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TALENT: Alexandre Beuchat – von der Musikhochschule direkt auf die Opernbühne

Der Bariton Alexandre Beuchat (27) gab im Theaterpavillon ein eindrückliches Masterkonzert. Belohnt wurde sein Auftritt mit der Note 6.
Simon Bordier
Alexandre Beuchat (27) hat den Sprung von Luzern nach Wien geschafft. (Bild: PD)

Alexandre Beuchat (27) hat den Sprung von Luzern nach Wien geschafft. (Bild: PD)

Der Vicomte Cascada ist eine Nebenfigur in Lehárs Operette «Die lustige Witwe». Doch für den Bariton Alexandre Beuchat (27) bedeutet sie weit mehr als das. Denn als Vicomte bestritt er im Jahr 2014, damals noch Gesangsstudent, sein erstes Gastspiel am Luzerner Theater. Es war der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit. Und was Beuchat in der Rolle des Vicomte nicht wusste: Bei einer der Aufführungen wurde ein Vertreter der Wiener Volksoper auf ihn aufmerksam.

Perfektes Schwiizerdütsch

Für Beuchat, der in Courtételle, einem Dorf im Jura, zur Welt kam, läuft es rund. Sieben Jahre hat er die Gesangsklasse von Barbara Locher an der Musikhochschule Luzern besucht. Am Mittwoch gab er nun sein Masterabschlusskonzert im Theaterpavillon in Luzern, wobei er mit Liedern von Ralph Vaughan Williams, Gustav Mahler und Maurice Ravel ein anspruchsvolles und stilistisch vielfältiges Programm bewältigte. Belohnt wurde es mit der Bestnote 6. Und man konnte das Konzert auch als Visitenkarte für seine künftige Stelle verstehen: Beuchat wurde ins feste Ensemble der Volksoper Wien aufgenommen.

«Ich empfinde es als unglaubliches Privileg, zuerst am Luzerner Theater und nun in Wien singen zu dürfen», sagt er. Und dabei fällt einem im Gespräch gleich auf: Der Jurassier spricht nahezu perfekt Schwiizerdütsch. Er habe als Jugendlicher ein Zwischenjahr an einer Schule im Laufental (BL) verbracht, erklärt Beuchat auf Nachfrage. Der Umzug vom Jura nach Luzern nach der Matura sei gleichwohl ein Sprung ins kalte Wasser gewesen. Zum einen habe er sich wieder an die Sprache gewöhnen müssen. «Vor allem aber lebte ich zum ersten Mal in einer grossen Stadt. Zumindest für meine damaligen Begriffe war Luzern sehr gross.» Dann stellt er aber klar: «Höt fühl i mi do dähei.»

Beuchats Sprachaffinität macht sich auch in der Musik bemerkbar. Bezeichnend ist das Abschlusskonzert, bei dem er einen Streifzug durch englisches, deutsches und französisches Liedgut unternahm. «Ich finde es unglaublich spannend, zu erfahren, wie Konsonanten erzeugt werden oder wie sich die Längen der Vokale in den Sprachen unterscheiden – und welchen Einfluss sie auf den Gesang haben.»

Beherzt ins Abenteuer

Der Umgang mit der Sprache ist ein Merkmal von Beuchats Gesangskunst. All dies wird mit einer Stimme umgesetzt, die in der hohen Lage erstaunlich weich fliesst und in der Tiefe mit einem sonoren Klang betört. Bei dem Abschlusskonzert bewies Beuchat auch sein theatralisches Talent, indem er Ravels «Chanson a Boire» zum Vergnügen des Publikums glucksend und schluckend vortrug. Kurzum: Das stimmliche und theatralische Gesamtpaket stimmt, der Sänger kann sich beherzt ins Abenteuer stürzen. Am Mittwoch durfte er dabei auf äusserst agil begleitende Hochschul­musiker zählen.

«Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich eines Tages eine grosse Baritonrolle wie etwa in Mozarts ‹Figaro› übernehmen dürfte», meint Beuchat. Vorerst wolle er sich aber nicht auf einen bestimmten Stil oder eine Rolle festlegen. «Meine ersten Gesangserfahrungen machte ich als Rocksänger in einer Jugendband. Ich möchte offen bleiben.»

In den Hintergrund ist hingegen Beuchats Violinspiel gerückt. Ursprünglich hatte er sich nämlich sowohl als Sänger als auch als Violinist an der Musikhochschule beworben – und beide Aufnahmeprüfungen bestanden. «Das Singen hat mir deutlich mehr entsprochen», meint er zu seinem Entscheid.

Besondere Atmosphäre

Am Luzerner Theater war Beuchat in einer Rossini-Rolle, als Musical-Sänger oder auch in einer modernen Oper von Britten zu erleben. In der letzten Saison gehörte er zum festen Ensemble. Vor ihm wurden schon zahlreiche andere Nachwuchssänger in Luzern entdeckt, die heute international unterwegs sind: Tanja Ariane Baumgartner, Regula Mühlemann oder Tobias Hächler, um nur einige zu nennen. «Die Atmosphäre am Luzerner Theater ist etwas ganz Besonderes», meint Beuchat. Jungen Sängerinnen und Sängern werde viel Vertrauen entgegengebracht. Und: «Das musikalische Niveau ist meines Erachtens sehr hoch.» Für ihn sei das Luzerner Theater daher nicht einfach ein «Sprungbrett». «Was in Luzern aufgeführt wird, hat einen hohen eigenständigen Wert.» Er werde das Theater sehr vermissen.

Simon Bordier

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