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Luzern: Suzi Quatro zeigt ihre Muskeln

Bald 68 Jahre ist sie alt, und alles andere als müde. Im «Schweizerhof» rockt das Idol der Siebziger die Bühne. Ihre Fans sind begeistert, die Sängerin ist voller Charme – nur die leisen Töne vermisst man ab und zu.
Susanne Holz
Suzi Quatro (67) in Topform. Beim Retro Festival lässt sie es krachen - allerdings auch bei voller Lautstärke. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler, Luzern, 24. Mai 2018)

Suzi Quatro (67) in Topform. Beim Retro Festival lässt sie es krachen - allerdings auch bei voller Lautstärke. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler, Luzern, 24. Mai 2018)

Was für eine Hitze. In den «heiligen Hallen» des Hotels Schweizerhof drängt sich das Publikum. Gegen 800 Leute müssen es sein, die am Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr auf eine Ikone aus Jugendzeiten warten: auf die Rockröhre Suzi Quatro, die noch immer die Säle füllt.

Das Konzert ist ausverkauft, wie bislang alle dieses bereits siebten Retro Festivals in Luzern. Die erwartungsvolle und aufgekratzte Zuhörerschaft hat die 50 meist schon überschritten, genauso wie die Mitglieder der Band, die «Power Lady» Suzi Quatro zur Seite steht. Eine Dame mit viel Kraft und Energie, so führt Art Director Phil Dankner die Quatro ein. Nach dem Konzert wird er noch eine spontane Jam Session mit ihr bestreiten, doch zunächst einmal beweist die US-Amerikanerin, die mittlerweile in Deutschland und England lebt, dass sie nach wie vor jede Stimmung in die Höhe treiben kann.

Und sie flirtet mit den Zuhörern, bei bester Laune, sie präsentiert eine sexy Figur (in schwarzem Leder) und vergisst nicht zu erwähnen, dass sie seit 2016 auch noch «Doctor Suzi Quatro» ist – die Anglia Ruskin University in Cambridge verlieh ihr den Ehrendoktor in Anerkennung ihrer musikalischen Verdienste.

Die eine oder andere Ballade mehr hätte ganz gut getan

Gleich mit dem ersten Song macht das nur 1 Meter 52 grosse Energiebündel klar, mit wem man es hier zu tun hat: Mit «The Wild One» startet das Konzert. Laut, rockig und schnell, in vollem Einsatz nicht nur die Sängerin und Gitarristin, sondern auch die Musiker: an Keyboard, Schlagzeug, Gitarre, Saxofon, Posaune und Trompete. Laut, rockig und schnell wird es in der Hauptsache bleiben – die eine oder andere Ballade mehr hätte man ganz schön gefunden.

Mehr Melodie und weniger Bass gibts das erste Mal bei «Stumblin` In», Quatros Hit von 1978, den sie mit Ex-Smokie-Leadsänger Chris Norman aufnahm. «My love is alive, my love is a flame», der Wiedererkennungswert dieses Songs ist hoch – und das Publikum begeistert. Ein Mann filmt seine Partnerin beim Tanzen, der Gitarrist singt mit, der Saxofonist strahlt, Suzi Quatro ebenso. Dann zeigt die Sängerin auf ihren schwarzen Halsschmuck: Der sei von 1973, genauso wie der Hit, der nun folge: «48 Crash». Sie selbst sei – «von 1950». Quatro grinst, hebt ihre Arme in die Höhe und zeigt Muskeln. Dass sie auch noch perfekt kreischen und mit dem Po rollen kann, davon kann man sich kurz später überzeugen. «I am still shaking my ass», wird sie nach dem Konzert beim lockeren Gespräch mit Gastgebern und Gästen sagen. Keine Frage, diese Frau ist ein Sympathieträger, der sein Publikum um den Finger zu wickeln weiss.

Es verwundert nicht, dass Quatro nach ihrer Rockkarriere auch noch als Schauspielerin und Musicalstar («Annie Get Your Gun», ab 1986) erfolgreich war. Heute schreibt sie zudem Gedichte – und immer noch Lieder: «Ich liebe es zu schreiben und zu kreieren», sagt sie im Gespräch mit den rund 200 Gästen nach dem Konzert. Sie lebe für die Musik, erst am Nachmittag habe sie im Hotel damit begonnen, einen neuen Song zu schreiben.

Die Stimme rau, das Gefühl gut

Auf der Bühne betont sie: Seit 54 Jahren mache sie diesen Job. Im Internet kann man es nachlesen: Als 14-Jährige lenkte Susan Kay Quatro, geboren am 3. Juni 1950 in Detroit, Michigan, ihren Fokus weg vom klassischen Klavierunterricht hin zu wildem Rock`n`Roll. Im «Schweizerhof» gibt es nun mit «I Don’t Do Gentle» richtig tanzbaren Rock’n’Roll – wenn denn der Platz reichen würde. Einen sanften Moment gönnt Quatro ihren Fans, als sie ihre Musiker von der Bühne schickt, sich ans Keyboard setzt und «Can I Be Your Girl» anstimmt, einen Song von 1998. Um kurz nach zehn nimmt die Powerfrau erstmals ein Handtuch zur Hand, um kurz nach halb elf gibt`s die Zugabe: «Desperado» (2014). Die Stimme rau, das Gefühl gut. Den Arm in die Höhe und ins Licht. Und dann eine Kusshand in den Saal.

Abschliessender Höhepunkt des diesjährigen Retro Festivals sind die zwei Konzerte von «Foreigner – Live at the Symphony» im KKL. Während das Konzert von Samstag ausverkauft ist, gibt es noch Karten für Sonntag, 27. Mai, 19.30 Uhr. www.theretrofestival.ch

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