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Rekord beim Luzerner Sinfonieorchester: Das neue Saison-Programm verspricht weitere Superlative

Das Luzerner Sinfonieorchester verzeichnet erneut einen Besucherrekord. Und bleibt seiner erfolgreichen Tradition der Erneuerung auch in der nächsten Saison treu: mit noch mehr Starsolisten, einem Mozart-Festival und «Blind Dates» im KKL
Urs Mattenberger
Attraktiv für Topstars: Luzerner Sinfonieorchester (stehend: Kojan Krkuleski, Andrea Bischoff) mit Chefdirigent James Gaffigan. (Bild: Ingo Höhn)

Attraktiv für Topstars: Luzerner Sinfonieorchester (stehend: Kojan Krkuleski, Andrea Bischoff) mit Chefdirigent James Gaffigan. (Bild: Ingo Höhn)

Noch vor dem Abschluss des bis Sonntag dauernden Zaubersee-Festivals und vor der dreimaligen Aufführung von Beethovens neunter Sinfonie nächste Woche im KKL steht fest: Die aktuelle Saison des Luzerner Sinfonie­orchesters wird mit über 50 000 Besuchern abermals einen Rekord verzeichnen. So war man gestern bei der Präsentation des Saison-Programms wiederum gespannt, ob und wie es diesen Erfolg halten oder toppen kann. Noch mehr Starsolisten? Noch eine neue Konzertreihe? Wieder Festival-ähnliche Schwerpunkte?

Im Fall der Saison 2018/19 lautet die Antwort drei mal Ja. Intendant Numa Bischof Ullmann verweist zwar auch mit Blick auf das künftige Probehaus darauf, es gelte jetzt, die «Beständigkeit» des Erreichten zu sichern. Im Programm stehen dafür wiederum 25 Sinfonie- und zahlreiche Extrakonzerte, Kammermusikreihen und zahlreiche Musik­vermittlungs-Angebote.

Die Galerie der Starsolisten wird immer länger

Aber schon auf den ersten Blick fällt im Programmbuch auf, dass das Orchester in der Solisten-Prominenz noch einmal zulegt. Die Bildergalerie der Stars beginnt mit der «begehrtesten Pianistin auf dem Klassikmarkt»: Martha Argerich spielt im Eröffnungskonzert das erste Klavierkonzert von Liszt und gastiert – prestigeträchtiger Höhepunkt der Tourneetätigkeit in der kommenden Saison – mit dem Orchester in der neuen Philharmonie von Paris.

Es folgt Krystian Zimmermann, der als Ausnahmepianist das Programm seines Rezitals erst später bekanntgeben wird. Rudolf Buchbinder und Elisabeth Leonskaja spielen beide Klavierkonzerte von Brahms. Die Cellistin Sol Gabetta gibt mit Tschaikowskys Rokoko-Variationen ihr Debüt beim LSO. Nelson Freire spielt Mozarts «Jeunehomme»-Klavierkonzert an der Gala der International Classical Music Awards, die dem Luzerner Orchester anvertraut wurde.

Steigend ist die Zahl der Top-solisten, die kontinuierlich mit dem Orchester zusammenarbeiten. Hélène Grimaud gibt ein handverlesenes Rezital mit Werken rund um Debussy und Satie. Behzod Abduraimov, der heute Abend am Zaubersee-Festival Solist im zweiten Klavierkonzert von Rachmaninow ist, spielt in der nächsten Saison dessen drittes: ein Beitrag zur russischen Programmlinie, die mit der fünften und sechsten Sinfonie von Schostakowitsch weitergeführt wird.

Mozart-Festival mit Tetzlaff, Lupu und Isserlis

Bemerkenswert ist, wie sehr sich die Stars in solche inhaltlichen Programmlinien einpassen. So sind die Klavierkonzerte von Brahms ein Beitrag zum Schwerpunkt, der diesem Komponisten auch mit dem Requiem gewid- met ist. Buchbinder und Nelson Freire wirken zusätzlich in Matinee-Konzerten mit. Und der Mozart-Schwerpunkt der Saison endet mit einem Kleinfestival, das Aufsehen erregen dürfte wie zuletzt die Grossprojekte mit Beethoven.

Am Anfang stand die Idee, mit dem Geiger Christian Tetzlaff alle Violinkonzerte von Mozart aufzuführen. Später traten der Pianist Radu Lupu und der beim Orchester regelmässig auftretende Cellist Steven Isserlis mit der Idee an Numa Bischof heran, ihre erstmalige Zusammenarbeit vor 40 Jahren mit einem Konzert zu feiern. Integriert wurde dieses ins Mozart-Projekt, das dadurch erst recht zum Kleinfestival wurde. Im dritten Konzert stehen in Klavier- und Violinkonzerten von Mozart alle drei auf der Bühne – Radu Lupu am Flügel, Tetzlaff und ­Isserlis einmal als Solist und einmal als Dirigent. «Das gibt es so nur in Luzern», freut sich Bischof.

Gastdirigenten und ein Amerikaner in Luzern

Aber noch wichtiger als Solisten, die kommen und gehen, ist das, was bleibt. «Unser erster Star ist das Orchester selber», stellt Bischof klar. Dass es nochmals «an Substanz zugelegt» habe, sieht er dadurch bestätigt, dass es immer namhaftere Gastdirigenten – etwa Michael Sanderling und Thomas Dausgaard – gewinnen kann: «Das ist das letzte Puzzleteil, das bei anhaltendem Erfolg dazukommt.»

Aber auch bei den Dirigenten ist jener am wichtigsten, der bleibt. James Gaffigan, der trotz grosser internationaler Erfolge seinen Vertrag als Chefdirigent in Luzern bis 2022 verlängert hat, stellt sich auch als «An American in Lucerne» vor: mit zwei Programmen, die Klassiker der US-amerikanischen Musik (Ives, Barber, Gershwin) und Musik aus dem amerikanischen Exil (Kurt Weills «Todsünden») vorstellen.

Spontankonzerte in Seebar und im Kunsthaus-Café

Die eigentliche Neuerung trägt den verführerischen Titel «Blind dates». «Als Hausorchester des KKL möchten wir den mächtigen Bau noch stärker mit Leben erfüllen», sagt Bischof. Ein Beitrag dazu ist eine informelle Konzertreihe, die während der Saison die Seebar oder das Café des Kunstmuseums bespielt (jeweils samstags 17 Uhr oder sonntags 11 Uhr).

Zur Spontanbegegnung dieser «Blind Dates» zwischen Publikum und Musikern gehört, dass diese die Programme kurzfristig selber bestimmen. Damit können sich die Musiker des Orchesters auf einer weiteren Plattform quasi-solistisch präsentieren. Denn weitergeführt werden auch die Kammermusik-Reihen im Theater und auf dem Pilatus – da mit dem Pianisten Martin Helmchen und der Musik von Robert Schumann. Welches Gewicht solch neue Formate haben, zeigen die Lunchkonzerte im KKL: Unter jungen Ensembles tritt hier die arrivierte Pianistin Lisa de la ­Salle mit einem raffiniert komponierten Bach-Programm auf.

Programm und Bestellung des Programmbuchs unter www.sinfonieorchester.ch

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