Tatort-Kolumne

Herausforderung für die Kölner Kommissare: In dieser Folge ermittelt die Täterin mit

Im neuen Tatort aus Köln liefert Schauspielerin Ulrike Krumbiegel eine herausragende Leistung, dazu gibt es aufwühlenden Soundtracks. Der Folge fehlt aber Tiefgang.

Julia Stephan
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«Tatort» – «Der Tod der Anderen». So, 20.05 Uhr, SRF1.

«Tatort» – «Der Tod der Anderen». So, 20.05 Uhr, SRF1.

Bild: Das Erste

Viele Rechnungen aus der Vergangenheit hat sie offen. Trotzdem oder deshalb säuft sich die vom Leben gezeichnete Kathrin Kampe in einem Kölner Luxushotel über die engen Möglichkeiten ihres Portemonnaies noch einmal durch die ganze Weinkarte.

Wenige Stunden später baumelt sie in Zimmer 311 von der Decke. Und die Kölner Ermittler Freddy Schenk und Max Ballauf stehen vor der schwierigen Aufgabe, die Abrechnung, die diese Dame vor ihrem Ableben offensichtlich mit der Hotelbesitzerin und wichtigen Herren aus Wirtschaft und Politik machen wollte, auf Amtswegen abzuschliessen.

Doch Pustekuchen. Innerhalb weniger Eröffnungsminuten verwandelt sich «Das Sterben der Anderen» – die Anspielung auf den deutschen Stasi-Spitzel-Klassiker «Das Leben der Anderen» ist kein Zufall – von einem Krimi in einen n-ost-algischen Agententhriller mit aufwühlendem Soundtrack.

Freddy Schenk wird von der verdächtigen Hotelbesitzerin, die als ehemalige Stasi-Agentin Horden von Männern mit ihren Reizen ans Messer lieferte, entführt und zu amtsfremden Ermittlungen gezwungen. Ohne die herausragende Ulrike Krumbiegel, die auch in verwitterter Ausgabe mit ihrer Unterkühltheit, zwischen der gerade noch genügend Sentimentalität aufblitzt, Freddy den Kopf verdreht, müsste man diesem «Tatort» einen Stern abziehen.

Dann wäre aber auch gar nichts mehr übrig vom verheissungsvollen Hotelglamour der ersten Filmminuten. Denn das Versprechen, ein dunkles Kapitel DDR-Geschichte zu vertiefen, löst dieser «Tatort» nicht ein.

Den Trailer finden Sie hier.