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THEATER URI: «Mundart ist einfacher und authentischer»

Span haben vor 40 Jahren den Berner Rock erfunden. Sänger Christoph Kohli über Mundartsongs, Hits und den schwierigen Markt.
Christoph Kohli, Sänger und Bassist: «Eine Story in drei Minuten ist eine Herausforderung.»

Christoph Kohli, Sänger und Bassist: «Eine Story in drei Minuten ist eine Herausforderung.»

Christoph Kohli, Ihre Band Span ist viel live unterwegs, morgen Samstag tritt sie in Altdorf auf. Gibt es Unterschiede zwischen dem Publikum in der Stadt oder auf dem Land?

Christoph Kohli: Wir spielen überall gerne. Als Stadtberner haben wir natürlich auch Fans in der Stadt. Aber wir spielen gerne im Berner Oberland. Die Leute auf dem Land sind viel herzlicher. In der Stadt will jeder ein bisschen cool sein.

Span war eine der ersten Bands, die in Mundart sang. Sollten junge Bands das auch heute noch tun?

Kohli: Das kann man nicht einfach verallgemeinern. Es gibt Bands, die lehnen das grundsätzlich ab. Vielleicht gibt es auch solche, welche die englische Sprache wirklich gut beherrschen. Aber es gibt noch einen anderen Punkt. Wer Englisch singt, ist in Konkurrenz mit der Welt. Singt man Mundart, dann bewirtschaftet man nur die deutsche Schweiz. Klar kann man auch im eigenen Land ein Leben lang englische Musik machen. Das finde ich aber nicht so toll. Es gibt jedoch sicher Musiker, für die ist das cool.

Kann, wer in Englisch singt, besser von der Musik leben?

Kohli: In der Schweiz von der Musik zu leben, ist so oder so schwierig. Die Szene ist einfach nicht so gross. Kommt dazu, dass der CD-Markt völlig eingebrochen ist. Heute muss man über andere Kanäle zu den Leuten kommen, beispielsweise über das Internet. Das ist jedoch nicht so unser Ding. Ansonsten bleibt einfach noch, Konzerte zu geben. Der Markt wird aber immer enger. Es gibt nämlich immer mehr Bands, die auftreten und sich um die Gelegenheiten streiten.

Span haben den Berner Rock erfunden. Weggefährte Polo Hofer war der Erste, der in Mundart gesungen hat. Wie hat damals alles begonnen?

Kohli: Das lag Anfang der Siebzigerjahre in der Luft. Alle machten Rock ’n’ Roll in ihren Sprachen: Johnny Halliday in Frankreich, Adriano Celentano in Italien oder Udo Lindenberg in Deutschland. Polo Hofer war der Erste, der das in der Schweiz gemacht hat.

Und bald schon folgten Span. Wenn Sie nochmals am Anfang stünden, würden Sie sich wieder für Mundart entscheiden?

Kohli: Ganz bestimmt. Wenn man nicht perfekt Englisch kann, ist es einfacher und authentischer in Mundart. Für mich liegt es auf der Hand, dass man so singt, wie man denkt und spricht.

«Louenesee» und «Bärner Rock» sind Klassiker des Mundartrocks. Sind Ihnen diese beiden Songs inzwischen noch nicht verleidet?

Kohli: Es ist doch toll, wenn eine Band Lieder hat, die den Leuten gefallen. Wir spielen ja fürs Publikum. Ich schätze es, wenn die Leute die Songs kennen, live setzt sich durch, was sich bewährt beim Publikum. Und so ist es auch nicht ein Müssen, die bekannten Songs zu spielen. Übrigens geht das jedem Künstler so. Den grössten Hit muss man immer spielen. Wir haben inzwischen wohl rund 1000 Konzerte gegeben. «Louenesee» und «Bärner Rock» waren immer dabei. Ich habe kein Problem damit.

Zurzeit sind Sie auf Jubiläumstournee. Gibt es vermehrt alte Songs zu hören?

Kohli: Ja, eindeutig mehr als sonst. Wir nehmen das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte der Band. Die Siebzigerjahre, die Achtzigerjahre, die Neunzigerjahre – sie alle rufen wir auf unserer aktuellen Tournee musikalisch in Erinnerung. Unser Repertoire umfasst mittlerweile 140 Songs. Da ist es gar nicht so einfach, eine Auswahl zu treffen.

Span machen immer wieder kritische Texte mit eingängigen Melodien. Wie viel kann man mit einem Drei-Minuten-Song verändern?

Kohli: Ich glaube nicht, dass man mit einem Song viel verändern kann. Es ist eine Herausforderung, eine Story mit Hand und Fuss in drei Minuten zu erzählen. Da steckt viel Arbeit dahinter. Es ist schwieriger, als einen Roman zu schreiben. Ich finde es interessant, das immer wieder zu versuchen. Uns beschäftigt, was rundherum läuft. Auf unseren mittlerweile 13 Tonträgern haben wir fast zu jedem Thema einen Song gemacht.

Welches Verhältnis haben Sie heute zu Polo Hofer?

Kohli: Wir haben diesen Sommer bei einem Open Air beim «Louenesee» ein spezielles Konzert gegeben. Es waren alle Musiker dabei, mit denen wir in den vergangenen 40 Jahren gespielt haben. Da war natürlich auch Polo Hofer mit von der Partie. Am 20. November machen wir das nochmals, und zwar im Bierhübeli in Bern. Das Verhältnis zu Polo Hofer ist entspannt und gut. Immerhin haben wir vier Jahre lang gemeinsam Musik gemacht. Das verbindet uns noch heute.

Markus Zwyssig

Hinweis

Das Konzert der Berner Mundartband Span im Theater Uri in Altdorf beginnt morgen Samstag um 20 Uhr. Tickets sind noch erhältlich.

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