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Unesco würdigt den Umgang mit der Lawinengefahr: Ritterschlag für Schweizer Lawinenschutz

Lorbeeren für die Art und Weise, wie in der Schweiz mit der Lawinengefahr umgegangen wird. Die Unesco hat gestern das jahrhundertealte Wissen und die neuen Techniken im Umgang mit der Lawinengefahr auf die Liste für immaterielles Kulturerbe aufgenommen.
Tommy Dätwyler
Lawinenverbauungen verhindern das Abrutschen des Schnees von einem Berg bei Davos, am Montag, 26. Januar 2009. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Lawinenverbauungen verhindern das Abrutschen des Schnees von einem Berg bei Davos, am Montag, 26. Januar 2009. (Bild: Alessandro Della Bella/Keystone)

Der Schweizer Lawinenschutz gehört seit gestern – wie bereits das Winzerfest in Vevey (seit 2016) oder die Basler Fasnacht (seit 2017) - offiziell zum Weltkulturerbe der Unesco. Ausgezeichnet und als lebendiges Kulturgut eingetragen hat die Unesco damit die kollektiven Kenntnisse, die Erfahrungen und die Strategien im Umgang mit dieser für Menschen im ganzen Alpenraum bedrohliche Naturgefahr.

Die Anerkennung durch die Unesco unterstreiche das Zusammenspiel von traditionellem Wissen, Technologie und Volkskultur und zeichne auch Strategien und neue Formen des kollektiven Umgangs mit Risiken aus, hiess es gestern beim Bundesamt für Kultur (BAK). Dort wurde die schweizerisch-österreichische Kandidatur zusammen mit dem Schweizer Alpen-Club (SAC), dem Institut für Schnee und Lawinenforschung SLF, dem Schweizer Bergführerverbands (SBV), dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), der «Fondation Barry» und dem Kanton Wallis erarbeitet.

Lawinenverbauungen am Chueenihorn im bündnerischen Prättigau. (Bild: Arno Balzarini/Key)

Lawinenverbauungen am Chueenihorn im bündnerischen Prättigau. (Bild: Arno Balzarini/Key)

«Es ist eine grosse Anerkennung für unsere kontinuierliche Arbeit zu Gunsten der ganzen Bevölkerung und Ansporn für die weitere Zukunft», freute sich gestern SLF-Leiter Jürg Schweizer gegenüber der Aargauer Zeitung. Beim WSL-Institut in Davos wurde der Unesco-Entscheid mit einem kleinen Apéro gefeiert. Die Arbeit gehe den Lawinen- und Schneespezialisten im ganzen Land mit Sicherheit nicht aus, denn die Naturgefahren würden ständig mehr und die Erwartung nach Sicherheit gleichzeitig grösser. Diese Kombination bilde, zusammen mit einer zunehmenden Verkettung von verschiedenen Naturgefahren, auch in Zukunft eine grosse Herausforderung, wurde in Davos betont. Positiv wertet man beim SLF auch den Umstand, dass nun die Bevölkerung mit positiven Schlagzeilen für dieses Thema sensibilisiert wird.

Mit der Aufnahme auf der Liste des immateriellen Weltkulturerbes will die Unesco lebendige Kulturbereiche schützen und fördern, die in erster Linie mit der Zeit und gemeinschaftlichen Praktiken einer Gesellschaft zusammenhängen und die menschliche Kreativität unter Beweis stellen. In diesem Fall gehört der technische Lawinenschutz bei Wohnhäusern, Strassen und ganzen Dorfteilen genauso dazu wie zum Beispiel die Ausbildung von Suchhunden, die Lawinenforschung, die Ausbildung von Bergführerinnen und Bergführern oder die Weitergabe von Erzählungen. Der Lawinenschutz sei und bleibe eine lebendige und vielseitige Disziplin im Interesse der ganzen Bevölkerung, Industrie und Tourismus.

Das Bundesamt für Kultur möchte später auch noch fünf weitere Traditionen als Unesco-Kulturerbe auszeichnen lassen. Neben dem Uhrmacherhandwerk, dem Jodel als Singtechnik und dem Alpsommer sind auch noch die Prozessionen von Mendrisio und die Schweizer Design- und Typografie-Tradition auf der Liste späterer Kandidaturen für die Unesco-Liste.

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