Kolumne

«Tatort»-Kolumne: Dieser Tatort ist einer wahren Geschichte nachempfunden

Die Hauptgeschichte des neuen Tatorts «Funkstille» kennen wir aber schon von anderen Produktionen. Die neue Folge weist aber überraschend viele Parallelen zur Wirklichkeit auf.

Susanne Holz
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Es war einmal ein russisches Agentenpaar, das über 20 Jahre in Deutschland spionierte und sich als Andreas und Heidrun Anschlag ausgab, bis es 2011 in Marburg aufflog. Das Pärchen ist der reale Stichwortgeber für das fiktive amerikanische Ehepaar Raymond und Gretchen Fisher (Kai Scheve und Tessa Mittelstaedt) im «Tatort» aus Frankfurt, Titel «Funkstille».

Da ist aber auch die US-Fernsehserie «The Americans», die Netflix-Abonnenten in der Regel bekannt ist. Das Problem bei der Geschichte um die Familie Fisher, deren 17-jährige Tochter Emily (Emilia Bernsdorf) eines Nachts vergeblich auf den Nachbarsjungen wartet, weil er ermordet wurde: Sie weist viele Parallelen zur US-Serie auf. Zu viele.

Eine Tochter, die vom Agentendasein der Eltern überrumpelt wird. Ein Vater, der aussteigen will. Und eine Mutter, die das Ideal des Spions verkörpern muss: hart wie Stein, kalt wie Eis. Tessa Mittelstaedt kennt man vom «Tatort» Köln, wo sie bis 2014 als Franziska den Kommissaren Ballauf und Schenk assistierte.

Sie nun als über Leichen gehende Agentin wahrzunehmen, erfordert Flexibilität. Mittelstaedt macht ihre Sache gut: Sie fasziniert mit viel Kälte und stahlblauen Augen. Beim Umgang mit dem Revolver jedoch kann noch so viel Härte die Unbeholfenheit nicht kompensieren.

Dass im Laufe des nichtsdestotrotz spannenden «Tatorts» ein Giftmord an leider sehr aktuelle reale Geschehnisse erinnert, dafür kann das Drehbuch von Stephan Brüggenthies und Andrea Heller nichts. Ein Plus: Die Kommissare Brix und Janneke (Wolfram Koch, Margarita Broich) dürfen wie stets sehr cool und herzlich sein.

Den Trailer finden Sie hier.

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