ist da. Diese revidiert viele Änderungen der letzten Spiele – und macht deshalb wieder mehr Laune.

Federico Gagliano
Drucken
Teilen

Die «Mario Party»-Serie ist berühmt-berüchtigt: Die einen hassen sie, die anderen lieben sie. Nintendos virtuelle Brettspielvariante bringt immer eine gute Portion Chaos mit sich. Man denke nur an Spiele wie «Super Smash Bros.» oder «Mario Kart», bei denen ein glücklicher Zufall den Sieg bringen kann - oder ein kleines Missgeschick zur Niederlage führen kann. In der nächsten Runde hat man den Frust darüber aber bereits verarbeitet. «Mario Party» geniesst es dagegen, die Spieler zu triezen und zu schikanieren – selbst wenn sie auf dem letzten Platz sind.

Was eigentlich nicht nach einem unterhaltsamen Erlebnis klingt, war paradoxerweise eines der Elemente, welche die Partyserie so beliebt machte. Kinder der 1990er-Jahre erinnern sich heute noch an ihre Siege und Niederlagen in «Mario Party 2», für viele der Höhepunkt der Serie, weil sie oft nur durch schieres Glück – oder Unglück zustand kamen. In den letzten beiden Teilen verliessen sich die Entwickler aber zu sehr auf den Chaosfaktor und liessen Spielern fast keine Möglichkeiten, ihr Spielzüge strategisch zu planen – was vorher zumindest ein bisschen möglich gewesen war. Das Resultat: Die Reihe büsste an Beliebtheit ein und wurde die letzten drei Jahre, mit Ausnahme von einer portablen Version, nicht weitergeführt.

In «Super Mario Party» spielt man auf einem virtuellen Spielbrett mit Mario & Co. Bild: Nintendo

In «Super Mario Party» spielt man auf einem virtuellen Spielbrett mit Mario & Co.
Bild: Nintendo

Zurück zu den Wurzeln

Nun meldet sie sich mit «Super Mario Party» zurück. Während der Titel aber ein neues Gewand verspricht, kehrt das Spiel strukturell wieder zu seinen Anfängen zurück, mit einem Fokus auf originelle Mini-Spiele und einer Prise Chaos. «Super Mario Party» funktioniert im Kern wie alle anderen Teile: Jeder Spieler würfelt, bewegt sich und löst eine Aktion aus. Haben alle vier Spieler ihren Zug beendet, nehmen alle an einem Minispiel teil. Wer nach einer bestimmten Rundenzahl am meisten Sterne und Münzen angehäuft hat, gewinnt. Die Spielbretter hegen zusätzliche Überraschungen, die Vor- und Nachteile mit sich bringen können. Da kann es schon passieren, dass ein hart verdienter Stern plötzlich den Besitzer wechselt.

Verschiedene Gegenstände können auf der Sternenjagd behilflich sein. Zusätzlich hat jede Spielfigur einen eigenen Würfel, der jederzeit anstatt der normalen Variante verwendet werden kann. Marios Würfel hat zum Beispiele mehrere 3-Felder, dafür auch ein Null. Andere können Münzen gewinnen, dafür keine Felder vorrücken. Zusätzlich können Spieler auf bestimmten Feldern Verbündete rekrutieren, die sie dann bis zum Spielende begleiten. Die Mitstreiter bringen mehrere Vorteile: Erstens stellen sie ihren eigenen Würfel zur Verfügung. Zweitens würfeln sich auch immer gleich mit, was Spielern immer ein bis zwei zusätzliche Felder schreiten lässt. Und drittens nehmen sie an bestimmten Minispielen teil – und erhöhen dort die Chancen, das Spiel zu gewinnen.

Neu kann man Verbündete rekrutieren, die den Spieler begleiten. Bild: Nintendo

Neu kann man Verbündete rekrutieren, die den Spieler begleiten. Bild: Nintendo

Drei weitere Spielmodi stehen zur Verfügung: Eine Teamvariante, bei der man zu zweit gegeneinander antritt, ein rhythmisches Partyspiel, bei dem man die Minispiele im Takt abschliessen muss und ein Einzelspielermodus, bei man bestimmte Ziele erreichen muss. Diese geben kurzweiligen Mehrwert, der Star der Show bleibt aber der eigentliche Partymodus. Schade gibt es da nur vier Spielbretter, von denen eines zuerst freigeschaltet werden muss. Die anderen «Mario Party»-Spiele hatten in der Regel sechs bis acht Bretter.

Dafür liegt die Zahl der Minispiele bei 50, was etwa den anderen Spielen entspricht. «Super Mario Party» überraschen einerseits durch seine Einfachheit, die selbst gelegentliche Gamer kaum überfordern wird. Andererseits auch durch die clevere Nutzung der Joy-Cons. Die neue Vibration kommt beispielsweise bei einem Ratespiel zum Zuge, während die präzise Bewegungssteuerung in einem Spiel dazu verwendet wird, ein Stück Fleich in der Pfanne von allen Seiten anzubraten. Im Grossen und Ganzen ein gelungener und abwechslungsreicher Mix.

In verschiedenen Minispielen treten vier Spieler gegeneinander an. Bild: Nintendo

In verschiedenen Minispielen treten vier Spieler gegeneinander an. Bild: Nintendo

Fazit

Mit «Super Mario Party» bringt Nintendo eine gelungene Fortsetzung des beliebten Partyspiels. Die kleine Auswahl an Spielbrettern zerrt zwar etwas an der Freude, wer aber drei Freunde zusammentrommelt, kommt bei «Super Mario Party» endlich wieder auf seine Kosten – sofern man damit leben kann, dass nicht immer der beste Spieler gewinnt.

Hinweis: "Super Mario Party"  ist nur für Nintendo Switch erhältlich. Eine Testversion wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt.