Testexport - Test - Berühmte Bilder – berühmte Söhne

Geburtstag der Woche

Arno Renggli
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Porträt und künstlerische Kost­probe zugleich: Selbstporträt von Pierre Auguste Renoir um 1875. (Bild: PD)

Porträt und künstlerische Kost­probe zugleich: Selbstporträt von Pierre Auguste Renoir um 1875. (Bild: PD)

Ist es zynisch, zu sagen, es hätte für ihn schlechter kommen können? Pierre Auguste Renoir, dessen Geburtstag sich am Donnerstag zum 175. Mal jährt, konnte seinen Erfolg als grosser Maler des Impressionismus immerhin schon gut ab der Lebensmitte noch geniessen. Anders als andere Künstler seines Kalibers, die zeitlebens verkannt und bitterarm blieben und erst posthum zum rollenden Rubel kamen, dann nur noch zur Freude ihrer Erben.

Im Krieg Glück gehabt

Zynisch mag diese Betrachtung deshalb sein, weil auch Pierre Auguste Renoir lange unten durch musste. Als gelernter Porzellanmaler fand der in Paris Aufgewachsene zwar schon mit 15 Jahren eine gute Anstellung. Aber dann schloss die Fabrik, die ihn beschäftigte, und Renoir hielt sich mit dem Bemalen etwa von Fensterstoren über Wasser. Er studierte Malerei, befreundete sich mit bekannten Künstlern wie Claude Monet, erhielt gute Kritiken – und verkaufte trotzdem kaum ein Bild. Später schrieb er, in jener Zeit habe er nicht täglich etwas zu essen gehabt. Verzweifelt nahm er 1870 als Freiwilliger am Deutsch-Französischen Krieg teil. Bekanntlich verloren die Franzosen, doch zu Renoirs Glück war seine Einheit weit weg vom Kampfesgeschehen stationiert.

Nach dem Krieg hatte er wieder Kontakt zu Monet und auch zu Edouard Manet, einem weiteren heute noch berühmten Maler der damaligen Zeit. Doch erst um 1875, als Mittdreissiger, kam er zu lukrativen Aufträgen, vor allem über Beziehungen zur besseren Gesellschaft. Diese deckte ihn mit Porträtaufträgen ein, was ihm rasch zuwider wurde. Anfang der 1880er-Jahre begann er, sich vom bisherigen Impressionismus abzuwenden, geriet in eine künstlerische Krise, der er erst am Ende des Jahrzehnts wieder zu entfliehen vermochte. Hier fand er auch zum farbigen, spontanen und sinnlichen Malen zurück, das ihn vorher ausgezeichnet hatte.

Pinsel an die Hand gebunden

Anfang des 20. Jahrhunderts zog er nach Nizza, ins milde Mittelmeerklima. Obwohl er Arthritis hatte, malte er immer weiter. Angeblich liess er sich sogar täglich den Pinsel an die Hand binden, da er diesen nicht mehr selber halten konnte. Er starb mit 78 Jahren.

Der Nachwelt hinterliess er nicht nur rund 6000 Werke, sondern auch Nachkommen, die es ebenfalls zu Ruhm bringen sollten. Zu erwähnen ist vor allem Sohn Jean Renoir (1894–1979), der ein grosser Filmregisseur wurde. Auch sein ältester Sohn Pierre Renoir (1885–1952) sollte als erfolgreicher Schauspieler im Filmgeschäft landen. Und dessen Sohn Claude Renoir (1914–1993) ebenfalls, als Kameramann.

Das ist wahrlich keine schlechte Gesamtbilanz, zumal der Name Renoir somit spartenübergreifend zum berühmten Markenzeichen geworden ist.