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Ausstellung zum Löwendenkmal: Touristen und Einheimische sehen den Löwen unterschiedlich

«We are the Lion» ist die zweite Ausstellung des Jubiläumprojektes «Löwendenkmal 21». Diesmal stehen die Besucher im Fokus.
Nadine Meier
«Lion Lab» des Kollektivs LABOR Luzern ist die wohl auffälligste Arbeit der Ausstellung. (Bild: PD)

«Lion Lab» des Kollektivs LABOR Luzern ist die wohl auffälligste Arbeit der Ausstellung. (Bild: PD)

Seit bald 200 Jahren prägt das Löwendenkmal das Luzerner Stadtbild. Und gehört wohl zum Selbstverständnis der Luzerner Bevölkerung. Indes wird das Denkmal aber viel öfter von Touristen als von Einheimischen besucht. Jährlich fast eineinhalb Millionen – darunter fast ausschliesslich Asiaten – suchen es auf. Und dies, obwohl viele gar nicht wissen, wofür der Löwe aus Sandstein steht und welche Geschichte er erzählt.

Die Kunsthalle Luzern nimmt das übernächstjährige 200-Jahr-Jubiläum zum Anlass, in einem Mehrjahresprojekt das Denkmal künstlerisch zu erkunden. Die zweite Ausstellung des Projekts mit dem Namen «We are the Lion» blickt für einmal nicht auf den verwundeten Löwen, sondern erkundet dessen Betrachter genauer: Was bringen sie an Vorwissen und Erwartungen zum Denkmal mit? Was bleibt nach dem Besuch des Denkmals hängen? Mit diesen Fragen will die Ausstellung den Mechanismen auf die Spur kommen, denen ein solches Kulturdenkmal ausgesetzt ist. Besonders im Fokus der Ausstellung steht die digitale Vernetzung.

Instagram zeigt, wie der Löwe wahrgenommen wird

Die Arbeit «Circular Instant» des freischaffenden Zürcher Künstlers Fernando Obieta (29) beispielsweise beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen der schweizerischen und der ausländischen Rezeption des Löwendenkmals in sozialen Medien. Um dies sichtbar zu machen, arbeitet er mit der Social- Media-Plattform Instagram.

Für seine interaktive Installation hat er eigens einen Algorithmus entwickelt. Dieser Algorithmus sortiert die sogenannten Hashtags von Instagram nach einheimischen sowie ausländischen Beiträgen. Diese Fotografien, die unter #luzern und #lion monument verschlagwortet sind, projiziert der Künstler auf zwei parallel hängende Bildschirme an der Wand. Somit sieht der Besucher einerseits die vermutlich von Schweizern abgesetzten Beiträge, daneben diejenigen von ausländischen Besuchern. Damit stehen Sonnenuntergänge im Nebelmeer und Panoramablicke auf den Vierwaldstättersee den perfekt inszenierten Posen asiatischer Touristen vor dem Löwendenkmal gegenüber.

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Auch der 58-jährige deutsche Künstler Till Velten arbeitet in seiner Video-Arbeit «Jenny» digital. Hierfür verwendet er selbst produzierte Video- und Audioaufnahmen, in denen er verschiedene Perspektiven auf das Löwendenkmal einfängt. Dabei ist die Sicht einer koreanischen Fremdenführerin (eben «Jenny») genauso vertreten wie der Einblick in die Tourismusindustrie.

Velten sieht dabei in den Touristen vor allem Potenzial für einen kulturellen Austausch. Damit lässt sich der Künstler mit seiner künstlerischen Praxis im Bereich der sogenannten sozialen Plastik verorten, die den Anspruch hat, durch Kunst auf die Gesellschaft einzuwirken.

Wie ein übergrosser Adventskalender

Das wohl auffälligste Kunstwerk im Raum ist die Arbeit «Lion Lab» des Kollektivs LABOR Luzern. Die Mixed-Media Installation besteht aus 25 Boxen, die als eine Art 3D-Collage angeordnet sind und etwas an einen übergrossen Adventskalender erinnern. Die Fotoarbeiten der Künstlerin und Unterwasserfotografin Heidi Hostettler, die während einem Jahr mehrmals im Teich vor dem Denkmal tauchte und dabei Fotos machte, runden die Ausstellung ab und verleihen dem Ausstellungsraum Tiefgang und Ruhe.

Für die Arbeit «A table» der Künstlerin Andrea Iten, die mehrere Aktionen während Dauer der Ausstellung durchführt, können sich Interessierte melden, die Freude haben, sich mit anderen über ihre Lieblingsorte, ja ihre eigenen «denkmalwürdigen» Orte in der Stadt Luzern zu unterhalten sowie diese gemeinsam aufzusuchen. Nebst aktuellen Arbeiten sind auch Relikte der verschiedenen Performances ausgestellt, die von Juni bis September im Rahmen des Löwendenkmals stattfanden.

«We Are The Lion», Kunsthalle Luzern, noch bis 22. Dezember, Mi bis Sa: 14 bis 19 Uhr, So: 14 bis 17 Uhr. Eintritt frei.Kommende Veranstaltungen unter www.loewendenkmal21.ch.

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