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Verdienter Nobelpreis?

Hansruedi Kugler

Literaturkritik «Der Nobelpreis ist ein moralischer und kein literarischer Preis. Deshalb hat Heinrich Böll den Literaturnobelpreis bekommen.» Der einflussreichste deutsche Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sagte das in aller Offenheit und bezeichnete Böll dennoch als wichtigsten politischen Schriftsteller im Nachkriegsdeutschland. Diese Ambivalenz ist typisch für die Beurteilung des Werks von Heinrich Böll. Er wurde verehrt für seine politische Haltung und den Mut, in seinen Romanen brisante bundesdeutsche Wirklichkeit aufzugreifen. «Er hatte als einziger diese Themen aufgegriffen», bemerkte Reich-Ranicki. Manch strenger Literaturkritiker aber belächelte Heinrich Bölls literarischen Stil. Hellmuth Karasek schrieb: «Der genaue Erzähler der Stunde 0, der Nachkriegsgesellschaft, war in seinen Romanen ins Betuliche abgewandert.» Einhelliges Lob hingegen bekamen seine frühen Erzählungen: «Der frühe Böll, das war unser Hemingway. Menschlich, knapp, erzählerisch, das Böse bemitleidend, das eigene Böse nicht verschweigend», schrieb Maxim Biller. Was in Schulen am intensivsten gelesen wird, ist «Die verlorene Ehre der Katharina Blum». Das wundert nicht, die Titelfigur ist eine unbeirrt Liebende, ein Opfer einer medialen Verleumdungskampagne.

Hansruedi Kugler

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