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Überraschung um Mitternacht: Eminem veröffentlicht neues Album

Eminem hat ohne Vorankündigung sein zehntes Album «Kamikaze» veröffentlicht. Darin rechnet er mit seinen Kritikern und Donald Trump ab.
Laura Widmer
Eminem ist zurück. (Bild: PD)

Eminem ist zurück. (Bild: PD)

Aus heiterem Himmel hat Eminem am Freitag sein zehntes Studioalbum «Kamikaze» veröffentlicht. Die dreizehn Songs wurden von seinem langjährigen Kollaborateur Dr. Dre produziert.

In den vergangenen Jahren hatte Eminem mit Ausflügen in die Popmusik enttäuscht. Das letztjährig erschienene «Revival» schaffte den Sprung auf den ersten Platz der Billboard-Charts, fand aber bei Kritikern kaum Anklang. Eminem versuchte sich auf einigen Songs wenig erfolgreich als Sänger, die Stimme mit Autotune verfremdet. Davon lässt der Rapper aus Detroit auf «Kamikaze» mehrheitlich die Finger, und besinnt sich stattdessen auf alte Stärken wie die kreativen Reime und schnellen Sprechgesang. Der erste Track «The Ringer» ist vielversprechend und zeigt Eminem sprachgewandt, und angriffslustig. Mumblecore, dem gerade angesagten genuschelten Sprechgesang jüngerer Rapper, erteilt der 45-Jährige eine deutliche Absage: «Do you have any idea, how much I hate this choppy flow, everyone copies though? Probably no.» Lil Yachty und Lil Pump werden als Kopien besserer Rapper verlacht und Drake wegen angeblicher Ghostwriter aufs Korn genommen. Auch Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence kommen nicht ungeschoren davon. Eminem rappt so schnell, dass auf Tracks wie «Alike» die Verständlichkeit darunter leidet. Schade, denn die Wortspiele würden weitgehend überzeugen.

Die überraschendste Zusammenarbeit ist auf dem Lied«Fall» zu finden, zu dem Justin Vernon alias Bon Iver den Refrain beisteuert. Der Sänger war auch auf Kanye Wests «Lost in the World» vertreten, ist aber eher für Indie-Experimente bekannt. Der Song wäre ein guter Schlusspunkt gewesen, denn auf den letzten Tracks geht Eminem die Energie aus. «Nice Guy» und «Good Guy» sind schwache Songs, die man getrost überspringen kann.

«Kamikaze» überzeugt im ersten Durchgang, verliert aber bei mehrmaligem Hören an Reiz. Das Album zeigt Eminem im Aufwärtstrend, hält einem Vergleich mit seinen grossen Platten aber nicht stand.

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